Wich­ti­ge Ent­schei­dun­gen für das Bezirks­kran­ken­haus Bayreuth

Wich­ti­ge Ent­schei­dun­gen für das Bezirks­kran­ken­haus Bayreuth

Die gest­ri­ge Bezirks­aus­schuss­sit­zung / Foto: Sophie Zeuß

Fast eine hal­be Mil­li­ar­de Euro inve­stiert der Bezirk Ober­fran­ken in den kom­men­den Jah­ren in sei­ne Kran­ken­häu­ser. Zwei wich­ti­ge Ent­schei­dun­gen für die Wei­ter­ent­wick­lung des Bezirks­kran­ken­hau­ses Bay­reuth tra­fen Bezirks­aus­schuss und der direkt im Anschluss tagen­de Ver­wal­tungs­rat der „Gesund­heits­ein­rich­tun­gen des Bezirks Ober­fran­ken“ (GeBO).

Zunächst beschäf­tig­te sich der Bezirks­aus­schuss mit der not­wen­di­gen räum­li­chen Ver­grö­ße­rung der Kli­nik­schu­le Ober­fran­ken im Rah­men der Erhö­hung der Bet­ten­zahl in der Kin­der- und Jugend­psych­ia­trie in Bay­reuth. Hier­für wird zeit­nah ein Inte­rims­ge­bäu­de errich­tet. „Wir lei­sten mit dem Neu­bau der Kin­der- und Jugend­psych­ia­trie einen wich­ti­gen Bei­trag für die bedarfs­ge­rech­te Ver­sor­gung psy­chisch kran­ker Kin­der und Jugend­li­cher in Ober­fran­ken. Wir war­ten nicht bis zur gro­ßen Lösung, son­dern wir sor­gen dafür, dass zeit­ge­recht gehol­fen wer­den kann“, so Bezirks­tags­prä­si­dent Hen­ry Schramm.

Mit der Erwei­te­rung auf 60 Bet­ten und 14 tages­kli­ni­sche Plät­ze im März 2020, besteht nun auch mehr Platz­be­darf für die Kli­nik­schu­le Ober­fran­ken, in der die Kin­der wäh­rend ihres meist mehr­mo­na­ti­gen Kli­nik­auf­ent­hal­tes beschult wer­den. Der Bezirk Ober­fran­ken muss als Sach­auf­wands­trä­ger der Schu­le zeit­ge­recht zusätz­li­che Raum­ka­pa­zi­tä­ten bereit­stel­len. In dem für die Kin­der- und Jugend­psych­ia­trie für 3,1 Mil­lio­nen Euro vor­ge­se­he­nen Inte­rims­ge­bäu­de wer­den rund 90 m² für einen Klas­sen­raum und drei wei­te­re Räu­me zur Dif­fe­ren­zie­rung für die Kli­nik­schu­le ein­ge­plant. Die antei­li­gen Kosten dafür belau­fen sich auf etwa 400.000 Euro. Der Bezirks­aus­schuss sicher­te zu, die Kosten für die erfor­der­li­chen Schul­räu­me zu über­neh­men. Ins­ge­samt sprach sich der Bezirks­aus­schuss für einen Inve­sti­ti­ons­zu­schuss von 1.225.000 Euro an die GeBO aus. Mit die­sem Gesamt­be­trag unter­stützt der Bezirk die Errich­tung des Inte­rims­ge­bäu­des für die Kin­der- und Jugend­psych­ia­trie mit 24 Bet­ten und die Kli­nik­schu­le. Der gro­ße Neu­bau der Kin­der- und Jugend­psych­ia­trie soll ab 2022 für über 30 Mil­lio­nen Euro ver­wirk­licht werden.

