Bund unter­stützt Mistel­gau­er Kul­tur­denk­mal – 150.000 Euro für “Fen­ster­schür­zen­haus”

Dr. Sil­ke Lau­nert (links) und die Vor­sit­zen­de des Ver­eins „Ret­tet die Fach­werk- und Sand­stein­häu­ser“ Bri­git­te Trausch vor dem „Fen­ster­schür­zen­haus“ in Mistel­gau. / Foto: Pri­vat

Mistelgau/​Berlin. Im Rah­men des Denk­mal­schutz-Son­der­pro­gramms hat der Haus­halts­aus­schuss des Bun­des­ta­ges 150.000 Euro für die Sanie­rung des „Fen­ster­schür­zen­hau­ses“ in Mistel­gau (Land­kreis Bay­reuth) bewil­ligt. Das teilt die CSU-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Dr. Sil­ke Lau­nert (Bayreuth/​Forchheim) mit. Lau­nert ist stell­ver­tre­ten­des Mit­glied des Haus­halts­aus­schus­ses und hat­te sich in der Ver­gan­gen­heit für das Pro­jekt stark gemacht.

Auf Initia­ti­ve des Ver­eins „Ret­tet die Fach­werk- und Sand­stein­häu­ser“ und mit Unter­stüt­zung der bay­ern­weit akti­ven, bür­ger­schaft­li­chen Initia­ti­ve Kul­tur­er­be Bay­ern soll mit Hil­fe des Gel­des das Sand­stein­haus in der Bahn­hof­stra­ße 5 in Mistel­gau mit sei­nen schmucken Ver­zie­run­gen, soge­nann­ten Fen­ster­schür­zen, instand gesetzt und wie­der bewohn­bar gemacht wer­den.

2018 hat­te der Ver­ein „Ret­tet die Fach­werk- und Sand­stein­häu­ser“ das denk­mal­ge­schütz­te Haus erwor­ben. Vier unter­schied­li­che Fen­ster­schür­zen schmücken des­sen Fas­sa­de, dar­un­ter ein abso­lu­tes Uni­kat: Eine etwa ein Qua­drat­me­ter gro­ße Fen­ster­schür­ze unter dem Gie­bel­fen­ster zeigt eine Gei­ge mit Bogen umge­ben von Kla­ri­net­te und Flö­te. Die hand­ge­mei­ßel­ten Musik­in­stru­men­te erin­nern dar­an, dass der ein­sti­ge Bau­herr Kon­rad Knörl, der das Haus 1837 nach einem Dorf­brand errich­tet hat­te, als Musi­ker die­se Instru­men­te spiel­te.

Fen­ster­schür­zen sind eine ein­zig­ar­ti­ge und ein­ma­li­ge Kunst­form an den meist zur Stra­ße hin aus­ge­rich­te­ten Gie­beln bei Bau­ern­häu­sern aus Sand­stein in der frü­he­ren Mark­graf­schaft Bay­reuth-Kulm­bach. Mit den kunst­vol­len Ver­zie­run­gen woll­ten die Bau­ern ihren Wohl­stand demon­strie­ren.