“Stär­ke antrin­ken” mit Land­rat Dr. Ulm in Dormitz

"Stärke antrinken" mit Landrat Dr. Ulm in Dormitz

“Stär­ke antrin­ken” mit Land­rat Dr. Ulm in Dormitz

Am Sonn­tag fand in Dormitz im Gast­haus “Zum Grü­nen Baum” das tra­di­tio­nel­le “Stär­ke antrin­ken” des CSU-Orts­ver­ban­des statt. Als beson­de­ren Gast hat­te Vor­sit­zen­der Chri­stoph Schmitt den Forch­hei­mer Land­rat Dr. Ulm ein­ge­la­den. Neben die­sem konn­te er auch Kreis­rat und Alt­bür­ger­mei­ster Ger­hard Schmitt, Kreis­rat Mar­tin Mehl und den Bür­ger­mei­ster­kan­di­da­ten und Kreis­tags­kan­di­da­ten der Nach­bar­ge­mein­de Neun­kir­chen am Brand Mar­tin Walz begrü­ßen. Ver­bun­den mit einer Vor­stel­lungs­run­de begrüß­te er auch die CSU Gemein­de­rats­kan­di­da­ten und die zahl­reich anwe­sen­den Bür­ger.

Schul­den­ab­bau im gesam­ten Land­kreis

Dr. Her­mann Ulm gab zunächst einen Rück­blick auf sei­ne Erfol­ge der letz­ten sechs Jah­re. So stell­te er die deut­li­che Ver­bes­se­rung der finan­zi­el­len Situa­ti­on im gesam­ten Land­kreis her­aus. Die Ver­schul­dung hat sich von 42 Mil­lio­nen Euro auf 28 Mil­lio­nen Euro ver­rin­gert. Folg­lich konn­te die Kreis­um­la­ge für 2020 deut­lich gesenkt und den Gemein­den somit mehr finan­zi­el­le Frei­räu­me gelas­sen wer­den.

Mit einem Schul­sa­nie­rungs­pa­ket in Höhe von 50 Mil­lio­nen Euro, wel­ches vor allem zur ener­ge­ti­schen Sanie­rung genutzt wur­de, konn­ten die wei­ter­füh­ren­den Schu­len im Kreis bau­lich ertüch­tigt wer­den und die Aus­stat­tung u.a. mit digi­ta­len Klas­sen­zim­mern erfol­gen.

Die Fusi­on der Kli­ni­ken Forch­heim und Eber­mann­stadt zur Siche­rung der sta­tio­nä­ren Ver­sor­gung der Bevöl­ke­rung war ihm ein Haupt­an­lie­gen die­ser Wahl­pe­ri­ode. Dr. Her­mann Ulm bedank­te sich hier­bei beson­ders bei Ger­hard Schmitt, der mit sei­nem Fach­wis­sen als Kreis­rat und Mit­glied des Fusi­ons­aus­schus­ses wesent­lich zum Erfolg der Fusi­on bei­getra­gen hat­te.

Auch ins Ener­gie- und Kli­ma­ma­nage­ment hat der Land­kreis inve­stiert. Der Wär­me­be­darf kreis­ei­ge­ner Ein­rich­tun­gen wur­de so um 30% und der CO2-Aus­stoß um 80% gesenkt. Der Land­kreis leg­te sogar ein eige­nes För­der­pro­gramm für E‑Mobilität auf, um die Errich­tung von Lade­säu­len zu unter­stüt­zen.

Von der Zuge­hö­rig­keit zu Ober­fran­ken als „Raum mit beson­de­ren Bedürf­nis­sen“ pro­fi­tier­te der Land­kreis Forch­heim, da hier­durch erhöh­te Zuschüs­se in Anspruch genom­men wer­den konn­ten.

Zukunft von Dormitz

Bür­ger­mei­ster­kan­di­dat Chri­stoph Schmitt stell­te das Pro­gramm der CSU-Orts­li­ste für die Kom­mu­nal­wahl 2020 vor. Die wesent­li­chen Auf­ga­ben für die Kin­der und Jugend­li­chen sei­en der Neu­bau des zwei­ten Kin­der­gar­tens, die Sanie­rung der Schu­le und die Wie­der­be­le­bung des Jugend­clubs Leucht­turm in Zusam­men­ar­beit mit den Eltern­ver­tre­tun­gen und den Jugend­li­chen.

Für Senio­ren müs­se die Stär­ke des sozia­len Net­zes eines Dor­fes voll aus­ge­spielt wer­den, damit die Bür­ger gemäß ihren Wün­schen mög­lichst lan­ge im ver­trau­ten Umfeld blei­ben kön­nen. Maß­nah­men wie der not­wen­di­ge bar­rie­re­freie Aus­bau von Bus­hal­te­stel­len blei­ben aber nur Stück­werk, wenn die Geh­we­ge mit den der­zei­ti­gen Stol­per­fal­len nicht saniert wür­den, wie dies von der CSU zum Haus­halt des Vor­jah­res bean­tragt wur­de.

Für jun­ge Fami­li­en sei das frü­her bestehen­de Bau­land­mo­dell bei künf­ti­gen Bau­ge­bie­ten wie­der anzu­wen­den. Die Bau­for­men müss­ten aber zum bis­he­ri­gen Orts­bild pas­send ange­legt wer­den, eine sprung­haf­te Ver­grö­ße­rung des Ortes mit ihren nega­ti­ven Fol­gen für die gemeind­li­chen Ein­rich­tun­gen müs­se ver­mie­den wer­den. Für Gewer­be muss im Gebiet Lan­ge­nau und – wenn mög­lich – durch Reno­vie­rung von Gebäu­den an der Haupt­stra­ße Flä­chen und Miet­raum geschaf­fen wer­den.

