Umsatz­steu­er­re­du­zie­rung für die Gastro­no­mie: Stel­lung­nah­me des DEHO­GA Bay­ern

„Wir benö­ti­gen wei­te­re Maß­nah­men für die Bran­che, ins­be­son­de­re für geträn­ke­ori­en­tier­te Betrie­be, die nicht durch die gestern getrof­fe­nen Beschlüs­se pro­fi­tie­ren, aber genau­so wich­ti­ge Bestand­tei­le unse­rer geleb­ten Kul­tur sind“

„Die Redu­zie­rung des Umsatz­steu­er­sat­zes auf Spei­sen ist ein enorm wich­ti­ges Signal an die Bran­che“, kom­men­tiert Ange­la Insel­kam­mer, Prä­si­den­tin des Baye­ri­schen Hotel- und Gast­stät­ten­ver­ban­des DEHO­GA Bay­ern das Ergeb­nis des Koali­ti­ons­aus­schus­ses. Die­ser hat­te in der ver­gan­ge­nen Nacht beschlos­sen, ab 1. Juli die Umsatz­steu­er in der Gastro­no­mie für Spei­sen für ein Jahr auf 7 Pro­zent zu sen­ken.

Zugleich spricht Insel­kam­mer Dank aus: „Man muss aner­ken­nen, wie viel der­zeit „die Poli­tik“ in einer bis­her völ­lig unbe­kann­ten Kri­sen­si­tua­ti­on lei­stet.“ Expli­zit dankt sie dem Baye­ri­schen Mini­ster­prä­si­den­ten Mar­kus Söder, ohne den die­ser wich­ti­ge Kom­pro­miss für über 40.000 gast­ge­werb­li­che Betrie­be mit 447.000 Erwerbs­tä­ti­gen allein in Bay­ern über­haupt nicht zustan­de gekom­men wäre. „Er hat sich gleich im Nach­gang zu den Ver­hand­lun­gen bei uns gemel­det und ver­si­chert, dass er auch wei­ter für eine dau­er­haf­te Redu­zie­rung kämp­fen wird“, berich­tet Insel­kam­mer und ergänzt: „Es ist immer bes­ser, Betrie­be in die Lage zu ver­set­zen, wirt­schaft­lich über­le­ben zu kön­nen und dadurch hun­dert­tau­sen­de an Arbeits­plät­ze zu 100 Pro­zent Lohn zu sichern, als Gel­der nur in die Erhö­hung von Kurz­ar­bei­ter­geld zu stecken, wie die SPD es vor­hat­te.“ Dies gilt umso mehr, da die Bran­che nicht auf­grund indi­vi­du­el­ler Feh­ler Umsatz­ein­brü­che zu ver­zeich­nen hat, son­dern die Betrie­be geschlos­sen wur­den, um die Gesund­heit der Bevöl­ke­rung zu gewähr­lei­sten.

Wie wich­tig die Umsatz­steu­er­re­du­zie­rung ist, zei­gen auch die Ergeb­nis­se einer aktu­el­len Umfra­ge, an der rund 3.500 gast­ge­werb­li­che Betrie­be in Bay­ern teil­ge­nom­men haben. Dem­nach sehen an erster Stel­le 93 Pro­zent die redu­zier­te Umsatz­steu­er als not­wen­di­ge Maß­nah­me im Über­le­bens­kampf gegen die Coro­na-Kri­se. Soll­te es zu einer Wie­der­eröff­nung der Bran­che unter den der­zeit andis­ku­tier­ten Abstands­re­ge­lun­gen kom­men, gehen die Betrie­be von 53 Pro­zent Umsatz­rück­gang aus. Gleich­zei­tig wür­den jedoch laut Umfra­ge 69 Pro­zent des durch­schnitt­li­chen Umsat­zes benö­tigt, um ein erfolg­rei­ches Wie­der­hoch­fah­ren zu gewähr­lei­sten. Durch die Anwen­dung des redu­zier­ten Umsatz­steu­er­sat­zes kann die­ser Fehl­be­trag zumin­dest teil­wei­se kom­pen­siert wer­den. Aus die­sem Grund wird es auch kei­ne Preis­re­du­zie­run­gen geben kön­nen, die­se hat­te die Bran­che auch nie ver­spro­chen. Im Gegen­teil: Es wur­de immer dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die Betrie­be die zwölf Pro­zent­punk­te mehr an Ren­di­te bei ihrem Über­le­bens­kampf benö­ti­gen.

Nach wie vor unbe­ant­wor­tet bleibt die Fra­ge nach einem mög­li­chen Öff­nungs­ter­min für gast­ge­werb­li­che Betrie­be. „Wir brau­chen drin­gend eine Per­spek­ti­ve, wann unse­re Betrie­be wie­der öff­nen dür­fen, wobei jeg­li­che Locke­rungs-Maß­nah­men einen über­le­bens­fä­hi­gen Umsatz ermög­li­chen müs­sen“, erläu­tert Ange­la Insel­kam­mer: „Um die Kri­se über­le­ben zu kön­nen, brau­chen wir die Bil­dung eines Hilfs­fonds mit direk­ten Finanz­hil­fen für alle Betriebs­ty­pen. Ins­be­son­de­re für die­je­ni­gen, die bis­lang noch nicht von getrof­fe­nen Maß­nah­men pro­fi­tiert haben, aber genau­so wich­ti­ge Bestand­tei­le unse­rer Kul­tur sind. Ich den­ke an die vie­len Clubs, Bars, Dis­ko­the­ken und ande­re geträn­ke­gepräg­te Betrie­be, die zudem wohl am läng­sten auf eine Wie­der­eröff­nung war­ten müs­sen.“