Elt­mann sinnt auf Revan­che in Rot­ten­burg

Der 13.11.19 hat sich ein­ge­brannt: da ver­kauf­te sich Elt­mann gegen den TV Rot­ten­burg in der Bro­se Are­na Bam­berg weit unter Wert. Das 0:3 ging sport­lich in Ord­nung, aber ver­ges­sen ist es nicht. Ent­spre­chend heiß sind die Main­fran­ken auf eine Revan­che und nach den sehr guten Ergeb­nis­sen in den letz­ten 7 Wochen ste­hen die Zei­chen dafür nicht schlecht.

Jonas Sagstetter: Ball und Punkte in Rottenburg voll im Fokus. © Daniel Löb für HEITEC VOLLEYS

Jonas Sag­stet­ter: Ball und Punk­te in Rot­ten­burg voll im Fokus. © Dani­el Löb für HEI­TEC VOL­LEYS

Seit der Ankün­di­gung am 20.12.2019, dass die Spiel­be­triebs­ge­sell­schaft Insol­venz anmel­den muss, hat die Mann­schaft in den ver­gan­ge­nen vier Spie­len Cou­ra­ge bewie­sen. Was vor­her stör­te, wur­de auf ein­mal unwich­tig, der wirt­schaft­li­che Schock schweiß­te Ver­ein, Mann­schaft und alle Betei­lig­te drum­her­um fest zusam­men. Und die Sie­ge gegen Bühl (3:0) sowie den VfB Fried­richs­ha­fen (3:2) haben zur gestei­ger­ten Moti­va­ti­on und guten Lau­ne im Team bei­getra­gen.

Auch die 1:3 Nie­der­la­ge gegen die Alpen­Vol­leys war kein Dämp­fer, viel­mehr kann aus dem knap­pen 23:25 im zwei­ten Satz und dem sen­sa­tio­nell gewon­ne­nen drit­ten Satz eine brei­te Brust mit­ge­nom­men wer­den. Mit 19:23 stan­den die Main­fran­ken vor der Match­nie­der­la­ge, Haching wähn­te sich bereits auf der Ziel­ge­ra­den, da brach­ten Luuc van der Ent und Irfan Ham­za­gic den Elt­man­ner Hexen­kes­sel zum Toben. Drei Blocks des hol­län­di­schen Rie­sen in der Mit­te, ein cle­ve­rer Angriff des Ser­ben Ham­za­gic über die Dia­go­na­le und sein fol­gen­des, per­fekt auf die Sei­ten­li­nie platz­ier­tes Ass. Die Zuschau­er in der Georg-Schä­fer-Hal­le rie­ben sich die Augen, denn die HEI­TEC VOL­LEYS hat­ten sich in Win­des­ei­le den ersten Satz­ball erkämpft, Hachings Trai­ner Ste­fan Chrti­an­sky konn­te trotz Aus­zeit und deut­li­cher Wor­te sei­ne Man­nen nicht auf­wecken. Und beim letz­ten Satz­punkt funk­tio­nier­te das Duo Ham­za­gic – van der Ent wie­der per­fekt: Ham­za­gic leg­te im Ser­vice auf, van der Ent stand wie eine Mau­er in der Luft und schick­te den ver­dat­ter­ten Hachin­gern die Pil­le zum 25:23 ins geg­ne­ri­sche Feld zurück.

Mar­co Donat war zufrie­den nach dem span­nen­den Mitt­wochs-Duell gegen die öster­rei­chisch-deut­sche Com­bo, aber hebt war­nend den Fin­ger: „Nach Alpen­Vol­leys ist vor Rot­ten­burg. Die Dom­städ­ter haben eine sehr homo­ge­ne Mann­schaft, die wenig Feh­ler macht. Dazu kommt, dass sie sehr heim­stark sind, was die Alpen­Vol­leys beim über­ra­schen­den Pokal-Aus im Novem­ber zu spü­ren bekom­men haben. Den­noch sind wir auf Revan­che aus. Es wird ein hei­ßer Kampf wer­den.“

Auch Jonas Sag­stet­ter freut sich auf den Fight am Sonn­tag, das Fern­seh­spiel kann ab 17:00 Uhr live auf Sport1 gese­hen wer­den. Es ist das „Extra-Zuckerl“ für den 20jährigen Lands­hu­ter, der wie sei­ne Team­kol­le­gen auf die Revan­che brennt. „Wir haben gegen Rot­ten­burg noch eine Rech­nung offen und wol­len das 0:3 aus der Vor­run­de aus­glei­chen. Ich den­ke, wenn wir als Team eine ähn­li­che Lei­stung wie gegen Fried­richs­ha­fen oder auch Haching ablie­fern und dann die eine oder ande­re Chan­ce mehr nut­zen, wer­den wir einen Sieg ein­fah­ren.“

Sag­stet­ter lie­fer­te am Mitt­woch bei 24 Bäl­len star­ke 62% in der Annah­me­qua­li­tät ab, in per­fek­ten Bäl­len waren es gar 38%. Bes­ser war an die­sem Abend nur der geg­ne­ri­sche Libe­ro Flo­ri­an Rings­eis mit 64% bzw. 45%, wobei er in der Annah­me nur 11mal von Elt­mann gesucht wur­de.

Trotz sei­ner exzel­len­ten Lei­stung bleibt Sag­stet­ter beschei­den: „Per­sön­lich bin ich sehr froh, dass ich nach mei­ner Ver­let­zung end­lich wie­der auf dem Feld gestan­den habe und dem Team hel­fen konn­te.“

Für Shun­suke Watan­a­be, den japa­ni­schen Spie­ler im Team der HEI­TEC VOL­LEYS, wird es wie­der ein Auf­ein­an­der­tref­fen mit sei­nem „Arbeits­kol­le­gen“ Tai­chi Kawa­gu­chi. Bei­de Teams haben in ihrem Kader die ein­zi­gen japa­ni­schen Bun­des­li­ga-Libe­ros, zusam­men mit dem Nip­pon-Super­star Yanagi­da Masa­hi­ro (United Vol­leys Frank­furt) sind sie die „Exo­ten“ in der deut­schen Män­ner­vol­ley­ball-Sze­ne. Ent­spre­chend groß ist das Inter­es­se der Japa­ner an ihren drei Spie­lern in Deutsch­land, selbst die eher „unbe­kann­ten“ Spie­ler wie Watan­a­be und Kawa­gu­chi genie­ßen die Auf­merk­sam­keit japa­ni­scher Medi­en. Just für Sonn­tag hat sich ein wei­te­rer Jour­na­list aus Nip­pon ange­mel­det, der nach dem Match mit bei­den Spie­lern ein aus­führ­li­ches Inter­view füh­ren wird. Natür­lich setzt Watan­a­be dar­auf, dass dann die von Elt­mann gewon­ne­nen Punk­te für zusätz­li­chen Gesprächs­stoff sor­gen wer­den.