Die Stadt­wer­ke Forch­heim sind einer der energie.effizienz.gewinner Kom­mu­nal 2020

Nord­baye­ri­sche Kom­mu­nen set­zen auf KWK-Tech­no­lo­gie für eine kli­ma­freund­li­che Ener­gie­ver­sor­gung

Dr. Peter Pluschke (Geschäftsführer Forum Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung der Metropolregion Nürnberg), Christian Sponsel (Technischer Geschäftsführer Stadtwerke Forchheim), Dr. Uwe Kirschstein (Oberbürgermeister Stadt Forchheim) und Dr. Jens Hauch (Geschäftsführer ENERGIEregion Nürnberg e.V.). Foto: Metropolregion Foto: Metropolregion Nürnberg, Foto: Peter Kolb

Dr. Peter Plusch­ke (Geschäfts­füh­rer Forum Kli­ma­schutz und nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung der Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg), Chri­sti­an Spon­sel (Tech­ni­scher Geschäfts­füh­rer Stadt­wer­ke Forch­heim), Dr. Uwe Kirsch­stein (Ober­bür­ger­mei­ster Stadt Forch­heim) und Dr. Jens Hauch (Geschäfts­füh­rer ENER­GIE­re­gi­on Nürn­berg e.V.). Foto: Metro­pol­re­gi­on Foto: Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg, Foto: Peter Kolb

6 kom­mu­na­le Akteu­re wur­den auf der 3. Kli­ma­schutz­kon­fe­renz der Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg für ihre weg­wei­sen­den Effi­zi­enz­maß­nah­men als „energie.effizienz.gewinner Kom­mu­nal 2020“ aus­ge­zeich­net

Wäh­rend auf Bun­des­ebe­ne teil­wei­se noch dar­über dis­ku­tiert wird, ob Kli­ma­schutz über­haupt ins Auf­ga­ben­ge­biet von Kom­mu­nen fällt und wer denn die finan­zi­el­le Last tra­gen soll, sind Kom­mu­nen aus der Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg schon einen Schritt wei­ter und set­zen ein kla­res Zei­chen für Kli­ma­schutz­maß­nah­men vor Ort. Dies zei­gen auch die dies­jäh­ri­gen energie.effizienz.gewinner aus der neu geschaf­fe­nen Kate­go­rie „Kom­mu­nal“ wie­der ein­drucks­voll.

Sechs Kom­mu­nen und kom­mu­na­le Unter­neh­men wur­den am 13. Febru­ar 2020 in Bay­reuth im Rah­men der 3. Kli­ma­schutz­kon­fe­renz der Euro­päi­schen Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg (EMN) durch das Forum Kli­ma­schutz und nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung der EMN und die ENER­GIE­re­gi­on Nürn­berg e.V. geehrt. Dabei lag der the­ma­ti­sche Fokus die­ses Mal auf weg­wei­sen­den Pro­jek­ten im Bereich der Kraft-Wär­me/­Käl­te- Kopp­lung (KWK). „Beson­ders her­vor­zu­he­ben ist die gro­ße Band­brei­te an Anwen­dungs­fel­dern, wel­che von den Effi­zi­enz­maß­nah­men im Bereich der Strom- und Wär­me­ver­sor­gung abge­deckt wird. Von der Umset­zung von gan­zen Quar­tiers­lö­sun­gen bis hin zum sanier­ten Bestands­ge­bäu­de ist alles ver­tre­ten“, freut sich Dr. Jens Hauch, geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied der ENER­GIE­re­gi­on Nürn­berg e.V. Gemein­sam mit Dr. Peter Plusch­ke, Geschäfts­füh­rer des Forums Kli­ma­schutz und nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung und Umwelt­re­fe­rent der Stadt Nürn­berg, gra­tu­lier­te er den energie.effizienz.gewinnern Kom­mu­nal 2020 ganz herz­lich zur Aus­zei­chung und zu ihrem Invest in den Kli­ma­schutz sowie in eine zukunfts­fä­hi­ge Kom­mu­ne:

