Bau­staats­se­kre­tär Holet­schek im Gespräch mit Bür­ger­mei­stern aus Stadt und Land­kreis Bay­reuth

„Maß und Mit­te fin­den“ – Rad­we­ge-Lücken­schluss im Ahorn­tal zuge­sagt

Trafen sich zum Spitzengespräch mit Bürgermeistern aus dem Landkreis (von links): Bau- und Verkehrsstaatssekretär Klaus Holetschek, die Landtagsabgeordnete Gudrun Brendel-Fischer und Kurt Schnabel, Leiter des Staatlichen Bauamts Bayreuth.

Tra­fen sich zum Spit­zen­ge­spräch mit Bür­ger­mei­stern aus dem Land­kreis (von links): Bau- und Ver­kehrs­staats­se­kre­tär Klaus Holet­schek, die Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Gud­run Bren­del-Fischer und Kurt Schna­bel, Lei­ter des Staat­li­chen Bau­amts Bay­reuth.

Fahr­rad­fah­ren ist wie­der in. Und so stand bei einem Gespräch zwi­schen Bür­ger­mei­stern aus Stadt und Land­kreis Bay­reuth mit Bau- und Ver­kehrs­staats­se­kre­tär Klaus Holet­schek und Kurt Schna­bel, dem Lei­ter des Staat­li­chen Bau­amts Bay­reuth, auch das Rad­we­ge­netz in der Regi­on an erster Stel­le. Das Gespräch war auf Initia­ti­ve der Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Gud­run Bren­del-Fischer (CSU) zustan­de gekom­men. Für Ahorn­tal konn­te der Staats­se­kre­tär dabei auch eine gute Neu­ig­keit ver­kün­den: Der Frei­staat über­nimmt für die Brücke über den Ails­bach bei Frei­ahorn die Bau­ko­sten in Höhe von 250.000 Euro. „Das zeigt, dass Bay­ern hin­ter sei­nen Gebiets­kör­per­schaf­ten steht“, sag­te Holet­schek.

Der Lücken­schluss im Ahorn­tal hat­te sich seit Jah­ren ver­zö­gert. Der­zeit wür­den die tech­ni­schen Plä­ne für das 500 Meter lan­ge Teil­stück bei Frei­ahorn über­ar­bei­tet, sag­te Schna­bel. Wegen des dor­ti­gen FFH-Gebiets sei noch ein Was­ser­rechts­ver­fah­ren not­wen­dig. „Ich bin zuver­sicht­lich, dass wir in näch­ster Zeit mit der Maß­nah­me begin­nen kön­nen“, so der Bau­amts­chef.

In dem Gespräch rief Staats­se­kre­tär Holet­schek dazu auf, die Coro­na-Kri­se auch als Chan­ce zu begrei­fen, um dar­über nach­zu­den­ken, die eine oder ande­re Fle­xi­bi­li­sie­rung in die Nach-Coro­na-Zeit mit­zu­neh­men. Coro­na bie­te die Chan­ce, man­che Din­ge zu hin­ter­fra­gen, was frei­lich auch Mut erfor­de­re. Holet­schek zeig­te sich aber zuver­sicht­lich, dass dies dazu bei­tra­gen könn­te, wie­der „Maß und Mit­te“ zu fin­den. „Wir müs­sen ein­mal dar­über nach­den­ken, wel­che fach­li­chen Ein­wän­de bei Bau­pro­jek­ten wirk­lich not­wen­dig sind und wel­che nicht.

Die Abge­ord­ne­te Gud­run Bren­del-Fischer hat­te zuvor die beab­sich­tig­ten Ände­run­gen bei der baye­ri­schen Bau­ord­nung ange­spro­chen. Sie sprach die Hoff­nung aus, dass damit auch büro­kra­ti­sche Ent­la­stun­gen ein­her­ge­hen könn­ten. Dies sei bei­spiels­wei­se dadurch mög­lich, dass digi­ta­le Bau­ge­neh­mi­gun­gen auf den Weg gebracht wer­den sol­len, sag­te Holet­schek. Auch eine schnel­le­re und ein­fa­che­re Abwick­lung von Bau­ge­neh­mi­gun­gen soll mit den Ände­run­gen bei der Bau­ord­nung ein­her­ge­hen.

Bei den Bür­ger­mei­stern aus dem Land­kreis spiel­te vor allem der Wunsch nach Lücken­schlüs­sen im vor­han­de­nen Rad­we­ge­netz eine wich­ti­ge Rol­le. Bei­spiels­wei­se die vier bis fünf Kilo­me­ter zwi­schen Doos und Wai­schen­feld eine Ver­län­ge­rung des Rad­we­ges von War­men­stein­ach nach Fich­tel­berg, oder von Neun­kir­chen über Lehen nach Sey­bo­then­reuth.

Bür­ger­mei­ster Hans Wit­tau­er aus Wei­den­berg beklag­te, dass Ein­wän­de von Umwelt- und Natur­schutz­ver­bän­den den Rad­we­ge­bau ver­zö­ger­ten. „Da fehlt mir das Ver­ständ­nis dafür“, sag­te Wit­tau­er, schließ­lich sol­len ja Rad­we­ge gebaut wer­den, um den Stra­ßen­ver­kehr zu ent­la­sten, was doch im Sin­ne von Umwelt- und Natur­schutz­ver­bän­den sein soll­te.

Laut Bau­amts­chef Kurt Schna­bel sei es das ober­ste Ziel, durch­gän­gi­ge Rad­we­ge zu schaf­fen. Er bat aller­dings auch um Ver­ständ­nis, dass es bei­spiels­wei­se nicht in jedem Tal der Frän­ki­schen Schweiz mög­lich sei, einen Rad­weg ent­lang der Staats­stra­ße zu bau­en. Die Tal­la­gen bezeich­ne­te er als gigan­ti­sche Her­aus­for­de­rung auf­grund von FFH-Flä­chen, was­ser­recht­li­chen Vor­ga­ben oder der bestehen­den land­wirt­schaft­li­chen Nut­zung. Schnel­le Lösun­gen sei­en da oft nicht mög­lich.

Das Staat­li­che Bau­amt Bay­reuth ist nicht nur für den Stra­ßen­bau, son­dern auch für den Hoch­bau zustän­dig. Nach den Wor­ten von Behör­den­chef Schna­bel hat es einen Jah­res­etat von 120 bis 130 Mil­lio­nen Euro, wobei der Stra­ßen­bau den Hoch­bau mitt­ler­wei­le über­holt habe. Was die Stra­ße angeht, stün­den aktu­ell rund 50 Mil­lio­nen Euro für Bun­des- und zwölf Mil­lio­nen Euro für Staats­stra­ßen zur Ver­fü­gung. Die größ­ten Bau­pro­jek­te lägen der­zeit mit Orts­um­ge­hun­gen von Unter­stein­ach, Stadt­stein­ach und Kau­ern­dorf alle im Land­kreis Kulm­bach.