Kunst unter­wegs – Die Muse­en der Stadt Bam­berg ver­lei­hen wert­vol­le Kunst­ge­gen­stän­de

Kunst unter­wegs.…. “Die Sint­flut” / Foto: Muse­en der Stadt Bam­berg

Die Muse­en der Stadt Bam­berg haben viel zu bie­ten und wer­den daher auch regel­mä­ßig von ande­ren Muse­en um Leih­ga­ben der unter­schied­lich­sten Art ange­fragt. So sind noch bis zum 1. März in der groß­ar­ti­gen Rem­brandt­aus­stel­lung im Köl­ner Wall­raf-Rich­artz-Muse­um die Evan­ge­li­sten Johan­nes und Mar­kus, Gemäl­de von Jan Lie­vens, zu sehen. Die „Sint­flut“ von Hans Bal­dung Grien ist noch bis 8. März Teil der Gro­ßen Lan­des­aus­stel­lung Baden-Würt­tem­berg in Karls­ru­he. Das Salz­burg Muse­um zeigt bis 9. Febru­ar eine her­aus­ra­gen­de Aus­stel­lung mit Gemäl­den der Por­trä­ti­stin Bar­ba­ra Krafft, (*1764 in Iglau; †1825 in Bam­berg), dar­un­ter neun Leih­ga­ben aus Bam­berg. Ein Hand­op­fer­ka­sten und ein Sie­chen­stein wur­den zur bereits viel beach­te­ten Aus­stel­lung „Medi­cus – Die Macht des Wis­sens“ (bis 21. Juni) an das Histo­ri­sche Muse­um der Pfalz in Spey­er aus­ge­lie­hen. Und ganz aktu­ell sind ver­gan­ge­ne Woche 60 Por­zel­la­ne nach Saar­lou­is ins Muse­um Haus Lud­wig gereist. Dies ent­spricht qua­si der gesam­ten Aus­stel­lung „Was bin ich? Beru­fe in Por­zel­lan“, die 2014 mit gro­ßem Erfolg in der Samm­lung Lud­wig Bam­berg zu sehen war.

Wie­der nach Bam­berg zurück­ge­kehrt sind inzwi­schen das gro­ße Ölge­mäl­de „Der Fisch­markt“ von Joa­chim Beuckela­er (16. Jh), das bis vor kur­zem im nie­der­län­di­schen Dor­drechts Muse­um Teil der Aus­stel­lung “Vis in Beeld“ war und „Indu­strie­land­schaft“, ein Gemäl­de Peter Ben­kerts, das an das Ruhr­mu­se­um Essen ver­lie­hen war.

Bam­berg im neu­en Haus der Baye­ri­schen Geschich­te stark ver­tre­ten

Eine gan­ze Rei­he Bam­ber­ger Objek­te wird außer­dem im neu­en Haus der Baye­ri­schen Geschich­te in Regens­burg prä­sen­tiert: Vier soge­nann­te „Pro­zes­si­ons­krän­ze“ sind Teil der Dau­er­aus­stel­lung. Ein ech­tes Schwer­ge­wicht ist noch bis 8. März in der Lan­des­aus­stel­lung „100 Objek­te aus 1000 Jah­ren“ zu sehen: Einer der drei berühm­ten „Bam­ber­ger Göt­zen“, der 1858 aus dem Schwemm­sand der Reg­nitz bei Gaustadt gebor­gen wur­de. Er besteht aus Keu­per-Sand­stein, Ent­ste­hungs­zeit ca. 6.–8. Jh. und ist die Dar­stel­lung eines bär­ti­gen Man­nes, wobei noch unklar ist, ob es sich um einen “heid­ni­schen” Göt­zen oder einen früh­christ­li­chen Mis­sio­nar han­delt. Auch der pro­mi­nen­te mit­tel­al­ter­li­che Rit­ter­kopf aus Schilfs­and­stein aus dem Besitz des Histo­ri­schen Ver­eins Bam­berg ist zur Lan­des­aus­stel­lung nach Regens­burg gereist. Ent­stan­den in Bam­berg vor 1237 gehör­te er zur Dom­aus­stat­tung und stellt even­tu­ell den Hei­li­gen Mau­ri­ti­us dar. Die Bam­ber­ger „Räder­uhr mit Apo­stel­gang“ aus dem 16. Jahr­hun­dert aus der Abtei­lung „Raum und Zeit“ im Histo­ri­schen Muse­um Bam­berg ist eben­falls eines der 100 Objek­te aus 1000 Jah­ren in der aktu­el­len Lan­des­aus­stel­lung. Sie wird Andre­as Utz­mül­ler zuge­schrie­ben. Ver­mut­lich han­delt es sich bei die­ser Uhr um eine der älte­sten erhal­ten­den höl­zer­nen Räder­uh­ren. Die Samm­lung Lud­wig Bam­berg, die in die­sem Jahr übri­gens ihr 25 jäh­ri­ges Bestehen im Alten Rat­haus fei­ern kann, stell­te den „Stür­mi­sche Lieb­ha­ber“ zur Ver­fü­gung. Die galan­te Sze­ne­rie aus Por­zel­lan stammt von Franz Anton Bustel­li aus der Manu­fak­tur Neu­deck-Nym­phen­burg und ist 1756 ent­stan­den.

Wei­te­re Leih­ga­ben aus Bam­berg


Auch wei­te­re Bam­ber­ger Muse­en haben wert­vol­le Gegen­stän­de ver­lie­hen: In der jetzt zu Ende gegan­ge­nen Base­ler Aus­stel­lung „Gold & Ruhm“ waren pro­mi­nen­te Objek­te aus der Staats­bi­blio­thek Bam­berg und dem Bam­ber­ger Diö­ze­san­mu­se­um aus­ge­stellt. In der bereits erwähn­ten Lan­des­aus­stel­lung „100 Schät­ze aus 1000 Jah­ren“ im Haus der Baye­ri­schen Geschich­te in Regens­burg sind auch drei bedeu­ten­de Objek­te aus dem Bam­ber­ger Diö­ze­san­mu­se­um zu sehen: Ein Tragal­tar aus Hil­des­heim und Köln um 1170/80, Pon­ti­fi­kal­schu­he aus dem Grab Bischof Ottos II. von Bam­berg, 12./13. Jahr­hun­dert und eine Krüm­me eines Bischofs­stabs aus Limo­ges aus dem ersten Drit­tel des 13. Jahr­hun­derts. Und nicht zuletzt ist die Neue Resi­denz Bam­berg der Baye­ri­schen Schlös­ser­ver­wal­tung mit einem knapp vier Meter gro­ßen Wap­pen des Königs­reichs Bay­ern von 1806 in Regens­burg ver­tre­ten. Und irgend­wann keh­ren ja all die­se Leih­ga­ben zum Glück wie­der nach Bam­berg in ihre ange­stamm­ten Häu­ser zurück und wer­den dort wie­der zu bestau­nen sein. Mehr Info unter www​.muse​um​.bam​berg​.de und www​.dom​berg​-bam​berg​.de

Fotos © Muse­en der Stadt Bam­berg