Ein Anlie­gen, wel­ches von meh­re­ren Bür­gern an Chri­stoph Schmitt her­an­ge­tra­gen wur­de, sei eine fest ter­mi­nier­te Bür­ger­sprech­stun­de. Die­se will er bei einer erfolg­rei­chen Wahl sofort wie­der ein­füh­ren.

Ein wei­te­res Haupt­the­men­ge­biet für die Gemein­de­ar­beit sei die Durch­füh­rung der loka­len Ener­gie­wen­de und die Zukunft für die Umwelt am Ort. Um ihrer Vor­bild­funk­ti­on gerecht zu wer­den, müs­se die Gemein­de Dormitz einen Ener­gie­nut­zungs­plan für ihre Lie­gen­schaf­ten auf­stel­len und mit­tels des am Land­kreis ansäs­si­gen Ener­gie­coachs über­wa­chen. Hier­bei sei die Effi­zi­enz der gemeind­li­chen Gebäu­de zu über­prü­fen, der Aus­bau der Pho­to­vol­ta­ik und die CO2-neu­tra­le Hei­zung aller gemeind­li­chen Gebäu­de anzu­stre­ben. Für künf­ti­ge Bau­ge­bie­te müs­se mit­tels eines Nah­wär­me­kon­zep­tes die rege­ne­ra­ti­ve Ver­sor­gung ermög­licht wer­den.

Der der­zei­ti­ge ÖPNV müs­se wei­ter gestärkt wer­den. Vor allem die Mög­lich­kei­ten der Pla­nun­gen der Staats­re­gie­rung zum 365-€-Ticket sei­en zu unter­stüt­zen. Dabei ste­hen die Kan­di­da­ten der CSU Dormitz wei­ter unein­ge­schränkt zum Bau der Umge­hungs­stra­ße. Die Gefähr­dung und gesund­heit­li­che Bela­stung der Bür­ger sei anders nicht in einem ähn­li­chen Maße zu ver­bes­sern. Nach der Ver­wirk­li­chung sol­len beid­sei­tig Fahr­rad­we­ge gebaut wer­den. Der Aus­bau der STUB soll wei­ter­hin unter­stützt wer­den, wenn die geplan­te Kosten-Nut­zen Berech­nung eine ent­spre­chen­de För­der­quo­te ergibt. Bei ehr­li­cher Betrach­tung der För­der­mög­lich­kei­ten erken­ne man aber, dass man Umge­hungs­stra­ße und StUB nicht gegen­ein­an­der aus­spie­len, son­dern nur gemein­sam rea­li­sie­ren kön­ne.

In der sich anschlie­ßen­den Dis­kus­si­ons­run­de wur­de auch kri­ti­sche Anfra­gen an den Land­rat gestellt.

War­um kei­ne För­de­rung für Dormitz?

Ein Bür­ger führ­te aus, man habe der Pres­se ent­neh­men kön­nen, dass vom Land­rats­amt das mil­lio­nen­schwe­re kom­mu­na­le Inve­sti­ti­ons­pro­gram­me des Frei­staa­tes Bay­ern ver­teilt wor­den sei und wes­halb Dormitz nichts von die­ser För­de­rung erhal­ten habe. Dr. Ulm erklär­te, dass es zwei Maß­nah­men­pa­ke­te gege­ben habe, zunächst das KIP, wel­ches für die ener­ge­ti­sche Sanie­rung öffent­li­cher Ein­rich­tun­gen, sowie für die bar­rie­re­freie Gestal­tung öffent­li­cher Ein­rich­tun­gen und des öffent­li­chen Rau­mes vor­ge­se­hen war. Dann das KIP‑S wel­ches der För­de­rung von Umbau, Erwei­te­rung und Sanie­rung von Schu­len dien­te. 28 von 29 Gemein­den im Land­kreis hät­ten Anträ­ge gestellt und eine För­de­rung erhal­ten. Da die Gemein­de Dormitz kei­nen Antrag gestellt habe, konn­ten auch kei­ne För­der­mit­tel zuge­wie­sen wer­den.

Ein wei­te­rer Bür­ger erwähn­te einen Punkt, der bereits in der Bür­ger­ver­samm­lung dis­ku­tiert wur­de. Der Gemein­de­rat habe in nicht-öffent­li­cher Sit­zung den vom 1. Bür­ger­mei­ster Bezold ange­dach­ten Land­kreis­wech­sel behan­delt. Ob der Land­rat vor­ab davon gewusst habe und wel­che Fol­gen sich für Dormitz erge­ben hät­ten. Dr. Her­mann Ulm erklär­te, dass ihm die­se Bestre­bun­gen zu Ohren gekom­men sei. Für die Gemein­de Dormitz hät­te eine um rd. 5% höhe­re Kreis­um­la­ge, 10% nied­ri­ge­re Zuschüs­se und die Auf­lö­sung der Ver­wal­tungs­ge­mein­schaft gedroht. Er appel­lie­re drin­gend an alle künf­ti­gen Gemein­de­rä­te und auch an die Bür­ger von Dormitz einen Land­kreis­wech­sel aus­zu­schlie­ßen.

Wei­te­re Fra­gen der Bür­ger dreh­ten sich um eine gene­rel­le Redu­zie­rung der Kosten des ÖPNV und in der Kin­der­be­treu­ung durch gemeind­li­che Bezu­schus­sung und die zukünf­ti­gen finan­zi­el­len Schwer­punk­te der Gemein­de­ar­beit.