Schwe­ster Hele­ne Hutz­ler erhält Bam­ber­ger Land­kreis­me­dail­le in Sil­ber

Land­rat Johann Kalb zeich­net Schwe­ster Hele­ne Hutz­ler für Ver­dien­ste zum Woh­le der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger aus

stellv. Landrat Johann Pfister, Schwester Helene Hutzler, stellv. Landrat Rüdiger Gerst und Landrat Johann Kalb(Quelle: Rudolf Mader)

stellv. Land­rat Johann Pfi­ster, Schwe­ster Hele­ne Hutz­ler, stellv. Land­rat Rüdi­ger Gerst und Land­rat Johann Kalb (Quel­le: Rudolf Mader)

Am vor­gest­ri­gen Sonn­tag fei­er­te die Ehren­bür­ge­rin der Gemein­de Kem­mern, Schwe­ster Hele­ne Hutz­ler, ihren 95. Geburts­tag. Land­rat Johann Kalb nahm die­sen beson­de­ren Tag zum Anlass, um ihr die Ver­dienst­me­dail­le des Land­krei­ses Bam­berg in Sil­ber aus­zu­hän­di­gen.

Land­rat Johann Kalb zu Beginn sei­ner Lau­da­tio: „Schwe­ster Hele­ne Hutz­ler hat sich in viel­fäl­ti­ger Wei­se für die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger des Land­krei­ses Bam­berg ein­ge­setzt und um das Gemein­wohl in der Regi­on Bam­berg ver­dient gemacht.“

Gebo­ren als Irm­gard Hutz­ler absol­vier­te sie eine Fach­aus­bil­dung zur Säug­lings- und Klein­kin­der­schwe­ster in Würz­burg. Dort über­leb­ten sie im März 1945 mit 78 ihnen anver­trau­ten Kin­dern den schwe­ren Luft­an­griff. Im Rah­men ihrer Aus­bil­dung zur Kin­der­gar­ten­hel­fe­rin führ­te sie ihr Weg 194546 erst­mals nach Kem­mern, um ein Jah­res­prak­ti­kum im Kin­der­gar­ten abzu­lei­sten. Nach­dem sie August 1946 ins Novi­zi­at bei den Dil­lin­ger Fran­zis­ka­ne­rin­nen auf­ge­nom­men wur­de, erhielt ihren Ordens­nah­men Schwe­ster Hele­ne.

1951 führ­te sie ihr Weg zurück nach Kem­mern, wo sie die dor­ti­ge „Kin­der­be­wahr­an­stalt“ lei­tet. Für die dama­li­ge Zeit waren die Ver­hält­nis­se im Kin­der­gar­ten sehr schwie­rig. Es gab nur eine dürf­ti­ge Aus­stat­tung mit Möbeln und Spiel­sa­chen, unzu­rei­chen­de sani­tä­re Ein­rich­tun­gen für eine Grup­pe von 90 bis 100 Kin­dern. Neben der päd­ago­gi­schen Arbeit muss­ten von der ein­zi­gen Erzie­he­rin noch haus­wirt­schaft­li­che Arbei­ten und die Pfle­ge der Außen­an­la­gen erle­digt wer­den. Außer­dem stan­den die Kin­der­gar­ten­räu­me des Öfte­ren unter Hoch­was­ser, so dass anschlie­ßend viel Schmutz in müh­sa­mer Hand­ar­beit besei­tigt wer­den muss­te.

Mit viel Hin­ga­be und Enga­ge­ment übte Schwe­ster M. Hele­ne die Kin­der­gar­ten­lei­tung in Kem­mern bis 1990 aus. Nach über 40 Berufs­jah­ren schied sie damals aus dem akti­ven Dienst aus. All die Jah­re arbei­te­te sie mit hoher Fach- und Sach­kom­pe­tenz, gro­ßer Begei­ste­rung und Aus­dau­er. Sie küm­mer­te sich nicht nur um die Kin­der, son­dern unter­stütz­te auch in Not­fäl­len die gan­ze Fami­lie. Vie­le Kin­der för­der­te sie mit ihrem päd­ago­gi­schen Geschick kon­ti­nu­ier­lich in ihrer Ent­wick­lung.

Neben ihrer beruf­li­chen Tätig­keit im Kin­der­gar­ten enga­gier­te sich Schwe­ster M. Hele­ne ehren­amt­lich, indem sie die Kir­che schmück­te, sich um die Kir­chen­wä­sche küm­mer­te, bei der Vor­be­rei­tung der Kin­der auf die Erst­kom­mu­ni­on und Fir­mung mit­ar­bei­te­te. Über einen lan­gen Zeit­raum hin­weg war sie außer­dem Mit­glied im Pfarr­ge­mein­de­rat, besuch­te die Kran­ken der Pfar­rei und spen­de­te die Kran­ken­kom­mu­ni­on. Auch in ihrem Ruhe­stand küm­mer­te sie sich um alte Men­schen und ver­such­te Not­si­tua­tio­nen zu ent­schär­fen.

Durch ihren uner­müd­li­chen Ein­satz, ihre Auf­op­fe­rungs­be­reit­schaft und ihre Herz­lich­keit hat sie vie­le Genera­tio­nen der Kem­mer­ner Kin­der ent­schei­dend geprägt. Neben einer reli­giö­sen Erzie­hung ver­mit­tel­te sie Wer­te wie Fair­ness, Kame­rad­schaft­lich­keit und Näch­sten­lie­be. Ihre freund­li­che und hilfs­be­rei­te Art, die Kem­mer­ner Bür­ge­rin­nen und Bür­ger mit Rat und Tat zu beglei­ten, zeich­net sie bis heu­te aus. Schwe­ster Hutz­lers Lebens­lei­stung ist bei­spiel­haft und wur­de jetzt mit der Ver­dienst­me­dail­le des Land­krei­ses Bam­berg in Sil­ber ent­spre­chend gewür­digt.

Info: Ver­dienst­me­dail­le des Land­kreis Bam­berg

Die Ver­dienst­me­dail­le des Land­krei­ses wur­de erst­mals im Jahr 2004 ver­lie­hen, im Rah­men des 75-jäh­ri­gen Jubi­lä­ums des Land­krei­ses Bam­berg.

Trä­ger sind:

Ver­dienst­me­dail­le in Gold:

  • Alt­land­rat Otto Neu­kum (ver­stor­ben)
  • Alt­land­rat Dr. Gün­ther Denz­ler

Ver­dienst­me­dail­le in Sil­ber:

  • Äbtis­sin eme­ri­ta Ger­traud Rei­ter
  • Dr. Bern­hard Dietz
  • Prof. Dr. Phil­ipp Hüm­mer (ver­stor­ben)
  • Mari­on Meh­ling
  • Anni Mon­tag (ver­stor­ben)
  • Rudolf Peter­hän­sel
  • Wolf­gang Röss­ler
  • Dr. Gerd Schal­ler
  • Edgar Sitz­mann
  • Prof. Dr. Wolf­gang Spind­ler
  • Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter a. D. Phil­ipp Voll­kom­mer (ver­stor­ben)
  • Johann Wich (ver­stor­ben)
  • Adam Wohl­part (ver­stor­ben)
  • Andre­as Wölf­lein (ver­stor­ben)

Mit der Ver­dienst­me­dail­le des Land­krei­ses wer­den Per­sön­lich­kei­ten gewür­digt, die sich um den Land­kreis Bam­berg beson­de­re Ver­dien­ste erwor­ben haben.