Hil­fe für den Oster­ha­sen

BUND Natur­schutz for­dert: Mehr natur­na­he Flä­chen in der Agrar­land­schaft

Feldhase. Foto: Heinz Tuschl

Feld­ha­se. Foto: Heinz Tuschl

Der Legen­de nach ver­steckt „Mei­ster Lam­pe“ an Ostern die bun­ten Eier. Noch. Schwin­den­de Lebens­räu­me, Man­gel an Kräu­tern und zuneh­men­der Ver­kehr machen dem Feld­ha­sen zu schaf­fen, warnt der BUND Natur­schutz (BN). „Der Feld­ha­se ist ein Kräu­ter­spe­zia­list. Doch Wild­kräu­ter gibt es in der Agrar­land­schaft immer weni­ger und dar­un­ter lei­det der Feld­ha­se“, so Erich Spran­ger, 2. Vor­sit­zen­der des BN Bam­berg. Der BUND Natur­schutz in Bay­ern for­dert daher von der Staats­re­gie­rung eine Öko­lo­gi­sie­rung der Agrar­zah­lun­gen, weni­ger Flä­chen­ver­brauch und eine kon­se­quen­te Umset­zung Volks­be­geh­rens Arten­viel­falt.

„Mehr Blü­ten­reich­tum, weni­ger Pesti­zi­de, mehr Öko­land­bau und Bio­top­ver­bund hel­fen auch Mei­ster Lam­pe“, erklärt Erich Spran­ger. „Und wer sich jetzt über Scho­ko-Oster­ha­sen und bun­te Oster­ei­er freu­en will, soll­te Erzeug­nis­se aus öko­lo­gi­schem Land­bau nach­fra­gen, weil dort die Arten­viel­falt unter­stützt wird. Beim bun­ten Oster­ei soll­te man nicht auf Käfi­gei­er her­ein­fal­len, denn bei den gefärb­ten Eiern muss die Hal­tungs­form nicht gekenn­zeich­net sein.“ Der BUND Natur­schutz emp­fiehlt, Eier aus Öko­lo­gi­scher Hal­tung zu kau­fen (Stem­pel­kenn­zeich­nung 0 auf dem Ei) und selbst mit Natur­far­ben zu fär­ben.

Der Feld­ha­se ist eine typi­sche Art der Agrar­land­schaft und war frü­her ein „Aller­welts­tier“. Heu­te ist er wie vie­le ande­re Arten der Feld­flur ein sel­te­ner Anblick gewor­den und steht in der soge­nann­ten „Roten Liste“ der gefähr­de­ten Arten. Er braucht arten­rei­che Kräu­ter-Nah­rung sowie Ver­stecke vor Fress­fein­den und für die Jun­gen­auf­zucht. In der inten­siv genutz­ten Agrar­land­schaft ist bei­des sel­ten gewor­den. Dazu kom­men noch die Gefah­ren durch Stra­ßen und zuneh­men­den Ver­kehr sowie gene­rell abneh­men­der Lebens­raum durch Sied­lun­gen und Gewer­be­ge­bie­te.

Der Feld­ha­se liebt Wild­kräu­ter. Mar­ge­ri­ten, Wil­de Möh­re, Fen­chel, Kamil­le, Rot­schwin­gel, Klee und vie­le ande­re Kräu­ter ste­hen auf dem Spei­se­plan- Die­se „Kräu­ter-Apo­the­ke“ ist gera­de im Früh­jahr beson­ders wich­tig, wenn die Hasen­jun­gen fet­te und gesun­de Milch brau­chen.

„Um einen wei­te­ren Rück­gang der Hasen­be­stän­de zu ver­mei­den, brau­chen wir den Erhalt und die Auf­wer­tung der Land­schaft mit blü­ten­rei­chen Wie­sen, Rai­nen, Säu­men, Ver­steck­mög­lich­kei­ten wie alten Hecken­be­stän­den und Brach­flä­chen sowie einen Bio­top­ver­bund zur Ver­net­zung der Lebens­räu­me“, for­dert Erich Spran­ger, Bota­nik-Exper­te des BUND Natur­schutz Bam­berg.

Davon wür­den auch vie­le ande­re Arten der Agrar­land­schaft wie Gold­am­mer, Kie­bitz, Grasfrosch oder vie­le Insek­ten­ar­ten pro­fi­tie­ren. Der Bio­top­ver­bund auf 15 Pro­zent der Offen­land­flä­che ist seit dem erfolg­rei­chen Volks­be­geh­ren 2019 im Baye­ri­schen Natur­schutz­ge­setz ver­an­kert und sei­ne Her­stel­lung bis 2030 gesetz­li­che Pflicht.

Der Feld­ha­se ist ein Tier mit beein­drucken­den Fähig­kei­ten: Er ist ein Mei­ster der Tar­nung mit her­vor­ra­gen­dem Gehör. Durch sei­ne lan­gen, kräf­ti­gen Hin­ter­bei­ne ist der Feld­ha­se sehr flink: Auf der Flucht erreicht er Geschwin­dig­kei­ten von etwa 50 km/​h, kurz­zei­tig sogar bis zu 70 km/​h. Dabei schlägt er 90-Grad-Haken und kann bis zu drei Meter hoch und sie­ben Meter weit sprin­gen. Um die Damen zu beein­drucken, lie­fern sich die männ­li­chen Hasen in der Paa­rungs­zeit spek­ta­ku­lä­re Box­kämp­fe und Wett­ren­nen. Übri­gens: Vom Wild­ka­nin­chen kann man den Feld­ha­sen durch sei­ne deut­lich grö­ße­ren Ohren unter­schei­den.

Mehr Infos zum Feld­ha­sen auf

www​.bund​-natur​schutz​.de/​a​r​t​e​n​b​i​o​t​o​p​s​c​h​u​t​z​/​a​r​t​b​e​s​c​h​r​e​i​b​u​n​g​e​n​/​f​e​l​d​h​a​s​e​.​h​tml