Gottesdienst zu 40 Jahre Kirchenneubau in Oberhaid

Erzbischof Schick: „Es gibt keinen Glauben, außer: Man tut ihn“

Erzbischof Ludwig Schick ruft die Christen auf, dem „Wir“ Vorrang vor dem „Ich“ zu geben. „Wir leben in einer Welt, in der Individualismus, Egoismus, Konsumismus, Populismus und Nationalismus zunehmen“, sagte Schick am Sonntag in einem Gottesdienst zum 40. Jubiläum des Kirchenneubaus in Oberhaid.

Damit verbunden sei oft die Haltung „Nach mir die Sintflut“, sagte der Erzbischof und verwies auf die Diskussionen zum Klimawandel. Viele Menschen lebten nach der Maxime: „Mir muss es gut gehen“ und machten daraus sogar die Theorie: „Wenn es sich alle gut gehen lassen, geht es allen gut.“ Das sei aber falsch, denn es gebe immer Schwache, denen die Möglichkeit fehle, es sich gut gehen zu lassen. „Deshalb brauchen wir den Einsatz füreinander. Das wird auch immer etwas kosten an Verzicht und Opfer für das gute Leben miteinander und für alle“, so Erzbischof Schick.

Der Erzbischof zitierte das Sprichwort „Es gibt nichts Gutes, außer: Man tut es“. Das Zitat von Erich Kästner drücke aus, was bei Christen absolute Geltung habe: „Unser Glaube ist nicht Theorie und Spekulation über Himmel und Erde, nicht außerirdische Gedankengänge und Hirngespinste, sondern Lieben in Tat und Wahrheit.“ Christsein sei Tun, das inspiriert sei von den Taten und Worten Jesu. Daher sei dem Sprichwort hinzuzufügen: „Es gibt keinen Glauben, außer: Man tut ihn.“ Das Kirchenjubiläum in Oberhaid solle dazu ermuntern, „Christen zu sein, die wissen, dass ihr Glaube Tun bedeutet: Im Tun erkennen wir die Wahrheit des Evangeliums, seiner Werte und Verheißungen, den guten Gott und seinen Geist, und entsprechen dem Auftrag Jesu. „Wer die Wahrheit tut, kommt zum Licht.“