Coro­na-Kri­se: Baye­ri­sche Staats­re­gie­rung setzt auf sie­ben Pro­zent Umsatz­steu­er für die Gastro­no­mie

Söder bezeich­net die Ein­füh­rung des redu­zier­ten Umsatz­steu­er­sat­zes als “Kern­for­de­rung” Bay­erns gegen­über Bund

Die heu­te im baye­ri­schen Kabi­nett getrof­fe­nen Ent­schei­dun­gen zu den Coro­na-Maß­nah­men zei­gen, dass aus wirt­schaft­li­cher Sicht das Gast­ge­wer­be die haupt­be­trof­fe­ne Bran­che ist. „Kein Unter­neh­men ver­kraf­tet es, wenn der Umsatz für meh­re­re Mona­te zu 100 Pro­zent weg­fällt“, erläu­tert Ange­la Insel­kam­mer, Prä­si­den­tin des Baye­ri­schen Hotel- und Gast­stät­ten­ver­ban­des DEHO­GA Bay­ern, „doch im Gegen­satz zu ande­ren Bran­chen waren unse­re Betrie­be die ersten, die geschlos­sen wur­den, und wer­den die letz­ten sein, die wie­der öff­nen dür­fen.

Erschwe­rend kommt hin­zu, dass es im Gast­ge­wer­be kei­ne Nach­hol­ef­fek­te gibt.“ Vor die­sem Hin­ter­grund war die Äuße­rung von Bay­erns Mini­ster­prä­si­den­ten Dr. Mar­kus Söder enorm wich­tig, dass man „der Bran­che wei­ter hel­fen“ wol­le, „sei es mit finan­zi­el­len Mög­lich­kei­ten, sei es mit der Tat­sa­che, dass wir uns sehr dafür ein­set­zen, einen ermä­ßig­ten Mehr­wert­steu­er­satz von sie­ben Pro­zent, das ist eine Kern­for­de­rung die­ser Baye­ri­schen Staats­re­gie­rung, gegen­über dem Bund durch­zu­set­zen.“ Mit sie­ben statt 19 Pro­zent Umsatz­steu­er könn­ten Umsatz­aus­fäl­le zumin­dest ein wenig kom­pen­siert wer­den – und das völ­lig unbü­ro­kra­tisch, antrags­los und sofort wirk­sam. Der redu­zier­te Satz wür­de zudem mit­tel­fri­stig hel­fen, auf­ge­nom­me­ne Kre­di­te auch til­gen zu kön­nen. „Sie­ben Pro­zent Umsatz­steu­er wären ein enorm wich­ti­ges Signal an das Gast­ge­wer­be, sie wür­den wirt­schaft­li­che Per­spek­ti­ven eröff­nen und auch den Ban­ken zei­gen, dass die Poli­tik die öffent­li­chen Wohn­zim­mer der Nati­on nicht auf­ge­ge­ben haben“, so Insel­kam­mer.

Neben der steu­er­li­chen Ent­la­stung braucht das Gast­ge­wer­be die Bil­dung eines Ret­tungs- und Ent­schä­di­gungs­fonds mit direk­ten Finanz­hil­fen, der für alle Betrie­be zugäng­lich ist. „Es darf nicht sein, dass Bay­erns Gast­ge­ber nur mit einer hohen Ver­schul­dung aus der Kri­se gehen, soll­ten sie sie über­haupt über­ste­hen“, so Insel­kam­mer, „ande­re Bran­chen haben in weit­aus weni­ger dra­ma­ti­schen Situa­tio­nen hohe staat­li­che Unter­stüt­zungs­lei­stun­gen erhal­ten. Unse­re Fami­li­en­be­trie­be haben nicht die Rück­la­gen und Mög­lich­kei­ten gro­ßer Kon­zer­ne, um aus eige­ner Kraft aus der Kri­se her­aus­zu­fin­den.“