Udo Schön­fel­der sprach auf Neu­jahrs­emp­fang der CSU Forch­heim

Neu­jahrs­emp­fang der CSU Forch­heim: “Die Rich­tung passt. Das Tem­po nicht”. / Foto: Alex­an­der Hitsch­fel

“Die Rich­tung passt. Das Tem­po nicht.”

Auf dem Neu­jahrs­emp­fang der CSU Forch­heim (extra Bericht) hielt OB-Kan­di­dat Udo Schön­fel­der eine aus­führ­li­che Rede, war­um er der “rich­ti­ge” Ober­bür­ger­mei­ster für Forch­heim sei und was er im Fal­le einer Wahl umset­zen will:

In sei­ner Rede wünscht Udo Schön­fel­der ein­gangs all­seits ein gesun­des und glück­li­ches neu­es Jahr. Er dank­te Land­rat Her­mann Ulm für sei­ne vor­an­ge­gan­ge­ne Rede und nann­te Ulm einen „Fels in der Bran­dung der Land­kreis­po­li­tik“ und einen „Brücken­bau­er mit her­vor­ra­gen­den mensch­li­chen Zügen“. In der aktu­el­len Aus­ga­be eines nam­haf­ten Wirt­schafts­ma­ga­zins wur­de dar­über berich­tet, an wel­chen Orten die Wirt­schaft, gemes­sen an der loka­len Ent­wick­lung des Brut­to-Inlands-Pro­duk­tes am mei­sten in Deutsch­land zuge­legt habe. „Der Durch­schnitt in Deutsch­land liegt bei 3,72 Pro­zent; der Land­kreis Forch­heim leg­te um 14,66 Pro­zent zu“, so Schön­fel­der. Damit lie­ge man im bun­des­wei­ten Ran­king auf Rang 1, so Schön­fel­der.

Bevöl­ke­rungs­ent­wick­lung in Ober­fran­ken bleibt laut Pro­gno­se sta­bil

Die Bevöl­ke­rungs­ent­wick­lung im Land­kreis blei­be gemäß einer Pro­gno­se von 2018 bis 2038 rela­tiv sta­bil, was in Ober­fran­ken eher die Aus­nah­me sei. Die Gro­ße Kreis­stadt Forch­heim habe für die Bevöl­ke­rungs- und bei der wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung sehr wesent­li­che Bei­trä­ge gelei­stet. Schön­fel­der bezeich­ne­te die Stadt Forch­heim als „Motor des Land­krei­ses“. Immer­hin wür­den von 27 Unter­neh­men mit über 100 Beschäf­ti­gen inner­halb des Land­krei­ses Forch­heim 16 aus der Stadt Forch­heim stam­men. In den letz­ten zehn Jah­ren sei­en in den Stand­ort Forch­heim rund 500 Mil­lio­nen Euro allei­ne inner­halb der „Medi­zin­tech­nik-Bran­che“ inve­stiert wor­den, so Schön­fel­der. Die Gewer­be­steu­er­ein­nah­men wür­den durch die Decke schie­ßen, was aber nicht nur posi­ti­ve Fol­gen habe, so Schön­fel­der. In der Stadt Forch­heim gebe es etwa 1000 Betrie­be mit etwa 16.800 sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Beschäf­tig­ten. „Wir haben eine Arbeits­lo­sig­keit von 2,5 Pro­zent, qua­si Voll­be­schäf­ti­gung“, so Schön­fel­der. Aktu­ell wür­den 8.500 Aus­pend­lern inzwi­schen 12.000 Ein­pend­lern gegen­über­ste­hen; bis vor eini­gen Jah­ren sei dies noch anders her­um gewe­sen. „Die von Franz Stumpf und Heinz Schwab zusam­men gepflanz­ten Bäu­me tra­gen nun Früch­te – vie­len Dank dafür“, so Schön­fel­der.

Land­flucht hält wei­ter an

Es gel­te nach wie vor den Trend der „Re-Urba­ni­sie­rung“, was Zuzug vom Land in die Stadt bedeu­te, zu stop­pen. Kön­ne die­se Land­flucht nicht gestoppt wer­den, bedeu­te es, dass dies zu einer Über­hit­zung der Ent­wick­lung füh­ren und damit zu ungu­ten Fol­gen füh­ren kön­ne, so Schön­fel­der. Eine davon sei, dass von staat­li­cher Sei­te die Stadt Forch­heim zu einer von 162 Städ­te gezählt wer­de, in denen eine ange­spann­ter Wohn­si­tua­ti­on gerech­net wer­de. Ange­bot und Nach­fra­ge wür­den aktu­ell ekla­tant aus­ein­an­der­lau­fen, so Schön­fel­der. Er hal­te es des­we­gen für wich­tig – und sehe dies auch als Chef­sa­che an – in sämt­li­chen Stadt­tei­len Wohn­raum zu schaf­fen, so der Kom­mu­nal­po­li­ti­ker.

