Halb­zeit beim Insek­ten­som­mer 2020

Blaue Holzbiene. Foto: jggrz/Pixabay
Blaue Holzbiene. Foto: jggrz/Pixabay

Stein­hum­mel in Bay­ern auf Platz eins – Die Blaue Holz­bie­ne scheint sich in Bay­ern zu eta­blie­ren

Die Stein­hum­mel ist das am häu­fig­sten gesich­te­te Insekt sowohl in baye­ri­schen als auch in deut­schen Gär­ten. Das zei­gen die Halb­zeit­er­geb­nis­se des Insek­ten­som­mers. Der LBV hat­te mit sei­nem bun­des­wei­ten Part­ner NABU dazu auf­ge­ru­fen, vom 29. Mai bis zum 7. Juni Insek­ten zu zäh­len und online zu mel­den. Bay­ern­weit wur­de in die­sem Zeit­raum in knapp 480 Orten mehr als 4.400 Beob­ach­tun­gen gemel­det, was einen leich­ten Anstieg zur Vor­jah­res­be­tei­li­gung bedeu­tet. Bun­des­weit fiel die­ser noch deut­li­cher aus. Hier stieg die Anzahl um über 30 Pro­zent auf knapp 5.000 Mel­dun­gen, die von mehr als 8.300 Naturfreund*innen gemacht wur­den.

„Von der Amei­se bis zum Zitro­nen­fal­ter, Insek­ten sind system­re­le­vant – wir freu­en uns, dass die Men­schen das offen­bar erkannt und sich am Insek­ten­som­mer betei­ligt haben”, so LBV-Insek­ten­ex­per­te Ger­hard Hüb­ner. „Bei der gro­ßen Viel­falt an Insek­ten – allein Deutsch­land leben rund 33.000 Arten – ist das Ent­decken der so unter­schied­lich gestal­te­ten Sechs­bei­ner ein klei­nes Aben­teu­er.”

Die Top Ten haben sich wie in den bei­den Vor­jah­ren nur leicht ver­än­dert: „Vor­ne flie­gen nach der Stein­hum­mel ähn­lich wie 2019 Hain­schweb­flie­ge, Asia­ti­scher Mari­en­kä­fer, West­li­che Honig­bie­ne, Wild­bei­ne und Leder­wan­ze. Dahin­ter fol­gen dies­mal Sie­ben­punkt-Mari­en­kä­fer, Gemei­ne Feu­er­wan­ze, Amei­se und Wes­pe. „Der Sie­ben­punkt-Mari­en­kä­fer ist einer der Neu­ein­stei­ger in die Top Ten”, so Ger­hard Hüb­ner. „Das liegt sicher an unse­rer in die­sem Jahr erst­mals gestell­ten Ent­deckungs­fra­ge: Es soll­te her­aus­ge­fun­den wer­den, ob Sie­ben­punkt- oder Asia­ti­scher Mari­en­kä­fer häu­fi­ger gesich­tet wer­den.” Ergeb­nis bis­her: Der vom Men­schen zur Blatt­laus­be­kämp­fung ein­ge­führ­te Asia­ti­sche Mari­en­kä­fer liegt im Frei­staat mit nahe­zu dop­pelt so vie­len Mel­dun­gen klar vor dem Sie­ben­punkt.

Da die Zäh­lung bereits das drit­te Jahr statt­fin­det, kön­nen auch erste Trends fest­ge­stellt wer­den. Die Blaue Holz­bie­ne, die ursprüng­lich nur in Süd­eu­ro­pa und man­chen Regio­nen Süd­deutsch­lands zu fin­den war, wan­dert nach und nach gen Nor­den. Inzwi­schen ist die Blaue Holz­bie­ne schon auf der Insel Rügen und in Schles­wig-Hol­stein gesich­tet wor­den. Die gro­ße Wild­bie­ne steht in Deutsch­land auf der Vor­warn­li­ste der Roten Arten, brei­tet sich aber der­zeit wei­ter aus, da sie war­me, trocke­ne Bedin­gun­gen wie in den bei­den ver­gan­ge­nen Jah­ren braucht. 2018 lag die Blaue Holz­bie­ne in Bay­ern noch auf Platz 72, klet­ter­te 2019 auf Platz 29 und kam auch bei der jüng­sten Zäh­lung wie­der auf Platz 31. Die Blaue Holz­bie­ne ist die größ­te hei­mi­sche Wild­bie­nen­art. Hüb­ner: „Sie wird oft für eine Hum­mel gehal­ten, ist aber nur eine ent­fern­te Cou­si­ne.” Im Gegen­satz zu Hum­meln und Honig­bie­nen leben Holz­bie­nen und vie­le ande­re Wild­bie­nen­ar­ten nicht in Staa­ten. Für ihre Nester nagen sie lan­ge Gän­ge in abge­stor­be­nem Holz und hin­ter­le­gen Pol­len als Nah­rung für ihre Lar­ven.

„Ob die Blaue Holz­bie­ne sich in die­sem Som­mer noch wei­ter in Bay­ern eta­bliert, wird die näch­ste Zäh­lung im Hoch­som­mer zei­gen”, so Hüb­ner. Sie fin­det vom 31. Juli bis zum 9. August statt. auf.”

Mehr Infos unter www​.lbv​.de/​i​n​s​e​k​t​e​n​s​o​m​mer.