Wer hört den ersten Kuckuck rufen?

Kuckuck. Foto: Pixabay
Kuckuck. Foto: Pixabay

Jetzt wie­der Kuckuck-Ruf mel­den – 13 Jah­re erfolg­rei­che Mit­mach-Akti­on – ändert sich die Ankunftszeit?

Wenn der mar­kan­te Ruf des Kuckucks erklingt, ist der Früh­ling auch in Bay­ern in vol­lem Gan­ge. Die ersten der belieb­ten Vögel sind bereits wie­der im Frei­staat zu hören. Der LBV ruft des­halb bereits zum 13. Mal alle Bay­ern dazu auf, ihren ersten rufen­den Kuckuck des Jah­res zu mel­den. „Wir wol­len mit Hil­fe der gesam­mel­ten Daten her­aus­fin­den, ob sich die Ankunfts­zeit des Kuckucks lang­fri­stig ver­än­dert, zum Bei­spiel als Anpas­sung an den Kli­ma­wan­del“, erklärt die LBV-Bio­lo­gin Anne Schnei­der. Da der Kuckuck-Bestand in Deutsch­land auf dem Rück­gang ist, sucht der LBV nach Ursa­chen und jeder kann an dem For­schungs­pro­jekt teil­neh­men: ein­fach unter www​.lbv​.de/​k​u​c​k​uck mel­den, wann und wo der erste Kuckuck gehört wur­de. Auf der Live-Kar­te kann außer­dem die Ankunft des Kuckucks in Bay­ern mit­ver­folgt werden.

Die LBV-Mit­mach­ak­ti­on zum ersten Kuckuck-Ruf des Jah­res ist eine ech­te Erfolgs­ge­schich­te. „In den ver­gan­ge­nen zwölf Jah­ren betei­lig­ten sich bay­ern­weit immer mehr Natur­freun­de an der Mit­mach­ak­ti­on“, sagt Anne Schnei­der. 2019 freu­te sich der LBV über knapp 6.500 Mel­dun­gen von baye­ri­schen Natur­freun­den mit dem ersten Kuckuck-Ruf des Jah­res. Ab Ende März, waren im letz­ten Jahr die ersten cha­rak­te­ri­sti­schen Rufe der Kuckuck-Männ­chen zu hören und zwar meist in Ober­bay­ern, Ober­fran­ken und Mit­tel­fran­ken. „Der gro­ße Kuckucks-Ansturm kam dann Mit­te bis Ende April nach Bay­ern“, so Schnei­der. Damit das Citi­zen-Sci­ence-Pro­jekt zur Ankunft der Zug­vö­gel auch die­ses Jahr vie­le auf­schluss­rei­che Daten erhält, rät sie: Jetzt beim Spa­zie­ren­ge­hen die Ohren spit­zen und gleich den ersten Kuckuck mel­den unter www​.lbv​.de/​k​u​c​k​uck!

Die ersten Kuckucke für 2020 wur­den dem LBV bereits gemel­det und zwar war der erste Ruf am 14. März in Leuch­ten­berg in der Ober­pfalz (Land­kreis Neu­stadt a.d. Wald­naab) zu hören. Bis Ende März tra­fen auch in den übri­gen Regio­nen Bay­erns die ersten Vögel ein. Mit dem gro­ßen Kuckuck-Ansturm ist aber erst in die­sen Tagen zu rech­nen: „Im Jah­res­ver­gleich von 2008 bis 2019 zeigt sich, dass bis auf 2017 die Mehr­heit der Kuckuck-Mel­dun­gen immer in der zwei­ten April­hälf­te ein­gin­gen“, sagt Schnei­der. Im Jahr 2017 wur­de, bedingt durch das küh­le Früh­jahr, der Groß­teil der Mel­dun­gen erst Anfang Mai und damit etwa eine Woche spä­ter als im Durch­schnitt gemel­det. „Kuckucke rufen vor allem bei gutem Wet­ter. Schwan­kun­gen in den Daten kön­nen des­halb auch wit­te­rungs­be­dingt sein anstatt eines Anzei­chens dafür, dass sich der Zug­vo­gel an Kli­ma­än­de­run­gen anpasst,“ so die LBV-Bio­lo­gin weiter.

Vor­sicht Ver­wechs­lungs­ge­fahr! „Der kur­ze, prä­gnan­te Kuckuck-Ruf kann manch­mal mit dem ähn­lich klin­gen­den, lang­ge­zo­ge­nen Balz­ruf der Tür­ken­tau­be ver­wech­selt wer­den“, sagt die LBV-Arten­schüt­ze­rin. Wer sich nicht sicher ist, ob der gehör­te Kuckuck-Ruf vom Ori­gi­nal oder der „Fäl­schung“ stammt kann auf der LBV-Home­page den „Ruf-Check“ mit Hör­bei­spie­len machen.

Der Bestand des Kuckucks ist deutsch­land­weit rück­läu­fig. Die Ursa­chen dafür sind kom­plex. Des­halb unter­sucht und erforscht der LBV die Bio­lo­gie der Vogel­art über ihren gesam­ten Lebens­zy­klus. „Der Grund für den Bestands­rück­gang des Kuckucks liegt in einem gan­zen Bün­del von unter­schied­li­chen Effek­ten im Brut­ge­biet, auf dem Vogel­zug und in den Rast- und Über­win­te­rungs­ge­bie­ten“, erklärt Schnei­der. Mit der Samm­lung lang­jäh­ri­ger Daten­rei­hen zur Kuckucks­an­kunft im Brut­ge­biet möch­te der LBV unter­su­chen, inwie­weit der Kli­ma­wan­del mit­ver­ant­wort­lich ist. Denn eini­ge Wirts­vö­gel des Brut­pa­ra­si­ten, die im Mit­tel­meer­raum über­win­tern, keh­ren frü­her in ihre Brut­ge­bie­te zurück. Für die erfolg­rei­che Fort­pflan­zung muss sich der Kuckuck aber genau auf das Brut­ge­sche­hen sei­ner Wirts­vö­gel abstimmen.