Tipps und Tricks: Jetzt noch Gehöl­ze rich­tig schnei­den

Was es beim Gehölz­schnitt zu beach­ten gibt – ab 01. März ist Säge­ru­he zum Schutz von Nestern

Am Sonn­tag ist meteo­ro­lo­gi­scher Früh­lings­an­fang und die Natur zeigt: Die neue Vege­ta­ti­ons­pe­ri­ode steht direkt bevor. Kro­kus­se, März­en­be­cher und Hasel­nuss blü­hen bereits und auch die Vögel berei­ten sich bereits auf die Brut­sai­son vor. „Für den ver­ant­wor­tungs­be­wuss­ten Natur­freund endet nun auch die Säge­sai­son. Den ab März sind star­ke Rück­schnit­te von Hecken und Gehöl­zen zum Schutz von Nestern und brü­ten­den Vögeln nach dem Bun­des­na­tur­schutz­ge­setz nicht erlaubt“, sagt LBV-Bio­lo­gin Anni­ka Lan­ge. Wer die Zeit bis dahin noch für einen Hecken­schnitt nut­zen will, emp­fiehlt der LBV eini­ge Grund­re­geln zu beach­ten. „Wich­tig ist dabei vor allem zu klä­ren, ob der Busch, der für den Schnitt vor­ge­se­hen ist, die­sen auch ver­trägt: grund­sätz­lich gilt, je jün­ger und schat­ten­ver­träg­li­cher ein Strauch ist, umso eher ver­tra­gen sie auch kräf­ti­ge Schnit­te. Die mei­sten Laub­ge­höl­ze kom­men mit Rück­schnitt klar, Nadel­ge­höl­ze, bis auf die Eibe, sind emp­find­li­cher“, so Lan­ge. Klas­si­sche Hecken­pflan­zen wie Hain­bu­che, Buchs­baum, Ligu­ster oder Feld­ahorn sei­en über­aus schnitt-ver­träg­lich. Den Spit­zen­platz neh­men hier die Wei­den ein, die auch radi­kal­ste Schnit­te über­le­ben.

Wer die Gar­ten­sche­re ansetzt, soll­te auch die Fol­gen beden­ken. „Behut­sa­me Ein­grif­fe sind nicht immer die beste Lösung“, weiß die LBV-Bio­lo­gin Anni­ka Lan­ge. „Je stär­ker man schnei­det, umso stär­ker treibt der Busch wie­der aus. Damit kann man die Pflan­ze regel­recht ver­jün­gen.“ Wer sich von sei­nen Pflan­zen Sicht­schutz erwar­te, soll­te sie unter­halb der Stel­le abschnei­den, wo die Kro­ne beson­ders blick­dicht wer­den soll.

Oft schlie­ßen die Neu­aus­trie­be die Lücke schon im sel­ben Som­mer.

Die Schnitt­tech­nik ent­schei­det mit dar­über, wie ver­zweigt die Kro­ne aus­schlägt. „Wenn ich glatt am Haupt­trieb abschnei­de, bekom­me ich in der Regel weni­ger neue Zwei­ge, als wenn ich Stum­mel ste­hen­las­se, aus deren Knos­pen dann neue Trie­be sprie­ßen“, so die Natur­schüt­ze­rin. Wer auf vie­le Blü­ten aus ist, soll­te sei­ne Büsche direkt nach der Blü­te beschnei­den, das regt dann die Blü­ten­bil­dung an. „Wal­nüs­se und Bir­ken soll­te man jetzt auf kei­nen Fall schnei­den. Durch den hohen Saft­druck ver­lie­ren sie viel Flüs­sig­keit und wer­den geschwächt.

Beson­ders kräf­tig dür­fe die Säge bei exo­ti­schen Zier­ge­höl­zen ein­ge­setzt wer­den, fin­det Lan­ge: „Wenn für all die Rho­do­den­dron und Kirsch­lor­beer hei­mi­sche Hasel oder Hage­but­te gepflanzt wür­den, stün­de es um den Arten­schutz weit bes­ser.“ Nur an ein­hei­mi­sche Gehöl­ze sei unse­re Tier­welt ange­passt, da hel­fe auch kei­ne Blü­te am Schmet­ter­lings­flie­der oder Bee­re am Kirsch­lor­beer, die mal besucht wird. „An einer gut gemisch­ten Feld­hecke leben über tau­send Tier­ar­ten in einem gegen­sei­ti­gen Abhän­gig­keits­ver­hält­nis. Die pla­stik­grü­ne Lor­beer­kir­sche ist dage­gen gera­de­zu ste­ril.“