Bay­reuth: Tigers set­zen Aus­ru­fe­zei­chen und bin­den Kurt Davis für zwei Spielzeiten

Kurt Davis auch wei­ter­hin in Bay­reuth / Foto: Karo Vögel

Ledig­lich acht Par­tien waren ihm und dem Bay­reu­ther Publi­kum durch das abrup­te Sai­son­ende ver­gönnt, um sich anein­an­der zu gewöh­nen. Dass die­se jedoch –gera­de auch den Ver­ant­wort­li­chen für die Beur­tei­lung –völ­lig aus­reich­ten, um dem 33-jäh­ri­gen US-Boy ein­er­neu­tes Ange­bot zu unter­brei­ten, wird nun bestä­tigt. Davis unter­zeich­ne­te kürz­lich ein Arbeits­pa­pier, wel­ches für die kom­men­den zwei Spiel­zei­ten Gül­tig­keit besitzt. Dass Davis kei­ne lan­ge Anlauf­zeit benö­tigt, wur­de schnell klar, als der Anfang Febru­ar nach Ober­fran­ken gekom­me­ne Defen­der zum ersten Mal gegen Heil­bronn im Bay­reu­ther Tiger­kä­fig auflief.

Nach eine kal­ten Dusche in Form von vier auf­ein­an­der­fol­gen­den Tref­fern der Fal­ken star­te­ten die Tigers, ange­trie­ben vom dama­li­gen Neu­zu­gang Davis, eine unnach­ahm­li­che Auf­hol­jagd, die kurz vor dem Ende der regu­lä­ren Spiel­zeit ihren­vor­läu­fi­gen Höhe­punkt fand. Einen Quer­pass von Raja­la ver­wer­te­te Davis sechs Sekun­den vor der Sire­ne der regu­lä­ren Spiel­zeit mit einem Schlag­schuss von der blau­en Linie, was­den Aus­gleich zum 5:5 bedeu­te­te und Davi­dek im Shoo­t­out die Mög­lich­keit zum­Sieg­tref­fer bescher­te. Genau so schnell wie auf der Eis­flä­che fand sich Davis auch in der Kabi­ne und im Umfeld zurecht und deu­te­te sofort an, dass er einer der Akteu­re ist, der Ver­ant­wor­tung über­nimmt. „Bei Kurt freut es mich rich­tig, dass er bleibt. So haben wir neben Simon Karls­son einen wei­te­ren star­ken Offen­siv-Ver­tei­di­ger, der mit sei­ner Ruhe, sei­nen schlitt­schuh­läu­fe­ri­schen Qua­li­tä­ten und sei­nem Eis­hockey­ver­ständ­nis das Spiel eröff­nen kann und das Team ins­ge­samt stär­ker macht. Er ist eine Füh­rungs­per­sön­lich­keit, der außer­halb der Eis­flä­che ein sehr ruhi­ger Mensch ist, sich den­noch sehr schnell Akzep­tanz und ein hohes Anse­hen in der Mann­schaft erar­bei­tet hat“, merkt man Petri Kuja­la die Freu­de über die zustan­de gekom­meneVer­pflich­tung an. Vor sei­nem Wech­sel an den Roten Main war Davis in Nor­we­gen aktiv, wo er als einer der stärk­sten Offen­siv-Ver­tei­di­ger der Liga galt und bei sei­nem ersten Enga­ge­ment in den Jah­ren 2012–2014 zwei Mei­ster­schaf­ten mit den Sta­van­ger Oilers fei­ern konn­te, bevor er dem Ruf der Düs­sel­dor­fer EG folg­teund ins­ge­samt vier Spiel­zei­ten –die letz­te davon in Kre­feld –in der DEL aufs Eis ging und dort bei ins­ge­samt 221 Pflicht­spie­len stets zu den Lei­stungs­trä­gern sei­nes Teams zählte.

„Dass wir einen Spie­ler wie Kurt Davis an uns bin­den kön­nen, ist sicher nicht selbst­ver­ständ­lich, aber es hat ihm – eben­so wie sei­ner Lebens­ge­fähr­tin ‑von Anfang an in Bay­reuth sehr gut gefal­len und er hat sich sofort wohl gefühlt.

Umso mehr freue ich mich,dass der Ver­trag für2 Jah­re geschlos­sen wer­den konn­te. Der Umstand, dass Kurt län­ger­fri­stig an einem Ort blei­ben und spie­len woll­te, kam uns ent­ge­gen und so konn­ten wir auf­grund der Lauf­zeit von zwei Spiel­zei­ten auch mit unse­ren Kon­di­tio­nen, die in die­sem Fall sicher nicht dem übli­chen Markt­ge­wohn­hei­ten ent­spre­chen, punk­ten und Kurt von uns über­zeu­gen. Wir haben mit ihm nicht nur einen exzel­len­ten Spie­ler auf der Eis­flä­che, son­dern auch eine star­ke Füh­rungs­per­sön­lich­keit neben dem Eis, wel­che den Bay­reuth Tigers zukünf­tig in vie­len Belan­gen sehr gut tun wird“, sieht Tigers-Geschäfts­füh­rer Mat­thi­as Wen­del die Wei­ter­ver­pflich­tung äußerst posi­tiv. Kurt, der sich mit sei­ner Fami­lie daheim in Min­ne­so­ta befin­det und sich auf die neue Spiel­zeit vor­be­rei­tet, hat uns einen kur­zen Ein­blick über sei­ne der­zei­ti­ge Situa­ti­on geben können.

