Ran­ge­rin­nen des Natur­parks Frän­ki­sche Schweiz – Fran­ken­ju­ra beim Fle­der­maus­mo­ni­to­ring

Ende Janu­ar haben sich die Ran­ge­rin­nen des Natur­parks Frän­ki­sche Schweiz – Fran­ken­ju­ra Julia Dum­mert und Mela­nie Chi­sté zum Fle­der­maus­mo­ni­to­ring in die Festung Rothen­berg auf­ge­macht. Die Festung ist ein wich­ti­ges Über­win­te­rungs­quar­tier für sel­te­ne Fle­der­maus­ar­ten.

Oft suchen Fle­der­mäu­se in unse­ren Brei­ten für den Win­ter Höh­len, Kel­ler, Stol­len, Brun­nen oder Rui­nen, wie die Festung Rothen­berg bei Schnaitt­ach auf. Dort ver­schla­fen sie die kal­te Jah­res­zeit jedoch nicht im eigent­lich Sin­ne, son­dern sie pas­sen ihren Stoff­wech­sel an und fah­ren ihn so weit her­un­ter, dass sie kaum noch Ener­gie benö­ti­gen. So kön­nen sie die fut­ter­ar­me Jah­res­zeit mit­hil­fe ihrer Fett­re­ser­ven über­ste­hen.

Die Festung Rothen­berg ist ein wich­ti­ges Win­ter­quar­tier im Natur­park Frän­ki­sche Schweiz – Fran­ken­ju­ra und steht des­halb unter dem Schutz des euro­päi­schen Schutz­ge­biets­netz­werks Natu­ra 2000. In den alten Gewöl­ben und Kase­mat­ten befin­den sich zahl­lo­se Rit­zen und Spal­ten, die für acht Fle­der­maus­ar­ten attrak­ti­ve Über­win­te­rungs­plät­ze dar­stel­len. Für die Mops­fle­der­maus (Bar­ba­stel­la bar­ba­stel­lus) ist die­se Festung dabei sogar von bay­ern­wei­ter Bedeu­tung. Für ande­re Arten, wie das Gro­ße Maus­ohr (Myo­tis myo­tis) oder die Fran­sen­fle­der­maus (Myo­tis nat­te­re­ri) ist es ein regio­nal bedeut­sa­mes Quar­tier.

Zum Schutz der über­win­tern­den Tie­re ist die Festung von Okto­ber bis März für Besu­cher geschlos­sen. Auch Höh­len dür­fen wäh­rend die­ser Zeit nicht betre­ten wer­den. „Das Auf­wa­chen wäh­rend der Ruhe­pha­se kostet die Fle­der­mäu­se sehr viel von der Ener­gie, die im Win­ter begrenzt ist“, erklärt Ran­ge­rin Julia Dum­mert, die Fle­der­maus­be­ra­te­rin im Land­kreis Forch­heim ist „wie­der­hol­te Stö­run­gen in der kal­ten Jah­res­zeit kön­nen daher für Fle­der­mäu­se lebens­be­droh­lich wer­den.“

Seit vie­len Jah­ren fin­den jähr­lich Zäh­lun­gen statt, um den Über­blick über die Bestands­ent­wick­lung zu behal­ten. Neben Licht­schran­ken, Foto­fal­len und aku­sti­schen Auf­nah­men zählt das Win­ter­mo­ni­to­ring, wie die Zäh­lung im Win­ter heißt, zu den wich­ti­gen Erhal­tungs­maß­nah­men. Gemein­sam mit den Land­kreis­be­treu­ern im Fle­der­maus­schutz für das Nürn­ber­ger Land Bet­ti­na Cor­des und Dr. Det­lev Cor­des, dem Fle­der­maus-Fach­be­ra­ter Heinz Neu­dert, dem Festungs­füh­rer und der Unte­ren Natur­schutz­be­hör­de bege­ben sich unse­re Natur­park-Ran­ge­rin­nen auf die Suche nach den geschütz­ten Flat­ter­män­nern. Dabei wur­den alle erkenn­ba­ren Rit­zen und Spal­ten in Team­ar­beit abge­sucht, die Fun­de von den Exper­ten bestimmt und die Daten auf­ge­nom­men.

Regel­mä­ßi­ge Moni­to­ring-Pro­jek­te und die Unter­stüt­zung der Arten­schutz­be­auf­trag­ten bei ihrer Arbeit ist eine der Kern­auf­ga­ben der neu­en Natur­park-Ran­ger in Bay­ern.