Sonn­tags­ge­dan­ken: Wir zie­hen hin­auf nach Jeru­sa­lem

Evan­ge­li­um nach Lukas Kap. 18 V. 31 – 43, Teil III

Pfarrer Dr. Christian Fuchs

Pfar­rer Dr. Chri­sti­an Fuchs

Die Jün­ger muss­ten schmerz­haft umler­nen, muss­ten sich ihre Vor­ur­tei­le, ihre Wert­maß­stä­be und Plä­ne von Chri­stus kor­ri­gie­ren las­sen. Das war ihnen mög­lich, weil sie viel Zeit mit Jesus ver­brach­ten, weil sie auf ihn hör­ten, auf ihn schau­ten. Dar­um ist es heu­te so wich­tig, regel­mä­ßig in der Bibel zu lesen, inten­siv zu beten, damit wir weg­kom­men vom ewi­gen Krei­sen um uns selbst, weg von der stän­di­gen Kon­zen­tra­ti­on auf das eige­ne klei­ne Ich, was heu­te so beliebt ist.

Da zie­hen sie mit ihrem Mei­ster hin­auf nach Jeru­sa­lem, malen sich in hell­sten Far­ben aus, wie Jesus das Got­tes­reich auf Erden baut, ver­tei­len schon im Geist die Mini­ster­po­sten, spe­ku­lie­ren, wie er mit den Fein­den Isra­els abrech­net.

Doch allein Jesus weiß, wohin die Rei­se geht: damals wie heu­te. Mit dem lei­den­den Mes­si­as konn­ten sei­ne Jün­ger eben­so wenig etwas anfan­gen wie die mei­sten von uns. Der Erfolg bil­det immer den Maß­stab, ob man jeman­den als Hel­den ver­ehrt, den Jugend­li­chen als Vor­bild hin­stellt oder ihn besten­falls bemit­lei­det. Jesus dage­gen stellt die­se Bewer­tung durch sei­nen schreck­li­chen Kreu­zes­tod auf den Kopf. Er hat so lei­den müs­sen zum Zei­chen dafür, dass auch der schlimm­ste, schein­bar sinn­lo­se­ste Tod uns nicht von Gott tren­nen kann. Wäre er frei­lich am Oster­mor­gen nicht auf­er­stan­den, hät­te er nicht sei­ne gött­li­che Herr­lich­keit unter Beweis gestellt, dann wäre auch er nur eines der vie­len Opfer mensch­li­cher Gewalt, staat­li­cher Will­kür, eine zu ver­nach­läs­si­gen­de Fuß­no­te der Geschich­te. So ist das Oster­wun­der, das wir zwar nicht ver­ste­hen kön­nen, wor­auf wir uns aber unbe­dingt ver­las­sen dür­fen, das Fun­da­ment unse­res per­sön­li­chen Lebens als Chri­sten, das Fun­da­ment der gan­zen Kir­che.