  • Hers­brucker Ener­gie- und Was­ser­ver­sor­gung GmbH
  • Städ­ti­sches Kom­mu­nal­un­ter­neh­men Bai­ers­dorf
  • Stadt Nürn­berg & N‑ERGIE Akti­en­ge­sell­schaft
  • Stadt­wer­ke Bay­reuth Ener­gie und Was­ser GmbH
  • Stadt­wer­ke Forch­heim GmbH
  • Stadt­wer­ke Schwa­bach GmbH & GEWO­BAU der Stadt Schwa­bach GmbH

Die Aus­zeich­nung energie.effizienz.gewinner Kom­mu­nal wur­de auf Initia­ti­ve des Forums Kli­ma­schutz und nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung der Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg hin 2020 zum ersten Mal ver­ge­ben und ergänzt damit die bis­he­ri­ge Aus­zeich­nung für nord­baye­ri­sche Unter­neh­men. Unter­stützt und geför­dert wird die Aus­zeich­nung durch die Volks­ban­ken Raiff­ei­sen­ban­ken sowie die energie.effizienz.gewinner-Jury ENER­GIE­re­gi­on Nürn­berg e.V., Ener­gie Cam­pus Nürn­berg, Initia­ti­ve green.economy.nuernberg, NER­GIE Akti­en­ge­sell­schaft, Spar­kas­se Nürn­berg, Stadt Erlan­gen, Stadt Nürn­berg und 2be_​die mar­ken­ma­cher GmbH.

Pro­fi­le der energie.effizienz.gewinner Kom­mu­nal 2020

Hers­brucker Ener­gie- und Was­ser­ver­sor­gung GmbH

„Mit der Rea­li­sie­rung des Pro­jek­tes Wär­me­kraft­werk Bür­ger­bräu haben wir die ein­ma­li­ge Chan­ce zur ener­ge­ti­schen und nach­hal­ti­gen Neu­aus­rich­tung eines Alt­stadt-Quar­tiers genutzt“, so Robert Ilg, 1. Bür­ger­mei­ster der Stadt Hers­bruck. In der Heiz­zen­tra­le auf dem Gelän­de der Bür­ger­bräu Hers­bruck wird mit­tels hoch­ef­fi­zi­en­ter Kraft-Wär­me-Kopp­lung Strom und Wär­me erzeugt. Pri­mär­ener­gie­trä­ger ist ÖKO­GAS. Der erzeug­te Strom wird in gro­ßen Tei­len in der Kun­den­an­la­ge direkt ver­braucht, die pro­du­zier­te Wär­me wird in ein kom­pak­tes Wär­me­netz ein­ge­speist und ver­sorgt neben öffent­li­chen Ver­brau­chern auch zahl­rei­che pri­va­te Haus­hal­te und gewerb­li­che Kun­den. „Die­ses Pro­jekt ist ein wei­te­rer Bau­stein unse­rer stra­te­gi­schen Aus­rich­tung, die zudem aktiv zur Errei­chung der Kli­ma­schutz­zie­le bei­trägt“, so Harald Kiesl, Geschäfts­füh­rer der HEWA GmbH. „Die Pla­nung und Umset­zung setzt ein hohes Maß an Ver­trau­en aller Betei­lig­ter vor­aus. Als kom­mu­na­les Stadt­werk und direk­ter Ansprech­part­ner vor Ort genie­ßen wir die­ses Ver­trau­en“, so Kiesl wei­ter.

