Bam­ber­ger Bischof Otto auf dem Euro­päi­schen Zister­zi­enser­weg

Zisterzienserweg Station Hl. Otto (Foto: Landkreis Bamberg)

Zister­zi­enser­weg Sta­ti­on Hl. Otto (Foto: Land­kreis Bam­berg)

Vor 917 Jah­ren, am 1. Febru­ar 1103, beschritt der spä­ter hei­lig­ge­spro­che­ne Otto I. erst­mals Bam­ber­ger Boden, um sein Amt als Bischof von Bam­berg anzu­tre­ten: Die­se legen­dä­re Stel­le bei der alten Hohen Stra­ße von Würz­burg nach Bam­berg soll Stand­ort einer Gedenk­ste­le wer­den, die an das bedeu­ten­de Ereig­nis erin­nert. Land­rat Johann Kalb sieht die­sen Ort am Fuße des Gold­bergs bei Amp­fer­bach als wich­ti­gen Weg­punkt am geplan­ten euro­päi­schen Zister­zi­enser­weg auf der Teil­strecke zwi­schen Bam­berg und Ebrach – zumal Bischof Otto als Grün­der der Ebrach­schen Toch­ter­klö­ster Lang­heim und Heils­bronn gilt.

In Bam­berg wird Bischof Otto I. in erster Linie mit Klo­ster Michels­berg in Ver­bin­dung gebracht, doch erstrecken sich sei­ne gut 20 Klo­ster­grün­dun­gen bis über die Gren­zen des dama­li­gen Bis­tums­ge­biets. Im Rah­men des euro­päi­schen Zister­zi­en­ser­pro­jekts des Land­krei­ses Bam­berg ist der Bischof als För­de­rer des Zister­zi­en­ser­or­dens von beson­de­rer Bedeu­tung. „Der­zeit ver­net­zen wir 18 Zister­zi­en­ser­klö­ster in sechs euro­päi­schen Län­dern, um die Klo­ster­land­schaf­ten und ihre Geschich­te erleb- und erwan­der­bar zu machen“, so Land­rat Kalb. „Die Erin­ne­rung an Bischof Otto ist ein wich­ti­ger Bezug für die Regi­on Bam­berg“. Der Zister­zi­enser­weg wird im Rah­men des trans­na­tio­na­len LEA­DER-Koope­ra­ti­ons­pro­jekts zur Bewer­bung um das Euro­päi­sche Kul­tur­er­be-Sie­gel in den näch­sten Jah­ren umge­setzt und soll mit einer Län­ge von fast 1.500 Kilo­me­tern die Klo­ster­land­schaf­ten als euro­päi­scher Fern­wan­der­weg von West nach Ost ver­bin­den. Der Wan­der­weg soll in Klo­ster Kos­tan­je­vi­ca na Krki in Slo­we­ni­en begin­nen und über Wald­sas­sen, Klo­ster­lang­heim, die Ebra­cher Höfe in Bam­berg nach Ebrach und wei­ter bis zum Ursprungs­klo­ster Cîteaux in Frank­reich füh­ren. Hier­bei ist geplant, dass die Strecke immer wie­der auf soge­nann­ten Alt­stra­ßen, also den mit­tel­al­ter­li­chen Han­dels- und Rei­se­we­gen ver­läuft. Eine sol­che Alt- und Fern­stra­ße, die auch heu­te noch gut zu fin­den ist, liegt auf dem Höhen­rücken zwi­schen Rau­her und Mitt­le­rer Ebrach. Nach der Über­lie­fe­rung wur­de Otto als er auf die­sem Weg am Gold­berg bei Amp­fer­bach sei­nen neu­en Wir­kungs­kreis betrat, von Abge­sand­ten des Bis­tums Bam­berg emp­fan­gen und bis auf den Dom­berg beglei­tet.

Zusam­men mit Annet­te Faber, ehe­ma­li­ge Haupt­kon­ser­va­to­rin am Baye­ri­schen Lan­des­amt für Denk­mal­pfle­ge, die zur Vita des Hei­li­gen Otto geforscht hat, soll nun ein Stand­ort auf dem Zister­zi­enser­weg bei Amp­fer­bach bestimmt wer­den, die an das Ereig­nis im Jahr 1103 erin­nert. Hier­für gilt es dann, eine Infor­ma­ti­ons­ta­fel, Skulp­tur oder Ste­le zu ent­wickeln, die über die LAG Regi­on Bam­berg mit LEA­DER-Mit­teln geför­dert wer­den soll.

Das trans­na­tio­na­le Koope­ra­ti­ons­pro­jekt „Cister­s­capes – Cister­ci­an land­s­capes con­nec­ting Euro­pe“ strebt in der Trä­ger­schaft des Land­krei­ses Bam­berg eine Euro­päi­sches Kul­tur­er­be-Sie­gel für zister­zi­en­si­sche Klo­ster­land­schaf­ten an. Auf dem Weg zur Bewer­bung im Jahr 2021 haben es sich die 18 Pro­jekt­part­ner in sechs Län­dern zur Auf­ga­be gemacht, auf die ein­zig­ar­ti­ge histo­ri­sche Bedeu­tung der zister­zi­en­si­schen Land­schaf­ten in Euro­pa auf­merk­sam zu machen. Das klö­ster­li­che Leben und Wir­ken präg­te die Land­schaft über Jahr­hun­der­te. Die inno­va­ti­ven Land­nut­zungs­tech­ni­ken und Wirt­schafts­for­men der Zister­zi­en­ser wur­den dabei über die mit­tel­al­ter­li­chen Ver­net­zungs­we­ge wei­ter­ge­tra­gen. Infor­ma­tio­nen zum Pro­jekt unter www​.cister​s​capes​.eu