Als Bei­spiel kön­ne sich Schön­fel­der gut vor­stel­len die Ent­wick­lung des Don-Bos­co-Are­al, wel­ches sei­ner Mei­nung nach viel Poten­ti­al habe, vor­an­zu­trei­ben. Hier kön­ne ein genera­ti­ons­über­grei­fen­des, inno­va­ti­ves Quar­tier mit attrak­ti­ven sozia­len und kul­tu­rel­len Treff­punk­ten ent­ste­hen, so der Ober­bür­ger­mei­ster­kan­di­dat. Beim neu­en Forch­hei­mer Bau­land­mo­dell könnt man deut­lich aus­ge­präg­te­re, von ande­ren gewoll­te, erheb­li­che Eigen­tü­mer-feind­li­che Ein­grif­fe redu­zie­ren, so Schön­fel­der.

Für Sze­nen-Applaus sorg­te die Aus­sa­ge von Schön­fel­der, dass es bereits ange­dach­te Ein­grif­fe, wie etwa ein in Erwä­gung gezo­ge­ner Bau­zwang für Bau­lücken, wel­che Eigen­tü­mer aller­dings mög­li­cher­wei­se für ihre Kin­der auf­he­ben möch­ten, er selbst ableh­ne. „Dies wird es mit mir nicht geben“, so Schön­fel­der.

Arbeits- und Aus­bil­dungs­plät­ze sichern

Forch­heim benö­tig­te eine star­ke Wirt­schaft und soli­de Finan­zen. Dies sei­en die wich­tig­sten Pfei­ler für Wohl­stand und Lebens­qua­li­tät. Beson­ders erfreu­lich sei, dass Sie­mens Healt­hi­neers die Beschäf­tig­ten in Forch­heim von 3.200 auf 4.000 Beschäf­tig­te auf­ge­stockt habe. Er selbst habe bereits Gesprä­che geführt, um noch im Weg lie­gen­de Stei­ne aus dem Weg zu räu­men. Als Bei­spiel nann­te er die Umsied­lung des alten Bay­wa-Are­als.

Mit­tel­stand för­dern

Zu die­ser Mit­tel­stands­för­de­rung wür­den bei­spiels­wei­se die Schaf­fung eines Hand­wer­ker­ho­fes im Forch­hei­mer Nor­den, eine aus­rei­chen­de Gewer­be­flä­chen­be­vor­ra­tung, ein kon­se­quen­ter Aus­bau des Breit­band­net­zes, sowie eine sta­bi­ler Gewer­be­steu­er­he­be­satz gehö­ren. Der Ein­zel­han­del, vor allem der­je­ni­ge der Innen­stadt, lei­de auch in Forch­heim unter einem enor­men Wett­be­werbs­druck. Als Stich­wort nann­te Schön­fel­der Ama­zon & Co. Unter­stüt­zen wol­le er die Händ­ler durch ein kon­se­quen­tes City­ma­nage­ment, durch eine zusätz­li­che Bele­bung der Innen­stadt und ein wirk­lich funk­tio­nie­ren­des, stra­te­gisch ange­leg­tes Leer­stands­ma­nage­ment. So etwas gebe es bereits, müs­se aber nur kon­se­quent ange­gan­gen wer­den, so Schön­fel­der. Als flan­kie­ren­de Maß­nah­men sehe er die Sicher­stel­lung der Durch­läs­sig­keit der Horn­schuch­al­lee, dem Bypass der Innen­stadt. Eine attrak­ti­ve­re Gestal­tung des Para­de­plat­zes, eine Ver­bes­se­rung der Ver­net­zung des Forch­hei­mer Südens mit sei­nen vie­len Arbeits­plät­ze mit der Innen­stadt, die Wei­ter­ent­wick­lung des Tou­ris­mus, die Aus­stat­tung der Innen­stadt und der Stadt­tei­le mit WLAN, mehr Bür­ger­be­tei­li­gung und eine wirk­li­che Trans­pa­renz, sowie eine bür­ger­na­he Ver­wal­tung in moder­ni­sier­ten Lie­gen­schaf­ten.