Städ­ti­sches Kom­mu­nal­un­ter­neh­men Bai­ers­dorf

Im Okto­ber 2019 nahm das Städ­ti­sche Kom­mu­nal­un­ter­neh­men SKB sein ambi­tio­nier­tes Pro­jekt einer Holz­ver­ga­ser-Anla­ge zur rege­ne­ra­ti­ven Strom- (180 kW) und Wär­me­er­zeu­gung (270 kW) erfolg­reich in Betrieb. Um die in die Jah­re gekom­me­ne Ölhei­zung der orts­an­säs­si­gen Mit­tel­schu­le samt Sport­hal­le (Jah­res­ver­brauch von 65 Tsd. l Heiz­öl) abzu­lö­sen, ent­schied man sich nach mona­te­lan­ger Kon­zep­ti­on Pla­nung und Abspra­chen mit Stadt, Schul­ver­band und dem Pla­nungs­bü­ro eta für den Neu­bau eines leis-tungs­fä­hi­gen Holz­ver­ga­sers. Das von dem Holz­ver­ga­ser gespei­ste Nah­wär­me­netz, an dem meh­re­re Wohn­blöcke ange­schlos­sen sind, weist einen Pri­mär­ener­gie­fak­tor von 0,00 aus. Das „grü­ne“ Satel­li­ten-pro­jekt wird aus­schließ­lich mit nach­wach­sen­den Roh­stof­fen in Form von Pel­lets und Raps­öl betrie­ben und wur­de, durch die Netz­an­bin­dung von wei­te­ren Abneh­mern (Wohn­bau), wirt­schaft­lich ren­ta­bel. „Ein Pro-jekt, wel­ches im letz­ten Jahr unse­re gan­ze Auf­merk­sam­keit und Kraft koste­te. Wir haben es nur mit der groß­ar­ti­gen Unter­stüt­zung unse­rer Mon­teu­re und Mit­ar­bei­ter sowie deren Enga­ge­ment für die ‚grü­ne re-gio­na­le Anla­ge‘ geschafft“, so SKB-Vor­stand Patrick Nass.

Stadt Nürn­berg & N‑ERGIE Akti­en­ge­sell­schaft

Von der Stadt Nürn­berg, ver­tre­ten durch das Refe­rat für Umwelt und Gesund­heit und das Hoch­bau­amt, wur­de 2016 in Koope­ra­ti­on mit der N‑ERGIE Akti­en­ge­sell­schaft ein Block­heiz­kraft­werk (BHKW) in der Senio­ren­wohn­an­la­ge Plat­ners­berg des Nürn­berg­Stift instal­liert. Die Grund­la­ge hier­für bil­de­te eine zuvor durch­ge­führ­te syste­ma­ti­sche Poten­ti­al­ana­ly­se aller städ­ti­schen Lie­gen­schaf­ten. „Die Pla­nung und Umset-zung begann 2015. Nach Ein­bin­dung in die Bestands­an­la­ge ging das Block­heiz­kraft­werk am Plat­ners­berg 2016 in den Regel­be­trieb über. Das Block­heiz­kraft­werk ver­fügt über eine elek­tri­sche Lei­stung von 16 kW und eine ther­mi­sche Lei­stung von 38 kW. Der erzeug­te Strom wird zu 100% im Gebäu­de ver­braucht. Pro Jahr kön­nen durch­schnitt­lich 11 Ton­nen CO2 ein­ge­spart und damit ein wich­ti­ger Bei­trag zum Kli­ma­schutz in Nürn­berg gelei­stet wer­den“, so Pla­nungs- und Bau­re­fe­rent Dani­el F. Ulrich.

