MdL Ursu­la Sowa: “Bam­berg muss selbst aktiv wer­den”

Grü­ne: Poli­tik vor Ort darf sich nicht zu sehr auf Ber­lin und Mün­chen ver­las­sen – Zweck­ver­band für Gewer­be­flä­chen und Gewer­be­steu­ern gefor­dert

„Gel­der müs­sen flie­ßen, nicht nur Wor­te”, mei­nen die Bam­ber­ger Grü­nen im Hin­blick auf den Struk­tur­wan­del bei der Auto­mo­bil­wirt­schaft, der auch Bam­berg hart tref­fen wird. Des­halb freut sich die Bam­ber­ger Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Ursu­la Sowa durch­aus über eine Ant­wort der Baye­ri­schen Staats­re­gie­rung auf ihre Anfra­ge im Land­tag zu dem von Mini­ster­prä­si­dent Söder im ver­gan­ge­nen Herbst ange­kün­dig­ten „Auto­mo­bil­fonds”. In der Ant­wort heißt es näm­lich: „Es ist also ein ent­spre­chend gro­ßer Bei­trag des Auto­mo­bil­fonds bei der Bewältigung des Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­ses der Auto­mo­bil­zu­lie­fe­re­r­in­du­strie in der Regi­on Bam­berg zu erwar­ten.”

„Kon­kre­te­res kommt aus Mün­chen aller­dings nicht”, bedau­ert Sowa, „kei­ne Zah­len, kei­ne Beträ­ge, kein Zeit­rah­men.” Es hei­ße ledig­lich, dass man sich mit Pro­jek­ten und Maß­nah­men um För­der­mit­tel bewer­ben kön­ne. Die 150 Mio Euro, die für den Auto­mo­bil­fonds jetzt im Haus­halt ein­ge­stellt sind, erstrecken sich laut Sowa auf die näch­sten vier Jah­re. Und gera­de mal 55 Mio davon sei­en gezielt für Akti­vi­tä­ten im Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess nutz­bar, „aber natür­lich nicht nur in Bam­berg, son­dern in ganz Bay­ern. Ich erwar­te nun, dass von die­sem Geld dann wirk­lich sehr viel nach Bam­berg fließt.”

Stadt und Land­kreis müs­sen den­noch auch selbst tätig wer­den, mahnt Sowa an und ist sich dabei mit OB-Kan­di­dat Jonas Glü­sen­kamp und Land­rats­kan­di­dat Bernd Fricke sowie ihrer Bun­des­tags­kol­le­gin Lisa Badum einig.

Jonas Glü­sen­kamp hält es für dring­lich, dass Stadt und Land­kreis end­li­chen einen Zweck­ver­band für Gewer­be­steu­er und Gewer­be­flä­chen grün­den: „Die Zukunft unse­res Stand­orts kön­nen wir nur gemein­sam pla­nen, wir müs­sen die Kon­kur­renz unter den Kom­mu­nen in unse­rer Regi­on been­den, wirk­lich pro­fi­tie­ren kön­nen wir nur bei ech­ter Koope­ra­ti­on.”

Bernd Fricke stellt fest, dass die Regi­on Bam­berg ihre Abhän­gig­keit von der Auto­mo­bil­in­du­strie in den letz­ten Jahr­zehn­ten immer wei­ter aus­ge­baut statt ein­ge­dämmt habe. „Das rächt sich jetzt. Ande­re haben’s bes­ser gemacht, wie etwa die Was­ser­stoff­mo­dell­re­gi­on München/​Landshut/​Ebersberg.” Nun müs­se man auch hier in Bam­berg krea­tiv sein. Als Pro­jek­te für den Auto­mo­bil­fonds kann sich Fricke eine Wei­ter­bil­dungs­of­fen­si­ve für die Beschäf­tig­ten vor­stel­len, eben­so Struk­tur­wan­del­fonds für klei­ne­re Unter­neh­men der Zulie­fer­indu­strie, oder die Ent­wick­lung von Heiz-Tech­no­lo­gie mit der Brenn­stoff­zel­le.

Auch die Bam­ber­ger Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Lisa Badum for­dert, dass den von OB Star­ke und Land­rat Kalb in Ber­lin und Mün­chen öffent­lich­keits­wirk­sam geführ­ten Gesprä­chen Taten fol­gen müss­ten. In einer schrift­li­chen Fra­ge an das Wirt­schafts­mi­ni­ste­ri­um hat­te sie nach den Ergeb­nis­se des Tref­fens mit Mini­ster Alt­mai­er gefragt. Das blieb jedoch offen­sicht­lich mehr als dürf­tig, denn in sei­ner Ant­wort beton­te das Mini­ste­ri­um, dass es noch kei­ne För­der­zu­sa­gen getrof­fen hat. „Es ist gut und wich­tig, dass Bam­berg nun auch bun­des­po­li­tisch wahr­ge­nom­men wird. Den­noch müs­sen wir eben auch vor Ort Lösun­gen ent­wickeln und gemein­sam an der Trans­for­ma­ti­on arbei­ten”, so die kli­ma­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Grü­nen im Bundestag./table>