Eine Kli­ma­stra­te­gie für Forch­heim

Die Bewah­rung der Natur und der Schutz des Kli­mas lie­gen Schön­fel­der eben­falls am Her­zen. Er hal­te es aller­dings für enorm wich­tig Umwelt­schutz nicht ideo­lo­gisch oder gar fana­ti­schen Zügen – „Stich­wort „Kli­ma­not­stand“ – zu pla­nen und zu rea­li­sie­ren, son­dern als Part­ner der Bür­ger und der Wirt­schaft nach dem Mot­to „För­dern statt ver­bie­ten oder sank­tio­nie­ren“. Hier­für müss­te eine Kli­ma­stra­te­gie erar­bei­tet wer­den, so Schön­fel­der. Hier wür­de es bereits wert­vol­le Vor­ar­bei­ten geben. So hät­ten die Stadt­wer­ke Forch­heim bereits einen „Inte­grier­ten Ener­gie­nut­zungs­plan“ erstellt, der eine wich­ti­ge Grund­la­ge zur CO2-Redu­zie­rung dar­stel­le und den er ger­ne wei­ter­ent­wickeln möch­te.

Mehr Grün­flä­chen in der Stadt und im Stadt­wald, Bäu­me pflan­zen, den Lärm­schutz an der Bahn­li­nie und an der A73 ver­bes­sern, die Sau­ber­keit im gesam­ten Stadt­ge­biet ver­bes­sern und vor allem den Pla­stik­müll deut­li­che redu­zie­ren waren wei­te­re Punk­te die Schön­fel­der ansprach. Die Ent­wick­lung von „klu­gen Ver­kehrs­kon­zep­ten“, die För­de­rung des Fahr­rad­fah­rens, sowie in Koope­ra­ti­on mit dem Land­kreis Forch­heim der Aus­bau des ÖPNV-Net­zes sei­en wei­te­re wich­ti­ge Punk­te, so Schön­fel­der.

Forch­heim benö­tigt nach Mei­nung Schön­fel­ders ein Park­haus west­lich des Bahn­ho­fes, aber auch öst­lich in der Nähe des Bahn­ho­fes und nicht am Schwei­zer Kel­ler, außer­halb von Reuth wie es von einer Stadt­rats­frak­ti­on allen Ern­stes für sinn­voll erach­tet wur­de, so der CSU-Mann. Die­ses wei­te­re Park­haus sei von Nöten, damit vie­le Autos gar nicht erst über die Auto­bahn­brücke fah­ren müss­ten.

Mehr Kita-Plät­ze und Kosten­frei­heit für die Eltern

Forch­heim benö­ti­ge deut­lich mehr Plät­ze für Kin­der in Tages­stät­ten sei­tens der Stadt als Trä­ger und als Part­ner der Kir­che und pri­va­ter Betrei­ber, so Schön­fel­der wei­ter. Sein per­sön­li­ches Ziel sei, dass mit Unter­stüt­zung des Frei­staa­tes Bay­ern kosten­lo­se Kita-Plät­ze zur Ver­fü­gung gestellt wür­den. Wei­ter wür­den diver­se Moder­ni­sie­run­gen oder Erwei­te­run­gen städ­ti­scher Schu­len und Turn­hal­len anste­hen, stell­te Schön­fel­der fest. Zum The­ma „ehren­amt­li­che Jugend­ar­beit“ sag­te der Ober­bür­ger­mei­ster­kan­di­dat, dass er die mone­tä­re För­de­rung ger­ne spür­bar erwei­tern wür­de. So kön­ne er sich gut vor­stel­len die Zuschüs­se wei­ter zu erhö­hen, so Schön­fel­der. Pro­fi­tie­ren wür­den hier immer­hin rund 7.000 Jugend­li­che in 70 Ver­ei­nen und Orga­ni­sa­tio­nen.

Open-Air-Gelän­de soll kom­men

Geht es nach dem Wil­len von Schön­fel­der will er nach dem Weg­fall des Jahn­ge­län­des ein neu­es Open-Air-Gelän­de rea­li­sie­ren. Gut vor­stel­len könn­te er sich bei­spiels­wei­se Sport- oder Schleu­sen­in­sel für ein sol­ches Vor­ha­ben. Auch die Errich­tung einer attrak­ti­ven Ska­ter­an­la­ge, wie es die Jun­gen Bür­ger vor hät­ten unter­stüt­ze er sehr ger­ne, so Schön­fel­der.

