Halbjahresbilanz zum oberfränkischen Ausbildungsmarkt im März 2020

2 633 gemeldete Bewerber, davon 1 323 noch unversorgt – 4 640 gemeldete Ausbildungsstellen, davon 2 664 noch unbesetzt

Die Zahl der bei der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg gemeldeten Berufsausbildungsstellen ist im Vergleich zum Vorjahr um 431 (-8,5 Prozent) auf 4 640 gesunken. Zum Stichtag Mitte März gab es 2 664 unbesetzte Lehrstellen, 338 (-11,3 Prozent) weniger als in 2019.

Bisher haben sich 2 633 Jugendliche bei der Berufsberatung gemeldet, die zum Start ins Berufsleben auf der Suche nach einer Ausbildung sind. Das sind 159 (-5,7 Prozent) weniger als Ende März 2019. Fünf Monate vor dem Start im September suchen im Agenturbezirk noch 1 323 junge Menschen einen betrieblichen Ausbildungsplatz, 23 weniger (-1,7 Prozent) als vor einem Jahr. Rein statistisch entfallen auf jeden noch suchenden Bewerber zwei freie Ausbildungsstellen.

Hinweis

Der Stichtag für die Halbjahresbilanz ist der 12. März gewesen. Das war vier Tage, bevor die Ausbreitung des Corona Virus und die damit verbundenen Maßnahmen der Politik die wirtschaftlichen Aktivitäten stark eingeschränkt haben. Welche Folgen das für den Ausbildungsmarkt hat, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen und statistisch bilanzieren lassen.

Berufsberatung (bringt) weiter aktiv für Ausbildung

Boris Flemming

Boris Flemming

„Aufgrund der Schulschließungen sind seit 16. März keine Beratungsgespräche mehr vor Ort möglich. Alle Schüler, deren Beratungstermine an den Schulen aber auch in der Arbeitsagentur abgesagt werden mussten, werden von unseren Beratungsfachkräften nun ausführlich telefonisch beraten. Die Berufsberatung ist quasi ein eigenes Telefon Service Center. Unser Hauptaugenmerk liegt auf den Schülern, die heuer die Schule verlassen. Hier geht es v.a. um die Unterstützung und Hilfestellung im Bewerbungsprozess: aktueller Stand im Bewerbungsverfahren, Versorgung mit Adressen von Ausbildungsstellen, Erarbeiten von Alternativen. Wir ermutigen die Jugendlichen, ihre Bemühungen um eine Lehrstelle nicht zurückzufahren, sondern weiterhin aufrecht zu erhalten. Das ist teilweise eine Herausforderung, da sie auf zu Hause – Schulfrei Modus – umgestellt haben und nicht an den Ausbildungsstart im September denken, der in diesen Tagen für sie Lichtjahre entfernt scheint.

Die Jugendlichen gehen mit dieser besonderen Situation recht entspannt um. Die Initiative daher geht überwiegend von den Beratungsfachkräften aus, die nicht nur die Jugendlichen kontaktieren, deren Termine abgesagt werden mussten, sondern all diejenigen, die bis dato noch nicht versorgt sind. Vereinzelt rufen auch besorgte Eltern an, die Hilfe suchen. Bedauerlicherweise wurden alle Pflichtpraktika in der Schule erstmal abgesagt, ebenso sind auch Praktika in Betrieben kaum noch möglich, so dass auch wenig Chancen bestehen, sich auszuprobieren. Neben der Beratung zu Ausbildungsberufen, stehen auch Fragen zur Studienwahl für Abiturienten jetzt im Fokus. Dass Arbeitgeber ihre offenen Ausbildungsstellen zurückziehen, lässt sich noch nicht feststellen,“ so das Resümee von Boris Flemming, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg zur aktuellen Lage auf dem Ausbildungsmarkt.

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