Bitt­amt in Sie­gritzau der Pfar­rei­en St. Johan­nes und St. Otti­lie Kersbach

Bitt­gang unter Ein­hal­tung der Hygie­ne­vor­schrif­ten / Foto: Ger­hard Hoch

Bitt­gang unter Ein­hal­tung der Hygie­ne­vor­schrif­ten / Foto: Ger­hard Hoch

Unter Ein­hal­tung aller Hygie­ne­maß­nah­men konn­te Dekan Pfr. Mar­tin Emge die Gläu­bi­ge, wel­che ein­zeln mit Auto, Fahr­rad oder auch zu Fuß nach Sie­gritzau gekom­men sind begrü­ßen. Wir haben es geschafft das unser Bitt­amt doch statt­fin­den kann. Unter Got­tes frei­er Natur und bei einem strah­len­den blau­en Him­mel wur­den die Sitz­ge­le­gen­hei­ten vor­schrifts­mä­ßig so gestellt das jeder sei­nen ein­zel­nen Platz hat­te und Fami­li­en auf Bän­ken sit­zen konnten.

In sei­ner Begrü­ßung freu­te sich Mar­tin Emge das er nach den vie­len Wochen wie­der mit Ker­s­ba­chern Got­tes­dienst fei­ern konn­te. Ihm zur Sei­te stand Dia­kon Chri­sti­an Wohl­fahrt, wel­cher in weni­gen Wochen zum Prie­ster geweiht wird.

In sei­ner Pre­digt ging Mar­tin auf das Leben mit dem Mund­schutz ein. Wir alle ken­nen den Mund­schutz vom Zahn­arzt oder aus dem Ope­ra­ti­ons­saal. Auch Men­schen, wel­che aus Asi­en stam­men tra­gen die­sen seit eh un je. Für uns war es am Anfang sehr unge­wöhn­lich, aber wir haben uns dar­an gewöhnt. Mas­ken mit viel Krea­ti­vi­tät kann man sehen, was die Mini­stran­ten live bestä­tig­ten. Der Mund­schutz ist manch­mal lästig, aber er schützt uns und andere.

Er bedeckt den Mund und fil­tert was da raus­kommt. Ist die­se Schutz­mas­ke nicht ide­al für alle Dorf­trat­schen und Quas­sel­strip­pen, Läste­rer und Schwät­zer, Klug­schei­ßer und Ange­ber, Gehäs­si­ge und Bos­haf­te, Über­trei­ber und Mies­ma­cher? Was da alles aus dem Mund her­aus­kommt, ist zum Teil hoch­gra­dig infek­ti­ös. Böse Viren, die läh­men und ver­let­zen und see­lisch töten kön­nen, so sei­ne Überlegung.

Der Nasen­schutz soll uns schüt­zen, wenn wir atmen. Er soll schäd­li­che Schweb­stof­fe in der Luft fil­tern. Damit kann er uns eini­ge Fra­gen stel­len: Haben wir den rich­ti­gen Rie­cher, was uns gut­tut? Bewe­gen wir uns in einer pas­sen­den Umge­bung? Was ver­stopft uns die Nase und unse­ren Geruchs­sinn? Sind wir noch sen­si­bel genug für das, was in der Luft liegt?

Die Geschich­te von den drei Sie­ben des Sokra­tes erin­nert uns an den Mund­schutz. Sie erzählt von einem Mann, der zu Sokra­tes kam, un ihm etwas erzäh­len woll­te. Sokra­tes frag­te ihn ob er denn sei­ne Erzäh­lung durch die drei Sie­be gefil­tert habe.

Das Sieb der Wahr­haf­tig­keit was bedeu­tet, ob er sich wirk­lich sicher ist, ob das stimmt und sei­ne Quel­le, aus der er die Infor­ma­tio­nen hat, auch die Wahr­heit berichtet

Das zwei­te Sieb ist die Güte. Macht es ande­re schlecht und ärgert sie es viel­leicht, wenn sie wüss­ten, dass Du dies erzählst.

Und das drit­te Sieb ist die Not­wen­dig­keit. Musst Du mir das wirk­lich sagen, muss ich das wirk­lich wis­sen, brau­che ich die­se Infor­ma­ti­on unbe­dingt und dringend?

In die­sen Tagen vor Pfing­sten erwar­ten wir den Hei­li­gen Geist als Bei­stand in unse­rer kon­kre­ten Situa­ti­on, unter wel­cher die Welt seit Wochen lei­det. Wir tra­gen unse­re Bit­ten vor Gott. Er möge uns hel­fen uns und erin­ne­re uns durch unse­ren Mund-Nase-Schutz, auf unse­re Bezie­hungs­hy­gie­ne zu ach­ten und uns und die ande­ren vor allem Bösen zu schützen.

Für­bit­ten für die Natur und für uns Men­schen in die­ser Pan­de­mie­zeit waren ein zen­tra­ler Punkt die­ses Got­tes­dien­stes. Mit dem Anruf Mari­ens, wel­che im Mai ja beson­ders gefei­ert wird und dem Wet­ter­se­gen ende­te der Got­tes­dienst. Die klei­ne Kapel­le in Sie­gritzau ein wirk­li­ches Klein­od liegt an dem 1100 km lan­gen frän­ki­schen Mari­en­weg und lädt zum Inne­hal­ten jeder­zeit ein.

Für die Pfarr­an­ge­hö­ri­gen war es ein Signal, das es einen Licht­blick auf Ver­än­de­run­gen in naher Zukunft gibt. Denn wer glaubt ist nie allein.