Früh­ling in Bay­ern – die Natur erwacht im Land­kreis Bay­reuth

Jäger­ver­ei­ni­gung Peg­nitz emp­fiehlt allen Natur­freun­den, im Früh­jahr auf den Wegen zu blei­ben

Vor dem Hin­ter­grund der aktu­el­len gesetz­li­chen Bestim­mun­gen hat der Spa­zier­gang in der hei­mi­schen Natur eine ganz beson­de­re Bedeu­tung bekom­men. Zu Beginn des Früh­lings zeigt sich die Natur auch im Land­kreis Bay­reuth von sei­ner schön­sten Sei­te. Die Natur erwacht, fri­sches Grün bie­tet Nah­rung für vie­le Tie­re. Gleich­zei­tig ver­wan­deln sich Wie­se, Feld und Wald in eine gro­ße Kin­der­stu­be, übri­gens auch in der unmit­tel­ba­ren Nähe von Sied­lun­gen, denn die Brut und Setz­zeit beginnt in Bay­ern. Vie­le Wild­ar­ten wech­seln von ihren Win­ter­le­bens­räu­men in die Gebie­te, wo es reich­lich Nah­rung gibt und die besten Vor­aus­set­zun­gen für die kom­men­de Genera­ti­on gebo­ten sind. Daher ist gera­de jetzt rück­sichts­vol­les Ver­hal­ten beson­ders wich­tig.

Um dem Tier- und Arten­schutz zu genü­gen, emp­fiehlt der Vor­sit­zen­de der Jäger­ver­ei­ni­gung Peg­nitz, Karl-Heinz Inzelsber­ger, des­halb allen Natur­freun­den, im Früh­jahr auf den Wegen zu blei­ben: „Damit stö­ren sie die Wild­tie­re am wenig­sten. Men­schen und auch Hun­de, die auf den Wegen blei­ben, wer­den von Wild­tie­ren oft nicht als Bedro­hung wahr­ge­nom­men und man hat als Spa­zier­gän­ger eine gute Mög­lich­keit, unse­re hei­mi­schen Wild­tie­re in ihrer natür­li­chen Umge­bung zu beob­ach­ten.“

Tar­nen und Täu­schen

Junger Hase. Foto: Thomas Schreder, BJV

Jun­ger Hase. Foto: Tho­mas Schre­der, BJV

Dabei ist es nicht ein­fach, unse­re Wild­tie­re ohne wei­te­res zu ent­decken. Die mei­sten Tie­re sind sehr gut getarnt. Jung­ha­sen, Reh­kit­ze und Enten­kü­ken sind durch ihre Fell­zeich­nung / Feder­kleid fast unsicht­bar, wenn sie sich bei Gefahr nahe­zu reg­los ins Gras oder die Feld­mul­de drücken. „Die­ses Ver­hal­ten und die gute Tar­nung ist eine natür­li­che Feind­ver­mei­dung“, weiß Inzelsber­ger „Damit wol­len sich die Tie­re vor ihren Fress­fein­den ver­stecken.“ Dass die Jung­tie­re oft allei­ne anzu­fin­den sind, hat nichts damit zu tun, dass die Eltern­tie­re nicht mehr da sind, son­dern ist auch Teil der Stra­te­gie nicht gefres­sen zu wer­den. Meist sind die Eltern­tie­re nicht weit und wachen über ihren Nach­wuchs.“

Wild­tie­re sind kei­ne Raben­müt­ter

Reh­kit­ze und klei­ne Hasen kom­men nahe­zu ohne eige­nen Kör­per­ge­ruch auf die Welt. Tier­müt­ter, die das Leben ihres Nach­wuch­ses schüt­zen wol­len, legen die Klei­nen in Wie­sen oder im Wald allei­ne ab und suchen es nur zum Füt­tern auf, um das Ver­steck durch ihre eige­ne Wit­te­rung nicht an Fress­fein­de wie Fuchs und Mar­der, Dachs oder Greif­vo­gel zu ver­ra­ten. Feld­ha­sen­müt­ter zum Bei­spiel suchen ihre Jun­gen nur zwei­mal am Tag auf, um sie mit zwei kräf­ti­gen Por­tio­nen fett­rei­cher Milch zu füt­tern.

Bit­te nicht stö­ren, bit­te nicht anfas­sen!

Für den Men­schen heißt das, bit­te hal­ten sie gebüh­ren­den Abstand um die­ses natür­li­che Ver­hal­ten nicht zu stö­ren und bit­te berüh­ren sie Wild­tie­re nicht, auch wenn sie augen­schein­lich allein und hilf­los schei­nen. Haben die Jung­tie­re den Geruch des Men­schen erst ange­nom­men, besteht die Mög­lich­keit, dass die Mut­ter­tie­re ihre Jun­gen nicht mehr ver­sor­gen. Im Zwei­fels­fall soll­ten Natur­lieb­ha­ber den orts­an­säs­si­gen Jäger infor­mie­ren. Der Jäger kann den Zustand des Tie­res ein­schät­zen und gege­be­nen­falls han­deln. In der Regel hilft sich die Natur aber selbst.

Vor­sicht vor der wil­den Sau

Frischlinge. Foto: Klaus Reitmeier, piclease

Frisch­lin­ge. Foto: Klaus Reit­mei­er, piclea­se

Sehr früh im Jahr brin­gen die Wild­schwei­ne ihren Nach­wuchs, die Frisch­lin­ge, zur Welt. Da heißt es, vor­sich­tig sein. Die Wild­schwein­mut­ter, die Bache, ver­tei­digt ihren Nach­wuchs vehe­ment, wenn sie Gefahr wit­tert. Das Kin­der­zim­mer, den so genann­ten Wurf­kes­sel, rich­tet die Bache ger­ne im dich­ten Brom­beer­ge­büsch, im Jung­auf­wuchs von Buchen und Kie­fern oder im Schilf ein. Beson­ders gefähr­det sind Hun­de, wenn sie dem Nach­wuchs zu nahe­kom­men. Sie kön­nen schwer ver­letzt wer­den. Es emp­fiehlt sich daher, einer Bache mit Frisch­lin­gen immer aus dem Weg zu gehen.

Ach­ten Sie auf Ihre Hun­de

Vom Dackel bis Dober­mann – Hun­de haben einen natür­li­chen Jagd­in­stinkt. Des­halb appel­liert Inzelsber­ger an das Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein der Haus­tier­be­sit­zer: „Blei­ben Sie in der Brut- und Setz­zeit grund­sätz­lich auf den aus­ge­wie­se­nen Wegen und füh­ren sie ihre Vier­bei­ner an der Lei­ne, wenn sie nicht auf Ruf oder Pfiff reagie­ren. Denn die Jung­tie­re sind trotz guter Tar­nung frei­lau­fen­den Hun­den schutz­los aus­ge­lie­fert.

Die hei­mi­sche Natur genie­ßen

Gera­de im Früh­ling ist die Natur und die uns umge­ben­de Kul­tur­land­schaft beson­ders inter­es­sant. Genie­ßen Sie vor dem Hin­ter­grund der aktu­el­len gesetz­li­chen Bestim­mun­gen die Zeit drau­ßen und bit­te beden­ken sie dabei, dass wir uns alle in der Kin­der­stu­be unse­rer Wild­tie­re auf­hal­ten.