IMPULS wäh­rend der stil­len Zeit ohne Gottesdienste

Systemrelevant

Das Wort „system­re­le­vant“ hat gute Chan­cen 2020 zum Wort des Jah­res gekürt zu wer­den. Poli­ti­ker neh­men es selbst­ver­ständ­lich in den Mund, um Ent­schei­dun­gen im Coro­na Zeit­al­ter zu begrün­den oder zu recht­fer­ti­gen. Und wenn eine Sache, eine Ent­schei­dung, ein Beruf, … system­re­le­vant ist, dann ist sie oder er auch über jeden Zwei­fel erha­ben. Ist es aber wirk­lich so ein­deu­tig, wenn System­re­le­vanz vor­liegt? Was ver­steht ein Kind, ein Alten­heim­be­woh­ner, ein Dik­ta­tor, ein Kom­mu­nist, ein gläu­bi­ger Mensch, ein …unter system­re­le­vant? Hier ein Text von Made­lei­ne Debrell, die als Mysti­ke­rin der Stra­ße bezeich­net wird,und für die Gott im All­tag zur System­re­le­vanz schlecht­hin gehört: Für uns ist die täg­li­che Nah­rung nicht nur das Brot; für uns muss auch jeder Mensch die Mög­lich­keit haben, sei­ne wah­re Bestim­mung zu erken­nen. Krieg, Hun­ger und Unter­drückung als Glück­zu bezeich­nen wäre Ver­rat an Christus.

Aber es wäre auch Ver­rat an Chri­stus, nicht dar­an zu den­ken, dass die beschei­den­ste Vor­stel­lung von Gott für die Welt mehr bedeu­tet als alle For­schungs­in­sti­tu­te und Biblio­the­ken. Man muss es ein­mal deut­lich sagen: Inei­ner Welt, in der das nicht mehr gilt, wären viel­leicht die Tel­ler gefüllt, es gäbe vie­le Woh­nun­gen, die Biblio­the­ken wären glän­zend aus­ge­stat­tet. Wenn aber das lebens­wich­ti­ge Mini­mum fehl­te, müss­te die mensch­li­che Ver­nunft inmit­ten allen Wohl­stands an Hun­ger und Ver­zweif­lung zugrun­de gehen. Die­ser Ver­zweif­lung der mensch­li­chen Ver­nunft wol­len wir nicht Vor­schub leisten.Annette Schlein­zer (Hg) in: Made­lei­ne Debrell, Gott­ei­nen Ort sichern, Tex­te, Gedich­te, Gebe­te, S. 136f.

Georg Zamet­zer

IMPULS ist eine Arti­kel­se­rie des Katho­li­schen Seel­sor­ge­be­reichs Hausen-Heroldsbach
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