Hal­lo Kurt, schön dich wei­ter­hin im Bay­reu­ther Tri­kot zu sehen. Wie ist dei­ne Ent­schei­dung für die Tigers gefallen?

Kurt Davis: Ange­sichts der der­zei­ti­gen Lage, in der sich die gan­ze Welt befin­det, woll­te ich mich nicht dar­auf ein­las­sen, nach irgend­wel­chen Ver­ei­nen zu suchen. Zudem waren wir sehr erfolg­reich, als ich in der abge­lau­fe­nen Sai­son zum Team gesto­ßen bin. Wir konn­ten gute Ver­ein­ba­run­gen, was das Team anbe­trifft, tref­fen und das hat mir mei­nen Ent­schluss sehr erleich­tert, nach Bay­reuth zurückzukehren.

Du konn­test, auf­grund der der­zei­ti­gen Situa­ti­on und dem plötz­li­chen Sai­son­ende, nur acht Spie­le bestrei­ten, die­se­mit sie­ben Sie­gen aber sehr erfolg­reich­ge­stal­ten. Wie hast du Bay­reuth, die Liga und das Team in die­ser Zeit erlebt?

Kurt Davis: Man kann sehr zufrie­den sein, wie die Mann­schaft die letz­ten acht Spie­le per­for­med hat. Wir hat­ten gro­ßes Selbst­ver­trau­en und ich glau­be, unse­re Lei­stung zu der Zeit hat die ursprüng­li­chen Erwar­tun­gen sogar noch über­trof­fen. Bay­reuth war aber ins­ge­samt in der zwei­ten­Sai­son­hälf­te eine ganz ande­re Mann­schaft und hat das ein­drucks­voll bewie­sen. Mit mei­nem per­sön­li­chen Spiel war ich schon zufrie­den. Ich den­ke, wir sind in der Liga abso­lut konkurrenzfähig.

Die Abrei­se aus Bay­reuth war für eini­ge Jungs recht unge­wöhn­lich –auch und gera­de für dich persönlich?

Kurt Davis: Oh ja. Wir hat­ten die­ses Jahr eine ziem­lich ver­rück­te Heim­rei­se. Eine Woche mit Flugstor­nie­run­gen, Umbu­chun­gen, meh­re­ren Hotel­auf­ent­hal­ten und Fahr­ten durchs gan­ze Land, wie­der Stor­nie­run­gen etc. Aber am Ende haben wir einen Weg gefun­den, nach Hau­se zu kommen,und das ist alles, was unter den gege­be­nen Umstän­den gezählt hat.

Du bist, wie ange­spro­chen, der­zeit zu Hau­se. Wie geht es dir und wie ist die Situa­ti­on bei dir vor Ort, kannst du so trai­nie­ren, wie du möchtest?

Kurt Davis: Die Situa­ti­on um Coro­na zwingt uns natür­lich dazu, viel zu Hau­se zu blei­ben. Aber mit einem acht Mona­te alten­Ba­by ist es natür­lich auch schön, viel Zeit ver­brin­gen zu kön­nen und beob­ach­ten zu dür­fen, wie sich die Klei­ne ent­wickelt. Wir ver­brin­gen jetzt auch viel Zeit bei mei­ner Fami­lie, die im Nor­den Min­ne­so­tas ein Haus am See hat. So gehen wir öfter raus und genie­ßen Boots­fahr­ten. Und kürz­lich haben hier die Golf­plät­ze geöff­net. Ich ver­su­che alle paar Tage raus zu kommen,um ein biss­chen spie­len zu kön­nen. Das eigent­li­che Trai­ning ist etwas anders als sonst. Sport­stät­ten und Eis­hal­len sind der­zeit noch geschlossen,aber ich habe ein klei­nes Fit­ness­stu­dio bei mir zu Hau­se, das mir erlaubt, Kraft­trai­ning zu machen und in Form zu blei­ben. Ich wer­de das Trai­ning im Som­mer wei­ter anzie­hen und sicher­lich sehr viel auf dem Eis sein, sobald die Eis­hal­len wie­der geöff­net werden.

Kurt, vie­len Dank für dei­ne Ein­drücke. Wir wün­schen dir und der Fami­lie eine gute Zeit und freu­en uns, dich im August wie­der in Bay­reuth begrü­ßen zu dürfen.

-av-

Kader 2020/​21Trainer: Petri Kuja­la­Tor­hü­ter: Timo Herden,Marco Wöl­flVer­tei­di­gung: Simon Karls­son, Mar­tin Hei­der, Lub­or Poko­vic, Gustav Vei­sert, Kurt Davis­Stür­mer: Vil­le Jär­veläi­nen, Mar­kus Lil­lich, Kevin Kunz, Juu­so Raja­la, Dani Bindels