Tipps & Tricks: Mit Mari­en­kä­fer & Co. gegen Läu­se und ande­re uner­wünsch­te Gar­ten­be­su­cher

Marienkäferlarve. Foto: Melani Marfeld
Marienkäferlarve. Foto: Melani Marfeld

Zum Tag des Gar­tens (14. Juni): Eine natur­na­he Arbeits­wei­se ohne Gift ver­treibt Schäd­lin­ge und schützt Nütz­lin­ge

Läu­se auf den Rosen, Schnecken am Salat, Apfel­wick­ler am Baum und Buchs­baum­züns­ler an den Hecken – wer im Gar­ten auf die Suche nach klei­nen Tier­chen geht, ent­deckt nicht nur will­kom­me­ne Gäste. Doch statt die Gift­sprit­ze zu zücken oder gleich die grü­ne Natur durch grau­en Schot­ter zu erset­zen, soll­ten lieb­ge­won­ne­ne Arten durch natur­na­hes Gärt­nern und „wil­de Ecken“ unter­stützt wer­den. „Die Natur selbst hält eine Fül­le von Mög­lich­kei­ten gegen uner­wünsch­te Gar­ten­be­su­cher bereit. Das kön­nen Nütz­lin­ge, wie Mei­sen oder Mari­en­kä­fer, sein oder Pflan­zen, wie Knob­lauch oder Laven­del. Wir brau­chen sie nur zu ken­nen und nut­zen“, sagt LBV-Spre­cher Mar­kus Erl­wein. Der LBV gibt Tipps, wie man sich gegen die Pla­ge­gei­ster im Gar­ten ohne Gift weh­ren kann.

Das Aus für die Laus

Sie sind lästig, häu­fig und lang­le­big: Blatt­läu­se exi­stie­ren seit mehr als 200 Mil­lio­nen Jah­ren auf der Erde. Bei uns kom­men rund 800 Arten vor. Ihre Namen ver­ra­ten meist etwas über ihre bevor­zug­ten Wirts­pflan­zen. Bekannt und häu­fig sind die Rosen­blatt­laus, die Grü­ne Pfir­sich­blatt­laus oder die Schwar­ze Boh­nen­laus. Mit ihren Saug­rüs­seln ste­chen sie die Lei­tungs­bah­nen ihrer Lieb­lings­pflan­ze an, um an die Eiwei­ße im Pflan­zen­saft zu kom­men. Die vie­len, für die Läu­se unver­dau­li­chen Koh­len­hy­dra­te wer­den als soge­nann­ter Honig­tau aus­ge­schie­den. „Das beste Mit­tel gegen Blatt­läu­se ist Ruhe bewah­ren und die natür­li­chen Fein­de die Arbeit über­neh­men las­sen“, so Erl­wein. „Den größ­ten Appe­tit auf Läu­se haben die Lar­ven von Mari­en­kä­fer und Flor­flie­ge. Bis zu 800 Blatt­läu­se am Tag kann eine Mari­en­kä­ferlar­ve ver­put­zen.“ Auch Ohr­wür­mer oder Schlupf­wes­pen fin­den Geschmack an den klei­nen Pla­ge­gei­stern und Blau­mei­sen nut­zen das reich­hal­ti­ge Büf­fet ger­ne für ihre Jun­gen­auf­zucht. Neh­men die Läu­se trotz­dem über­hand dann hel­fen ver­schie­den Pflan­zen­su­de oder ‑jau­chen. „Ein bewähr­tes Mit­tel gegen Blatt­läu­se ist ein Brennnes­sel­sud aus fri­schen Brennnes­seln und Was­ser, mit dem befal­le­ne Pflan­zen gegos­sen und abge­sprüht wer­den. Eine Brü­he aus Efeu­blät­ter löst auch kleb­ri­ge Läu­se von den Pflan­zen“, rät Mar­kus Erl­wein.

Pflan­zen schüt­zen heißt Nütz­lin­ge för­dern

Ein natur­na­her Gar­ten bie­tet vie­le natür­li­che Fress­fein­de gegen uner­wünsch­te Gar­ten­be­su­cher. Mit Nist­hil­fen für Vögel und Insek­ten kön­nen wir die Nütz­lin­ge unter­stüt­zen. „Ohr­wür­mer freu­en sich über einen umge­dreh­ten Blu­men­topf gefüllt mit trocke­nem Gras, Blät­tern oder Holz­wol­le“, so der LBV-Spre­cher. Schon bei der Pla­nung des Gemü­se­gar­tens kön­nen posi­ti­ve Aspek­te berück­sich­tigt und nütz­li­che Pflan­zen ein­ge­plant wer­den. So ver­trei­ben Knob­lauch oder Zwie­beln zwi­schen Kul­tur­pflan­zen nicht nur Blatt­läu­se, son­dern auch Wühl­mäu­se. Laven­del hält im Zier­beet die Läu­se von Rosen fern und Kapu­zi­ner­kres­se kann als Ablen­kung ange­pflanzt wer­den, denn sie zieht die Läu­se an. Oft hilft es auch, eine befal­le­ne Pflan­ze ein­fach umzu­set­zen.

Hil­fe gegen Schnecken

Vor Schnecken scheint im Gar­ten kein Blatt sicher zu sein. Vor allem Nackt­schnecken sind fast uner­sätt­lich. Gegen sie wirkt meist die Kom­bi­na­ti­on meh­re­rer Metho­den am besten. „Vie­le Nackt­schnecken im Gar­ten zei­gen, dass das natür­li­che Gleich­ge­wicht gestört ist“, sagt Erl­wein und ergänzt: „Auch Schnecken haben natür­li­che Fein­de wie Krö­ten, Igel und Blind­schlei­chen. Wir kön­nen sie mit Stein- und Holz­hau­fen oder wil­den Ecken in unse­ren Gar­ten locken.“ Schnecken brau­chen viel Feuch­tig­keit. Daher hilft es, den Boden um gefähr­de­te Pflan­zen offen zu hal­ten und um Bee­te eine brei­te Schicht aus Säge­mehl, Kalk und Kaf­fee­satz zu streu­en. „Kein Pro­blem sind die mei­sten Gehäu­se­schnecken. Sie leben über­wie­gend von totem Pflan­zen­ma­te­ri­al und die geschütz­te gro­ße Wein­berg­schnecke oder auch der Tiger­schne­gel fres­sen sogar die Eige­le­ge der Nackt­schnecken auf.“