Lob und Dank gab es von Schön­fel­der für die Arbeit des städ­ti­schen Jugend­be­auf­trag­ten Josua Flierl für des­sen krea­ti­ve Ideen und sein enor­mes Enga­ge­ment.

Sein Dank galt wei­ter­hin dem Senio­ren­be­auf­trag­ten Ger­hard Käding und dem Senio­ren­bei­rat für deren Ein­satz. Gemein­sam mit die­sem Per­so­nen­kreis will Schön­fel­der The­men wie „Bar­rie­re­frei­heit“, „Mobi­li­tät“ und „Unter­stüt­zung einer guten Arzt­ver­sor­gung in den Stadt­tei­len“ bear­bei­ten.

Kul­tur­zen­trum Kol­ping­haus – die Rich­tung passt, aber das Tem­po nicht

Der lang ersehn­te Kul­tur­ent­wick­lungs­plan wür­de nun ste­hen, nur müs­se man ihn nun kon­se­quent umset­zen und wei­ter­ent­wickeln. Ein finan­zi­el­les Kul­tur­för­der­pro­gramm feh­le bis­lang und müs­se auf alle Fäl­le auf die Rei­he gebracht wer­den, so Schön­fel­der wei­ter. Eben­so sieht er Bedarf an einer struk­tu­rel­len Opti­mie­rung der kom­mu­na­len Kul­tur­ar­beit in der Ver­wal­tung.

Zum The­ma „Kul­tur­zen­trum Kol­ping­haus“ sag­te Schön­fel­der, dass der Stadt­rat seit län­ge­rem mit einer sehr brei­ten Mehr­heit dahin­ter­ste­he und vie­le Kul­tur­schaf­fen­de auch. „Kul­tur­puls“ sei der Durch­bruch gewe­sen, so Schön­fel­der. Er dank­te Ulli Raab und allen wei­te­ren Betei­lig­ten, sämt­li­cher Ver­ei­ne. „Die Rich­tung passt. Das Tem­po nicht“, mach­te Schön­fel­der klar. Forch­heim hät­te vier Jah­re ver­lo­ren, die man auf­grund der guten Vor­ar­bei­ten in der Ver­wal­tung hät­te nut­zen kön­nen, ja nut­zen müs­sen, so der OB-Kan­di­dat. Es habe sich sehr wenig getan und nun ste­he man zu allem Über­fluss auch noch kurz vor dem Abriss der Jahn­hal­le.

Lang­fri­stig betrach­tet hal­te er den Bau einer wei­te­ren Hal­le für Groß­ver­an­stal­tun­gen „Auf der Grü­nen Wie­se“ durch­aus für vor­stell­bar. Aber zunächst gehe es dar­um das Kol­ping­haus zu ent­wickeln.

Den Kel­ler­wald erklär­te er zur Chef­sa­che, warn­te aber davor, dass die­ser nicht wie eine „Kan­ti­ne“ aus­se­hen dürf­te. Sport- und Blau­licht­för­de­rung, ein eige­ner Ehren­amts­emp­fang sei­en wei­te­re Pla­nun­gen. Schön­fel­der selbst sag­te ziem­lich zum Ende sei­ner Aus­füh­run­gen, dass er die wich­tig­sten Eigen­schaf­ten eines guten Poli­ti­kers erfül­le. Nicht weni­ge Stim­men auch außer­halb der CSU, wür­den dies so sehen, wie bei­spiels­wei­se auch Per­so­nen ande­rer Frak­tio­nen und Par­tei­en, zu denen er in der poli­ti­schen Arbeit in den letz­ten Jah­ren ein ganz beson­de­res Ver­trau­ens­ver­hält­nis auf­bau­en konn­te. Er sei nun seit 24 Jah­ren im Stadt­rat, davon zwölf Jah­re als Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der poli­tisch tätig und wür­de sich freu­en, wenn er nun die Chan­ce bekom­men wür­de das Amt des Ober­bür­ger­mei­sters zu über­neh­men. Er wol­le umset­zen, dass zukünf­tig Rich­tung und Tem­po wie­der zusam­men­pas­sen und über­flüs­si­ge Dis­kus­sio­nen der Ver­gan­gen­heit ange­hö­ren wür­den, so Schön­fel­der abschlie­ßend. Für sei­ne Aus­füh­run­gen erhielt Schön­fel­der lang­an­hal­ten­den Bei­fall von den anwe­sen­den Gästen.

Alex­an­der Hitsch­fel