Fran­ken: Coro­na-Kri­se trifft auch baye­ri­sche Natur­schüt­zer hart

LBV sagt Spen­den­samm­lung von Haus­tür zu Haus­tür ab – hal­be Mil­li­on Euro für loka­le Pro­jek­te fehlt

Auch Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen sind von den Aus­wir­kun­gen der Coro­na­vi­rus-Pan­de­mie betrof­fen. Als erster baye­ri­scher Ver­band zog der LBV weit­rei­chen­de Kon­se­quen­zen, um durch sei­ne Akti­vi­tä­ten kei­nes­falls zu einer Ver­brei­tung des Virus bei­zu­tra­gen. Nor­ma­ler­wei­se wären seit Mon­tag 40.000 Samm­le­rin­nen und Samm­ler jeden Alters für eine Woche im gesam­ten Frei­staat für Bay­erns Natur unter­wegs gewe­sen. Die­se jähr­li­che schon seit Jahr­zehn­ten statt­fin­den­de Spen­den­ak­ti­on haben die Natur­schüt­zer bereits letz­te Woche abge­sagt. „Die Absa­ge unse­rer Sam­mel­wo­che war für uns selbst­ver­ständ­lich, denn wir tra­gen bei einer solch gro­ßen Akti­on eine hohe Ver­ant­wor­tung. Als Ver­ein, der auf Spen­den ange­wie­sen ist, ist das jedoch ein gro­ßer Ver­lust. Uns fehlt des­halb min­de­stens eine hal­be Mil­li­on Euro”, so der LBV-Vor­sit­zen­de Dr. Nor­bert Schäf­fer. Mit den Ein­nah­men aus der belieb­ten Spen­den­samm­lung finan­ziert der LBV nor­ma­ler­wei­se wich­ti­ge loka­le Natur­schutz­maß­nah­men direkt in den Land­krei­sen. „Mit den Spen­den aus der Sam­mel­wo­che unter­stüt­zen unse­re ehren­amt­li­chen Akti­ven vor Ort gefähr­de­te Arten wie Schlei­er­eu­len und Fle­der­mäu­se, hoch bedroh­te Feld­vö­gel wie Reb­huhn und Kie­bitz oder die Pfle­ge von stark schwin­den­den Lebens­räu­men wie Moo­re, Feucht­ge­bie­te und Streu­obst­wie­sen”, erklärt Schäf­fer. Die­ses Jahr kön­nen der­ar­ti­ge loka­le Schutz­maß­nah­men zum Erhalt der Arten­viel­falt wahr­schein­lich nicht umge­setzt wer­den.

Ab dem 16. März wären Frei­wil­li­ge in ganz Bay­ern mit Sam­mel­li­sten und Dosen unter­wegs gewe­sen, um den Natur­schutz vor der Haus­tür zu unter­stüt­zen. Der LBV will sei­ner gesamt­ge­sell­schaft­li­chen Ver­ant­wor­tung gerecht wer­den, die Samm­le­rin­nen und Samm­ler schüt­zen und nicht zur Aus­brei­tung bei­tra­gen. Des­halb haben sich die baye­ri­schen Natur­schüt­zer bereits letz­te Woche dazu ent­schlos­sen, die­se Form der Samm­lung von Tür zu Tür nicht durch­zu­füh­ren, wie das vie­le in der Ver­gan­gen­heit ger­ne getan haben.

Der Natur­schutz­ver­band rech­net durch die Absa­ge der Sam­mel­wo­che mit hohen Aus­fäl­len bei sei­nen Spen­den­ein­nah­men, so dass die Arten­schüt­zer vie­le loka­le Natur­schutz­pro­jek­te die­ses Jahr nicht wer­den durch­füh­ren kön­nen. „Bay­erns Natur wird unter dem Aus­fall unse­rer Sam­mel­wo­che lei­den. Daher hof­fen wir als LBV auf die Krea­ti­vi­tät der Samm­le­rin­nen und Samm­ler, statt von Haus zu Haus zu gehen, eige­ne Online-Spen­den­ak­tio­nen über die LBV-Web­sei­te oder Face­book zu Gun­sten von Bay­erns Natur durch­zu­füh­ren”, so Schäf­fer.

Der LBV hat­te ver­gan­ge­ne Woche eben­falls bay­ern­weit alle Ver­an­stal­tun­gen vor­erst bis ein­schließ­lich Sonn­tag, 19. April abge­sagt. Dar­un­ter fal­len Bezirks­ver­samm­lun­gen, Jah­res­haupt­ver­samm­lun­gen, Monats­ver­samm­lun­gen, Vor­trä­ge, Work­shops, Exkur­sio­nen und auch Sit­zun­gen von Kreis­grup­pen und Arbeits­grup­pen.