Stadt­wer­ke Bay­reuth Ener­gie und Was­ser GmbH

Mehr als 13.000 Stu­die­ren­de zählt die Uni­ver­si­tät Bay­reuth, die mit ihren zahl­rei­chen Gebäu­den jedes Jahr viel Wär­me und Käl­te braucht. Dafür sor­gen die Stadt­wer­ke Bay­reuth, die das Gesamt­ener­gie­kon-zept der Uni­ver­si­tät über­ar­bei­tet haben. Durch den Ein­satz gro­ßer Block­heiz­kraft­wer­ke in Kom­bi­na­ti­on mit einem rege­ne­ra­ti­ven Wär­me­er­zeu­ger wird künf­tig jedes Jahr der Aus­stoß von rund 6.000 Ton­nen CO2 ver­mie­den. „Wir inve­stie­ren hier­für vor­aus­sicht­lich mehr als sie­ben Mil­lio­nen Euro, lei­sten einen wesent­li-chen Bei­trag zum Kli­ma­schutz und stei­gern gleich­zei­tig die Ver­sor­gungs­si­cher­heit der Uni­ver­si­tät“, resü-miert Andre­as Wai­bel, Bereichs­lei­ter Con­trac­ting, Wär­me und Erzeu­gung bei den Stadt­wer­ken Bay­reuth.

Stadt­wer­ke Forch­heim GmbH

Das gene­ral­sa­nier­te alte Brau­haus in Forch­heim, mit 34 Woh­nun­gen und 2 Gewer­be­ein­hei­ten, wird mit­tels eines BHKWs mit Strom und Wär­me ver­sorgt. Im Gegen­satz zu her­kömm­li­chen Wohn­kom­ple­xen die­ser Grö­ße, kön­nen mit der Sek­tor-Kopp­lung ca. 100 t/​a CO2 ein­ge­spart wer­den. „Die Stadt­wer­ke Forch­heim inve­stie­ren als loka­les Stadt­werk zu aller­erst in die Ener­gie­wen­de im Land­kreis. Dazu gehört auch der Aus­bau der dezen­tra­len Ener­gie­ver­sor­gung von Wohn- und Gewer­be­kom­ple­xen mit ener­gie­ef­fi­zi­en­ten Lösun­gen. Wir freu­en uns, dass die­se Aus­zeich­nung unse­re Bemü­hun­gen wür­digt und bestärkt uns in unse­rem Han­deln“, fasst Chri­sti­an Spon­sel, tech­ni­scher Geschäfts­füh­rer der Stadt­wer­ke Forch­heim, zu-sam­men.

Stadt­wer­ke Schwa­bach GmbH & GEWO­BAU der Stadt Schwa­bach GmbH

Die Stadt­wer­ke Schwa­bach und die GEWO­BAU der Stadt Schwa­bach sind ein gemein­sa­mes Pilot­pro­jekt ange­gan­gen: Mie­ter­strom. An vier Wohn­ge­bäu­den haben nun mehr als 100 Wohn­ein­hei­ten die Mög­lich-keit an einer nach­hal­ti­gen und loka­len Strom- und Wär­me­er­zeu­gung durch neue Block­heiz­kraft­wer­ke teil-zuneh­men. Alte Gas­hei­zun­gen raus, moder­ne Block­heiz­kraft­wer­ke rein – war das Mot­to des Effi­zi­enz-Vor­ha­bens in zwei bestehen­den Gebäu­den. In einem Neu­bau neben­an wur­de ein wei­te­res BHKW direkt von Anfang an mit­ein­ge­plant, das durch einen Wär­me­ver­bund wie­der­um zwei zusätz­li­che benach­bar­te Gebäu­de mit­ver­sor­gen kann. Im letz­ten Schritt soll eine PV-Anla­ge die Strom­erzeu­gung dort noch opti­mal ergän­zen. „270.000 kWh Strom wer­den hier vor Ort erzeugt, durch die Bau­maß­nah­men spa­ren wir etwa 21 t CO2 pro Jahr ein. Ein rund­um gelun­ge­nes Pro­jekt, auch weil Mie­ter, die kein Wohn­ei­gen­tum besit­zen, nun an der loka­len Ener­gie­wen­de teil­ha­ben kön­nen!“, freu­en sich Stadt­wer­ke-Geschäfts­füh­rer Win­fried Klin­ger und GEWO­BAU-Geschäfts­füh­rer Harald Berg­mann.