AOK Bam­berg: Vit­amin D – Was bringt das Son­nen­vit­amin?

Gera­de im Win­ter wird immer wie­der vor einem Man­gel an Vit­amin D gewarnt. Der mensch­li­che Kör­per kann selbst genü­gend davon pro­du­zie­ren, die Haut braucht dafür nur aus­rei­chend Son­nen­licht und das gibt es in der dunk­len Jah­res­zeit weni­ger. „Den­noch lei­den die wenig­sten unter einem ech­ten Vit­amin-D-Man­gel“, so Ernäh­rungs­fach­kraft Doris Spod­dig von der AOK in Bam­berg. Im Rah­men einer AOK-Fak­ten­box ist die aktu­el­le Stu­di­en­la­ge gesich­tet wor­den mit dem Ergeb­nis, dass zusätz­li­ches Vit­amin D – über die nor­ma­le Ernäh­rung hin­aus – weder Krebs noch Herz-Kreis­lauf-Erkran­kun­gen ver­hin­dern kann.

Vit­amin D hält gesund, zu viel davon scha­det

Das bedeu­tet jedoch nicht, dass Vit­amin D unwich­tig für den Kör­per ist. „Es unter­stützt den Kör­per dabei, Kal­zi­um aus Lebens­mit­teln auf­zu­neh­men, und här­tet so Kno­chen und Zäh­ne“, berich­tet Spod­dig. Außer­dem beein­flusst es die Mus­kel­kraft posi­tiv und stärkt das Immun­sy­stem. Ein ech­ter Man­gel an Vit­amin D kann aber auch gra­vie­ren­de Fol­gen haben: Es kann zu einer Kno­chen­er­wei­chung kom­men, bei Säug­lin­gen und Klein­kin­dern Rachi­tis genannt, bei Erwach­se­nen Osteo­ma­la­zie. „Die­se Erkran­kun­gen kön­nen tat­säch­lich gut mit Vit­amin-D-Tablet­ten behan­delt wer­den“, so Spod­dig. Zudem gilt ein Vit­amin-D-Man­gel bei älte­ren Men­schen als Risi­ko­fak­tor für eine Osteo­po­ro­se.

Laut einer Unter­su­chung des Robert-Koch-Insti­tuts (RKI) errei­chen zwar nur knapp 40 Pro­zent der Erwach­se­nen in Deutsch­land einen opti­ma­len Vit­amin-D-Wert. Doch ein gra­vie­ren­der Vit­amin-D-Man­gel kommt sel­ten vor. Die­sen zu über­prü­fen, ist nur sinn­voll, wenn man ein erhöh­tes Risi­ko auf­weist, wie bei­spiels­wei­se ein höhe­res Lebens­al­ter, Immo­bi­li­tät oder eine chro­ni­sche Erkran­kung des Magens, des Dar­mes, der Leber oder der Nie­ren oder auch eine Osteo­po­ro­se-Erkran­kung. Ein Blut­test beim Arzt kann einen zu nied­ri­gen Vit­amin-D-Spie­gel bestä­ti­gen. In jedem Fall soll­te die Ein­nah­me von Vit­amin-D-Tablet­ten immer mit dem Haus­arzt abge­spro­chen wer­den. Denn zu viel Vit­amin D kann auch scha­den. „Zu gro­ße Vit­amin-D-Men­gen erhö­hen den Kal­zi­um­spie­gel im Blut mit der Gefahr eines Nie­ren­ver­sa­gens“, mahnt Spod­dig.

Vit­amin-D-Spei­cher fül­len

Jeder kann selbst eini­ges tun, um einem Vit­amin-D-Man­gel vor­zu­beu­gen. So ist eine kal­zi­um­rei­che Ernäh­rung mit Bewe­gung an der fri­schen Luft und Rauch­ver­zicht anzu­ra­ten. Wer bereits im Som­mer sei­nen Vit­amin-D-Spei­cher auf natür­li­che Wei­se auf­füllt, kann in den Win­ter­mo­na­ten davon zeh­ren. Des­halb lau­tet die all­ge­mei­ne Emp­feh­lung, zumin­dest von März bis Okto­ber zwei- bis drei­mal pro Woche einen Spa­zier­gang im Frei­en zu machen und dabei Gesicht, Hän­de und Arme kurz­zei­tig unbe­deckt und ohne Son­nen­schutz der Son­ne aus­zu­set­zen (recht­zei­tig Son­nen­schutz benut­zen). „Doch auch im Win­ter­halb­jahr bil­det der Kör­per etwas Vit­amin D, wenn man mit frei­em Gesicht und ohne Hand­schu­he für 20 bis 30 Minu­ten drau­ßen spa­zie­ren geht“, so Spod­dig. Durch die Wir­kung der Son­nen­strah­len deckt der Kör­per bis zu 90 Pro­zent des Bedarfs, mit Nah­rung kann man aber eben­falls etwas nach­hel­fen: Eini­ge Lebens­mit­tel ent­hal­ten nen­nens­wer­te Men­gen an Vit­amin D. Dazu gehö­ren fet­ter See­fisch wie Hering oder Lachs sowie Pil­ze (Stein­pil­ze, Shii­ta­ke, Cham­pi­gnons), Kalb­fleisch, Leber, Mar­ga­ri­ne und Ei.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen:

Die AOK-Fak­ten­bo­xen: „Kann ich mit Vit­amin D Krebs oder Herz-Kreis­lauf-Erkran­kun­gen vor­beu­gen?“ und „Kann ich mich mit Vit­amin D vor Kno­chen­brü­chen schüt­zen? www​.aok​.de/​f​a​k​t​e​n​b​o​xen

Infor­ma­tio­nen der Ver­brau­cher­zen­tra­le: www​.ver​brau​cher​zen​tra​le​.de > Lebens­mit­tel Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel > „Vit­amin-D-Pro­duk­te – Wann sind sie sinn­voll?“