Grü­ne fas­sungs­los: Land­kreis Forch­heim ver­an­stal­tet Flug­rei­se nach Süd­afri­ka

„Wäh­rend jun­ge Men­schen auf die Stra­ße gehen und ange­sichts der Kli­ma­kri­se um ihre Zukunft fürch­ten, ver­an­stal­tet der Land­kreis Forch­heim eine Flug­rei­se nach Süd­afri­ka. Ich bin fas­sungs­los!“, so der grü­ne Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Karl Wald­mann.

In „Hal­lo Fran­ken“ (4/20, S. 19) bewirbt der „Land­kreis (Land­rats­amt Forch­heim)“ unter der Über­schrift „Kul­tur­rei­se rund ums Kap“ eine 11-tägi­ge Kul­tur- und Wein­rei­se nach Süd­afri­ka. Der Land­kreis tritt als Orga­ni­sa­tor der Rei­se auf, da unter einer Email-Adres­se des Land­rats­am­tes nähe­re Infos zur Rei­se­rou­te ein­ge­holt wer­den kön­nen und auch Anmel­de­for­mu­la­re direkt beim Land­rats­amt zu erhal­ten sind. Den außer­ge­wöhn­li­chen Reiz Süd­afri­kas doku­men­tiert eine vier­tei­li­ge Land­schafts­auf­nah­me, bei der als Quel­le eben­falls das Land­rats­amt Forch­heim ange­ge­ben ist.

„Zum wie­der­hol­ten Male igno­rie­ren Tei­le der Ver­wal­tung die Bemü­hun­gen des Kreis­tags im Kampf gegen die Kli­ma­kri­se“, kri­ti­siert die kli­ma­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Grü­nen im Bun­des­tag und Kreis­rä­tin Lisa Badum. Land­rat Dr. Ulm müs­se end­lich sei­ne Ver­wal­tung kli­ma­po­li­tisch auf Vor­der­mann brin­gen, schließ­lich bela­ste der Flug­ver­kehr die Umwelt beson­ders stark mit Schad­stof­fen.

„Auch wenn man akzep­tiert, dass kul­tu­rel­ler Aus­tausch wich­tig ist und sich des­halb für Fern­rei­sen Flü­ge nicht ver­mei­den las­sen, ist das eine völ­li­ge The­ma­ver­feh­lung des Land­rats­amts: Statt regio­na­len, sanf­ten Tou­ris­mus zu för­dern, tritt der Land­kreis als Fern­rei­se­ver­an­stal­ter auf und davon gibt es ja wahr­lich genug ande­re“, betont Kreis­rat Mat­thi­as Strie­bich.

„Ganz abge­se­hen davon ist auch die Rol­le des Land­krei­ses als Rei­se­ver­an­stal­ter für eine Kul­tur- und Wein­rei­se zu hin­ter­fra­gen“, kri­ti­siert die Igen­s­dor­fer Kreis­rä­tin Bar­ba­ra Pon­e­leit. Der Land­kreis sol­le sich viel­mehr beim Erhalt der Frän­ki­schen Schweiz als Kul­tur­land­schaft und damit als Magnet für den hie­si­gen Tou­ris­mus enga­gie­ren.