Kon­junk­tur im ober­frän­ki­schen Hand­werk – IV. Quar­tal 2019

Trotz Kon­junk­tur­del­le schaut das Hand­werk zuver­sicht­lich auf 2020

Umfra­ge der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken unter 415 Betrie­ben mit 5.827 Beschäf­tig­ten

Wie auch in den Vor­jah­ren schließt das Hand­werk das Jahr 2019 mit einem star­ken Ergeb­nis ab. Mehr als 9 von 10 Betrie­ben (91,5%) bewer­te­ten ihre Geschäfts­la­ge im letz­ten Quar­tal des ver­gan­ge­nen Jah­res als zufrie­den­stel­lend (51,5% gut, 40% befrie­di­gend). „Das All­zeit-Hoch der Jah­re 2017 und 2018 scheint sich zwar dem Ende zuzu­nei­gen“, ord­net der Prä­si­dent der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken, Tho­mas Zim­mer, die aktu­el­len Umfra­ge­er­geb­nis­se ein. „Den­noch heißt das nicht, dass der Boom im ober­frän­ki­schen Hand­werk vor­bei ist. Die Geschäf­te lau­fen nach wie vor her­vor­ra­gend.“

Ange­sicht der von den Betrie­ben gemel­de­ten Zah­len, geht Zim­mer auch im Jahr 2020 von einem Plus bei Beschäf­ti­gung und Umsät­zen aus. „Aller­dings deu­tet die Umfra­ge eben­falls an, dass die Wachs­tums­dy­na­mik in die­sem Jahr etwas abneh­men wird.“ Dabei glei­che die noch immer star­ke Bin­nen­kon­junk­tur die in der Indu­strie spür­ba­re Kon­junk­tur­del­le aus. „Das Hand­werk in Ober­fran­ken nimmt bis­lang kaum Aus­wir­kun­gen wahr.“ Den­noch beur­tei­len die befrag­ten Betriebs­in­ha­ber die zukünf­ti­ge Ent­wick­lung etwas kon­ser­va­ti­ver. Der Geschäfts­kli­ma­in­dex bleibt mit 114 Punk­ten des­halb sta­bil auf hohem Niveau, wenn auch nicht auf dem Höchst­le­vel der Vor­jah­re.

„Es sind aber nicht nur die Erwar­tun­gen, die eine gerin­ge­re Wachs­tums­dy­na­mik ver­mu­ten las­sen“, erläu­tert der Haupt­ge­schäfts­füh­rer der Hand­werks­kam­mer, Tho­mas Kol­ler. „Der Man­gel an geeig­ne­ten Fach­kräf­ten ist wei­ter­hin die größ­te Hür­de, die unse­re Mit­glieds­be­trie­be dar­an hin­dert, noch mehr Umsät­ze zu gene­rie­ren.“ Dass es im ober­frän­ki­schen Hand­werk den­noch gut lau­fe, zeig­ten die hohe Kapa­zi­täts­aus­la­stung sowie die weit rei­chen­den Auf­trags­be­stän­de. Kol­ler wei­ter: „Bei­de Wer­te sind mit 79% bzw. 7,5 Wochen wei­ter­hin über­durch­schnitt­lich hoch, ins­be­son­de­re für ein letz­tes Quar­tal. Es gibt aktu­ell kei­nen Grund für Pes­si­mis­mus. Die Auf­trags­bü­cher sind gut gefüllt.“

Für den Haupt­ge­schäfts­füh­rer zeigt der Blick auf die Umfra­ge­er­geb­nis­se des ver­gan­ge­nen Jah­res, dass auch 2019 kon­junk­tu­rell sehr stark für das ober­frän­ki­sche Hand­werk war: „Der Wachs­tums­mo­tor Hand­werk läuft wei­ter­hin sehr robust.“ Damit dies auch in den kom­men­den Jah­ren so blei­be, sind für Tho­mas Kol­ler vor allem drei Din­ge not­wen­dig, um die Wirt­schaft­lich­keit der Mit­glie­der zu sichern: „1. Fach­kräf­te sichern, 2. Bin­nen­kon­junk­tur stär­ken, 3. Büro­kra­tie abbau­en. Wir wer­den uns dafür ein­set­zen, dass die Poli­tik dafür die rich­ti­gen Rah­men­be­din­gun­gen schafft!“

Ein­schät­zun­gen aus ein­zel­nen Hand­werks­zwei­gen:

  • Ins­ge­samt hat sich die Hand­werks­kon­junk­tur zum Vor­jahr kaum ver­än­dert und bleibt kon­stant auf sehr hohem Niveau. Die Aus­sich­ten für 2020 sind gut.
  • Die Bau- und Aus­bau­hand­wer­ke sind auch dank mil­den Wet­ters zum Jah­res­en­de nach wie vor wirt­schaft­lich extrem stark. 97% bzw. 98,5% haben eine befrie­di­gen­de oder gute Geschäfts­la­ge. Ins­be­son­de­re in den Aus­bau­hand­wer­ken sind die Wer­te sogar noch bes­ser als in den Rekord­jah­ren 2017/2018.
  • Zulie­fe­rer und Betrie­be des gewerb­li­chen Bedarfs haben auch zum Jah­res­en­de noch von guten Geschäf­ten berich­tet (40% gut, 44,5% befrie­di­gend). Aller­dings wird – vor allem beim Vor­jah­res­ver­gleich – deut­lich, dass die Ein­trü­bun­gen in der Indu­strie in die­sem Hand­werks­zweig ankom­men.
  • Beim Kfz-Hand­werk schlägt die­se Ent­wick­lung aller­dings nicht durch. Der Werk­statt­be­reich ist gut aus­ge­la­stet und auch das sai­so­na­le Win­ter­rei­fen­ge­schäft sorgt für gute Stim­mung, die Lage hat sich zum Vor­quar­tal sogar ver­bes­sert (34% gut, 58% befrie­di­gend).
  • Die Kon­junk­tur in den Nah­rungs­mit­tel­hand­wer­ken bewegt sich auch im IV. Quar­tal auf hohem Niveau. Aller­dings ist der Anteil derer mit einer schlech­ten Geschäfts­la­ge leicht um 3,5 Pro­zent­punk­te gestie­gen (14,5%).
  • Auch bei den Gesund­heits­hand­wer­ken ist die Lage ins­ge­samt gut, aber es gibt bei einem guten Fünf­tel auch Ein­bu­ßen. Vor allem über­re­gio­na­le und inter­na­tio­na­le Kon­kur­renz ver­schärf­ten die Markt­si­tua­ti­on.
  • Im Bran­chen­ver­gleich beur­tei­len Fri­seu­re und Kos­me­ti­ker ihre Geschäfts­la­ge übli­cher­wei­se etwas vor­sich­ti­ger als die übri­gen Hand­werks­zwei­ge. Mit 45,5% guter und 36,5% befrie­di­gen­der Geschäfts­la­ge herrscht aber auch hier wei­ter­hin Hoch­kon­junk­tur.