Hei­mat­kreis Braunau/​Sudetenland aus Forch­heim stellt in Mün­chen aus

Bild aus der Aus­stel­lung des Forch­hei­mer Hei­mat­krei­ses / Foto: pri­vat

(Nicht) gekom­men, um zu blei­ben. Brau­nau – Forch­heim – Bro­u­mov. Ver­trei­bung – Paten­schaft – Part­ner­schaft.

Eine Aus­stel­lung des Hei­mat­krei­ses Braunau/​Sudetenland e.V. (Forchheim/​Oberfranken) wird im Haus des Deut­schen Ostens, Mün­chen, gezeigt

München/​Forchheim. Als Fol­ge des Zwei­ten Welt­krie­ges kamen Mil­lio­nen Flücht­lin­ge und Ver­trie­be­ne, unter ande­rem aus Böh­men, Mäh­ren und Schle­si­en, nach Bay­ern. Die Aus­stel­lung „(Nicht) gekom­men, um zu blei­ben“, die vom 15. Janu­ar bis 28. Febru­ar 2020 im Haus des Deut­schen Ostens zu sehen ist, zeich­net am Bei­spiel der Städ­te Braunau/​Broumov (Böh­men, heu­te Tsche­chi­sche Repu­blik) und Forch­heim (Ober­fran­ken) einen erfolg­rei­chen Weg nach: von der Inte­gra­ti­on der ver­trie­be­nen Brau­nau­er in den ersten Nach­kriegs­jah­ren bis zur Ver­stän­di­gung mit Bro­u­mov nach 1989. Anfang 1946 lan­de­ten vie­le Deut­sche aus Brau­nau in Forch­heim. Bereits 1952 ent­stand hier der Ver­ein „Hei­mat­kreis Brau­nau“ mit Dr. Ernst Käh­ler als erstem Hei­mat­kreis­be­treu­er. Drei Jah­re spä­ter über­nahm die Stadt Forch­heim die Paten­schaft über die Stadt und den Kreis Brau­nau. Sie setz­te damit ein Zei­chen der Soli­da­ri­tät mit den Ver­trie­be­nen und trug maß­geb­lich zum Erhalt des Kul­tur­guts aus deren Hei­mat bei. In den 1990er Jah­ren ent­wickel­te sich aus die­ser Paten­schaft eine leben­di­ge Städ­te­part­ner­schaft zwi­schen Forch­heim und dem tsche­chi­schen Bro­u­mov.

Die Aus­stel­lung „(Nicht) gekom­men, um zu blei­ben“ schlägt einen Bogen von der Geschich­te der Deut­schen in Brau­nau wäh­rend der Zeit der Tsche­cho­slo­wa­ki­schen Repu­blik, 1918–1938, über die Ver­trei­bung und die Ankunft in Forch­heim 194546, bis in die Gegen­wart, in der die Koope­ra­ti­on zwi­schen dem tsche­chi­schen Bro­u­mov und der ober­frän­ki­schen Kreis­stadt, auch unter deren neu­em Bür­ger­mei­ster Dr. Uwe Kirsch­stein, fort­ge­setzt wird. The­ma­ti­siert wer­den die Aspek­te des deutsch-tsche­chi­schen Zusam­men­le­bens in Brau­nau nach dem Zusam­men­bruch des Habs­bur­ger Rei­ches, dem Frie­dens­ver­trag von St. Ger­main (1919) und dem Münch­ner Abkom­men (1938); die Orga­ni­sa­ti­on und Abwick­lung der Ver­trei­bungs­maß­nah­men 194546, als Gewalt und Ter­ror sie beglei­te­ten und zahl­rei­che Opfer for­der­ten; die Ein­glie­de­rungs­pro­ble­me in Forch­heim, samt der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­schwie­rig­kei­ten zwi­schen den Neu­an­kömm­lin­gen und der Auf­nah­me­ge­sell­schaft; sowie das gesell­schaft­li­che Enga­ge­ment der ehe­ma­li­gen Brau­nau­er in Forch­heim, das u.a. in der Grün­dung des Hei­mat­krei­ses Braunau/​Sudetenland e.V.) zum Aus­druck kam; schließ­lich die poli­ti­schen Vor­aus­set­zun­gen für eine „Part­ner­schaft der Ver­söh­nung“ zwi­schen Braunau/​Broumov und Forch­heim vor und nach 1989. In der Aus­stel­lung wer­den ver­öf­fent­lich­te wie unver­öf­fent­lich­te Text- und Bild­do­ku­men­te gezeigt, dar­un­ter auto­bio­gra­fi­sche Zeug­nis­se der Opfer, aus den Pri­vat­ar­chi­ven der ehe­ma­li­gen Brau­nau­er, sowie Doku­men­te aus den Bestän­den des Hei­mat­krei­ses Braunau/​Sudentenland e.V., des Deut­schen Roten Kreu­zes (DRK) und deut­scher wie tsche­chi­scher Archi­ve.

Die Aus­stel­lung wur­de von der Stadt Forch­heim, der Spar­kas­se Forch­heim, dem DeutschTsche­chi­schen Zukunfts­fonds und dem Sude­ten­deut­schen Muse­um geför­dert.

Zur Aus­stel­lungs­er­öff­nung am Diens­tag, dem 14. Janu­ar 2020, um 18.00 Uhr, spre­chen Pro­fes­sor Dr. Andre­as Otto Weber, Direk­tor des Hau­ses des Deut­schen Ostens, Dr. Uwe Kirsch­stein, Ober­bür­ger­mei­ster der Stadt Forch­heim, Dr. Gün­ther Rei­chert, Hei­mat­kreis Braunau/​Sudetenland e.V., und Chri­sti­na Mei­nusch M.A., die Kura­to­rin der Aus­stel­lung.

Dau­er der Aus­stel­lung: 15. Janu­ar bis 28. Febru­ar 2020 Öff­nungs­zei­ten: Mon­tag bis Frei­tag (werk­tags) 10.00 bis 20.00 Uhr Ort: Haus des Deut­schen Ostens, Am Lili­en­berg 5, 81669 Mün­chen