Bam­ber­ger Grü­ne kri­ti­sie­ren, dass die Staats­re­gie­rung die Fahr­rad­prü­fun­gen für Viertklässler*innen ersatz­los absa­gen will

Vor Coro­na geschützt, aber im Ver­kehr nicht? – Appell­schrei­ben nach Mün­chen

Dass aus­ge­rech­net die Fahr­rad­prü­fun­gen der vier­ten Klas­sen in die­sem Schul­jahr abge­sagt wer­den sol­len, hal­ten die Stadträt*innen von Grü­nes Bam­berg für „eine völ­lig fal­sche Ent­schei­dung“. Chri­sti­an Hader, der mobi­li­täts­po­li­ti­sche Spre­cher sei­ner Frak­ti­on, wen­det sich nun mit sei­ner Kol­le­gin aus dem Baye­ri­schen Land­tag, Ursu­la Sowa, und wei­te­ren Frak­ti­ons­mit­glie­dern an die Baye­ri­sche Staats­re­gie­rung mit dem Appell, die­se Ent­schei­dung zu revi­die­ren.

„Vor­sichts­maß­nah­men wegen Coro­na sind natür­lich gebo­ten und müs­sen gewähr­lei­stet sein, aber eine kom­plet­te Absa­ge ist nicht gerecht­fer­tigt“, meint Hader. „Es ist so wich­tig, dass Kin­der ler­nen, sich sicher mit dem Fahr­rad im Stra­ßen­ver­kehr zu bewe­gen, und dass sie auf Gefah­ren vor­be­rei­tet sind. Die Fahr­rad­kur­se und ‑prü­fun­gen sind kein Luxus, son­dern eine unver­zicht­ba­re Not­wen­dig­keit, wenn man Ver­kehrs­si­cher­heit auch für Kin­der anstrebt.“

Grü­nen-Stadt­rä­tin Leo­nie Pfa­den­hau­er sieht außer­dem Par­al­le­len zu Frei­luft­sport­ar­ten, die neu­er­dings wie­der erlaubt sind: „Bei einer Fahr­rad­prü­fung in klei­nen Grup­pen kön­nen Abstands- und Hygie­ne­re­geln zwei­fel­los leicht ein­ge­hal­ten wer­den“, meint sie und hat des­halb kein Ver­ständ­nis für die Ent­schei­dung in Mün­chen.

Sowohl Bam­ber­ger Eltern als auch Lehr­kräf­te und Schul­lei­tun­gen haben ihre Ent­täu­schung an die Grü­nen her­an­ge­tra­gen und den Wunsch geäu­ßert, die Fahr­rad­prü­fun­gen doch noch durch­zu­füh­ren. Hader und sei­ne Kolleg*innen bit­ten auch die Stadt um Unter­stüt­zung, auf ein Umden­ken der Staats­re­gie­rung hin­zu­wir­ken.