Neu­bau des Heil­päd­ago­gi­schen Bereichs auf den Weg gebracht

Zudem gab es eine Ent­schei­dung des Bezirks­aus­schus­ses zum geplan­ten Neu­bau des Heil­päd­ago­gi­schen Bereichs („H‑Station“) in Bay­reuth, in dem psy­chisch kran­ke Men­schen mit gei­sti­ger Behin­de­rung behan­delt wer­den. Der Aus­schuss akzep­tier­te die Ent­schei­dung der Regie­rung von Ober­fran­ken, von den vor­aus­sicht­li­chen Gesamt­ko­sten in Höhe von rund 10 Mil­lio­nen Euro gut 7,5 Mil­lio­nen als för­der­fä­hi­ge Kosten anzu­er­ken­nen. Für den nicht von staat­li­chen För­der­mit­teln gedeck­ten Eigen­an­teil von etwa 2,4 Mil­lio­nen Euro stell­te der Bezirks­aus­schuss einen Inve­sti­ti­ons­ko­sten­zu­schuss in Höhe von 50 % an die GeBO, also etwa 1,2 Mil­lio­nen Euro, in Aus­sicht. Gemein­sa­mes Ziel von Bezirk und GeBO ist es für das Pro­jekt eine Auf­nah­me in das Jah­res­kran­ken­haus­bau­pro­gramm zu erreichen.

Rah­men­ver­trag für Pflegestützpunkte 

In einem wei­te­ren Tages­ord­nungs­punkt stimm­te der Bezirks­aus­schuss dem neu­en Rah­men­ver­trag zur Ein­rich­tung so genann­ter Pfle­ge­stütz­punk­te in Bay­ern zu. Der Rah­men­ver­trag, auf den sich die Lan­des­ver­bän­de der Kran­ken- und Pfle­ge­kas­sen mit den kom­mu­na­len Spit­zen­ver­bän­den geei­nigt haben, schafft Pla­nungs­si­cher­heit für die Errich­tung wei­te­rer Pfle­ge­stütz­punk­te in Ober­fran­ken. Pfle­ge­stütz­punk­te bie­ten eine kosten­lo­se Bera­tung zu allen The­men rund um die Pfle­ge und ste­hen allen Bür­gern offen. In sei­nem Vor­trag wies Sozi­al­pla­ner Robert Stiefler jedoch dar­auf hin, dass er der­zeit kei­nen Man­gel an Bera­tungs­an­ge­bo­te im Bereich der Pfle­ge sehe. Es gebe bereits sehr dif­fe­ren­zier­te und regio­nal eta­blier­te Hilfs­mög­lich­kei­ten. Auch der Bezirk Ober­fran­ken bie­te mit regel­mä­ßi­gen Sprech­ta­gen in den Land­rats­äm­tern, in der Ser­vice­stel­le in Bam­berg und in der Sozi­al­ver­wal­tung umfas­sen­de Bera­tungs­an­ge­bo­te zur Hil­fe zur Pfle­ge an. Par­al­lel­struk­tu­ren soll­ten ver­mie­den wer­den. Zusätz­li­che Pfle­ge­stütz­punk­te soll­ten daher nur dann errich­tet wer­den, wenn dafür vor Ort ein Bedarf besteht.

Kri­sen­dienst soll im Okto­ber starten

Für Men­schen, die in psy­chi­sche Kri­sen gera­ten, soll es noch in die­sem Jahr einen eige­nen Kri­sen­dienst in Ober­fran­ken geben. Den psy­cho­so­zia­len Kri­sen­dienst kann jeder in Anspruch neh­men, der sich in einer Not­si­tua­ti­on befin­det. Die vom Bezirk und dem Frei­staat Bay­ern finan­zier­te zen­tra­le Leit­stel­le, die an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr tele­fo­nisch erreich­bar sein wird, wird bei der Dr. Loew Sozia­le Dienst­lei­stun­gen GmbH in Bay­reuth ange­sie­delt. Dane­ben wird es zahl­rei­che ambu­lant auf­su­chen­de Teams geben, die jeweils aus zwei Fach­leu­ten bestehen und nach ihrer Anfor­de­rung durch die Leit­stel­le spä­te­stens inner­halb einer Stun­de an jedem Ort in Ober­fran­ken sein wer­den. Die mobi­len Teams wer­den aus­schließ­lich vom Bezirk finan­ziert. Hier­für sol­len künf­tig jähr­lich rund 1,5 Mil­lio­nen Euro bereit­ge­stellt wer­den. Laut Bezirks­tags­prä­si­dent Hen­ry Schramm wird eine Inbe­trieb­nah­me im spä­ten Herbst ange­strebt: „Mit dem Kri­sen­dienst schlie­ßen wir eine Lücke im bis­he­ri­gen Ver­sor­gungs­an­ge­bot und zwar flä­chen­deckend in ganz Oberfranken.“