Medi­zin­stu­di­um jetzt erst­mals auch in Ober­fran­ken am neu­en Medi­zin­cam­pus in Bay­reuth mög­lich

Huml: Medi­zin­stu­di­um ist jetzt erst­mals auch in Ober­fran­ken mög­lich – Erste Lehr­ver­an­stal­tung für Stu­den­tin­nen und Stu­den­ten am neu­en Medi­zin­cam­pus Ober­fran­ken in Bay­reuth

Die ersten Medi­zin­stu­den­tin­nen und ‑stu­den­ten am neu ein­ge­rich­te­ten Medi­zin­cam­pus Ober­fran­ken in Bay­reuth sind am Mon­tag begrüßt wor­den. Bay­erns Gesund­heits­mi­ni­ste­rin Mela­nie Huml, die wegen der aktu­el­len Ent­wick­lung beim The­ma Coro­na­vi­rus nicht selbst vor Ort sein konn­te, unter­strich in einer Pres­se­mit­tei­lung anläss­lich der ersten Lehr­ver­an­stal­tung am Kli­ni­kum Bay­reuth: “Erst­mals ist jetzt auch ein Medi­zin­stu­di­um in Ober­fran­ken mög­lich! Das ist ein sehr gro­ßer Erfolg für die gesam­te Regi­on. Durch den neu­en Medi­zin­cam­pus Ober­fran­ken schaf­fen wir in Bay­ern pro Jahr 100 zusätz­li­che Stu­di­en­plät­ze und ermög­li­chen noch mehr jun­gen Men­schen eine Aus­bil­dung zur Ärz­tin oder zum Arzt.”

Der Mini­ster­rat hat­te am 5. Febru­ar 2019 den Start­schuss für den neu­en Medi­zin­cam­pus Ober­fran­ken in Bay­reuth gege­ben. Dabei arbei­ten die Medi­zi­ni­sche Fakul­tät der Fried­rich-Alex­an­der-Uni­ver­si­tät Erlan­gen-Nürn­berg, das Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Erlan­gen, die Uni­ver­si­tät Bay­reuth und das Kli­ni­kum Bay­reuth bei der Aus­bil­dung zusätz­li­cher Medi­zin­stu­die­ren­der zusam­men. Pro Jahr wer­den zum Win­ter- und zum Som­mer­se­me­ster zusätz­li­che “Erst­se­me­ster” an der Fried­rich-Alex­an­der-Uni­ver­si­tät Erlan­gen-Nürn­berg zuge­las­sen, die nach dem Phy­sikum den kli­ni­schen Abschnitt am Kli­ni­kum Bay­reuth absol­vie­ren. Da der Stu­di­en­gang erst zum Win­ter­se­me­ster 2019/20 begon­nen hat, sind die Stu­die­ren­den der­zeit noch in Erlan­gen imma­tri­ku­liert.

Huml füg­te hin­zu: “Ins­ge­samt soll es im End­aus­bau in Bay­reuth 600 zusätz­li­che Stu­die­ren­de im Bereich der Human­me­di­zin geben. Um den ärzt­li­chen Nach­wuchs und damit die medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung ins­ge­samt zu stär­ken, sind mehr Medi­zin­stu­di­en­plät­ze erfor­der­lich. Bay­ern hat hier bun­des­weit eine Vor­rei­ter­rol­le über­nom­men. 252 zusätz­li­che Medi­zin­stu­di­en­plät­ze für Stu­di­en­an­fän­ger jähr­lich wer­den zudem an der Uni­ver­si­tät Augs­burg geschaf­fen.”

Bun­des­wei­ter Vor­rei­ter ist Bay­ern auch mit dem im Juli 2018 gestar­te­ten Aus­bil­dungs­pro­gramm “Beste Land­par­tie All­ge­mein­me­di­zin” (BeLA) der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Mün­chen und der Fried­rich-Alex­an­der-Uni­ver­si­tät Erlan­gen-Nürn­berg. Bei “BeLA” arbei­ten Kli­ni­ken als aner­kann­te Lehr­kran­ken­häu­ser der betei­lig­ten Regio­nen mit Haus­arzt­pra­xen zusam­men. Das Pro­gramm zeich­net sich durch eine inten­si­ve Betreu­ung der Medi­zin­stu­die­ren­den in den Lehr­kran­ken­häu­sern und Haus­arzt­pra­xen aus. Her­vor­zu­he­ben sind auch die zusätz­li­chen Ange­bo­te zur Ein­bin­dung der Stu­die­ren­den in die jewei­li­ge Regi­on wie etwa Woh­nungs­an­ge­bo­te, Pro­jekt­ar­beit oder Not­dienst­wo­chen­en­den, pra­xis­na­he zusätz­li­che Aus­bil­dungs­in­hal­te und eine inten­si­ve Betreu­ung durch Men­to­ren.

Huml füg­te hin­zu: “Dane­ben füh­ren wir zum Win­ter­se­me­ster 2020/2021 in Bay­ern die Land­arzt­quo­te ein, um noch mehr Nach­wuchs­me­di­zi­ner aufs Land zu brin­gen. Denn klar ist: Ein guter Arzt muss nicht zwin­gend ein 1,0‑Abitur haben. Denn im Berufs­le­ben sind auch Fähig­kei­ten wie Sozi­al­kom­pe­tenz und Empa­thie gefragt. Am Frei­tag, 28. Febru­ar, war der Bewer­bungs­schluss. 812 Bewer­bun­gen sind in unse­rem Online-Por­tal ein­ge­gan­gen.”

Die Mini­ste­rin erläu­ter­te: “Im Aus­wahl­ver­fah­ren für die Land­arzt­quo­te spielt die Abitur­no­te kei­ne Rol­le. Mit der Land­arzt­quo­te erhal­ten mehr jun­ge Men­schen, die an einer haus­ärzt­li­chen Tätig­keit im länd­li­chen Raum inter­es­siert sind, die Mög­lich­keit eines Medi­zin­stu­di­ums. Im Gegen­zug ver­pflich­ten sie sich, nach der Wei­ter­bil­dung zum Fach­arzt für All­ge­mein­me­di­zin oder für Inne­re Medi­zin für einen Zeit­raum von min­de­stens zehn Jah­ren als Haus­arzt in Regio­nen zu arbei­ten, die unter­ver­sorgt oder von Unter­ver­sor­gung bedroht sind.”

Mehr dazu unter: www​.land​arzt​quo​te​.bay​ern​.de