Auf­takt der “Initia­ti­ve Zukunfts­wald Bay­ern” in Markt Hei­li­gen­stadt

Neue Baum­ar­ten wer­den aus­pro­biert

Der Auf­takt der Baye­ri­schen Forst­ver­wal­tung für das Pilot­pro­jekt „Neue Baum­ar­ten im Rah­men der Initia­ti­ve Zukunfts­wald Bay­ern“ fand unter gro­ßer Betei­li­gung von Behör­den, Poli­ti­kern und Wald­bau­ern in Hei­li­gen­stadt statt. Die Trocken­heit der letz­ten Jah­re haben die Wald­be­stän­de stark geschwächt. Fich­te und Kie­fer lei­den unter den Wit­te­rungs­ex­tre­men, aber auch Laub­baum­ar­ten zei­gen erste Aus­fall­erschei­nun­gen.

Bei der Auf­takt­ver­an­stal­tung im evan­ge­li­schen Gemein­de­zen­trum mein­te der lei­ten­de Forst­di­rek­tor Hans-Rüdi­ger Schmitt­nä­gel, dass es vie­len unse­rer hei­mi­schen Bäu­me durch den fort­schrei­ten­den Kli­ma­wan­del nicht gut geht. Was­ser­man­gel, Hit­ze­schä­den, Insek­ten­be­fall schwä­chen unse­re Wäl­der. Auch Laub­bäu­me, wie bei­spiels­wei­se Buchen, die bis­her als kli­ma­to­le­rant gal­ten, konn­ten den Wit­te­rungs­ex­tre­men nicht stand­hal­ten. Der Kli­ma­wan­del stellt die Forst­wirt­schaft vor neue Her­aus­for­de­run­gen. Das Pilot­pro­jekt „neue Baum­ar­ten“ soll Abhil­fe schaf­fen. Der Prä­si­dent der Baye­ri­schen Lan­des­an­stalt für Wald- und Forst­wirt­schaft, Olaf Schmidt, stell­te das Pro­jekt den Poli­ti­kern und Wald­be­sit­zern in Hei­li­gen­stadt vor.

Als erster Schritt wer­den kli­ma­to­le­ran­te Baum­ar­ten, wie Els­bee­re, Spei­er­ling, Feld­ahorn und Wal­nuss­bäu­me gete­stet. Im Land­kreis Bam­berg und Forch­heim sol­len auf unter­schied­li­chen Stand­or­ten klei­ne Ver­suchs­flä­chen ange­legt wer­den. Auf die­sen Flä­chen sol­len Baum­ar­ten, die ursprüng­lich in Süd­ost­eu­ro­pa und Nord­ame­ri­ka hei­misch sind, ange­pflanzt wer­den. So sol­len neue Bäu­me wie Baum­ha­seln, Sil­ber­lin­den, Edel­ka­sta­ni­en, Liba­non­ze­dern und ande­re Baum­ar­ten aus wär­me­ren Brei­ten gepflanzt wer­den.

Prä­si­dent Schmidt mein­te, der Wald ist nicht nur Opfer des Kli­ma­wan­dels, son­dern auch Hel­fer bei des­sen Bekämp­fung, da jeder Baum Koh­len­di­oxid spei­chert. „Den Wald zu erhal­ten, bedeu­tet für die Zukunft vor­zu­sor­gen,“ so Schmidt. Die Wäl­der soll­ten zukünf­tig aber nicht nur aus neu­en Baum­ar­ten, son­dern aus Misch­wald bestehen, in dem sowohl hei­mi­sche, als auch frem­de Bäu­me gepflanzt wer­den.

Hei­li­gen­stadts Bür­ger­mei­ster und Vor­sit­zen­der des Baye­ri­schen Gemein­de­ta­ges steht dem Pilot­pro­jekt grund­sätz­lich posi­tiv gegen­über. Die feh­len­den Nie­der­schlä­ge und Hit­ze- und Trocken­pe­ri­oden stel­len uns vor neue Her­aus­for­de­run­gen. Krä­mer hob die Bedeu­tung des Wal­des für den Trink­was­ser­schutz her­vor und mein­te, dass die Wäl­der auch eine Erho­lungs­funk­ti­on erfül­len.

Der Markt Hei­li­gen­stadt i. OFr. kann im Bereich rege­ne­ra­ti­ve Ener­gien und Co²-Bela­stung eine gute Bilanz vor­wei­sen. Der Anteil rege­ne­ra­ti­ver Ener­gien beim Strom beträgt in Hei­li­gen­stadt i. Ofr. 218 % (Land­kreis Bam­berg 79 %). Die Co²-Bela­stung pro Ein­woh­ner beläuft sich in Hei­li­gen­stadt auf 0,8 to (Land­kreis Bam­berg 4,0 to, Stadt Bam­berg 10,5 to/​Einwohner). Trotz­dem, so Krä­mer: „Es gibt viel zu tun, packen wir‘s an“.

Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter Hol­ger Dre­mel, Pate die­ser Akti­on, leg­te dar, wie sich die Baye­ri­sche Staats­re­gie­rung für den Kli­ma­wan­del rüstet. Land­rat Johann Kalb, der den Betei­lig­ten für das gro­ße Enga­ge­ment dank­te und die Unter­stüt­zung bei dem Pro­jekt zusag­te, pflanz­te anschlie­ßend mit Land­rat Dr. Her­mann Ulm, Forst­prä­si­dent Schmidt und Bür­ger­mei­ster Krä­mer als Start für die­ses Pro­jekt eine Liba­non­ze­der auf der Frei­flä­che im Gemein­de­zen­trum. Eine wei­te­re Liba­non­ze­der wur­de auf dem Ent­la­stungs­park­platz nörd­lich von Hei­li­gen­stadt i. OFr. ange­bracht.