Blick über den Zaun: Das Polizeipräsidium Mittelfranken in Nürnberg zieht Bilanz zur Silvesternacht

POL-MFR: ( 1 ) Jahreswechsel 2019 / 2020 – Bilanz des
Polizeipräsidiums Mittelfranken

Nürnberg. – Auch dieses Jahr waren die polizeilichen Dienstkräfte der
mittelfränkischen Polizei in der Silvesternacht einer hohen Einsatzbelastung
ausgesetzt. Mit knapp 400 Einsätzen in ganz Mittelfranken wurden jedoch deutlich
weniger Einsätze verzeichnet als im Vorjahr.

Im Zeitraum vom 31.12.2019, 19:00 Uhr bis 01.01.2020, 07:00 Uhr dokumentierte
die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Mittelfranken insgesamt 394 Einsätze
(Vorjahr: 471). Hierbei rückten die Beamten in 28 Fällen zu Ruhestörungen aus,
verzeichneten 18 Sachbeschädigungen und wurden zu 32 Körperverletzungsdelikten
gerufen.

Im Bereich der Nürnberger Innenstadt wurde durch die Einsatzleitung der
Polizeiinspektion Nürnberg-Mitte ein hohes Besucheraufkommen verzeichnet. Rund
um die Nürnberger Kaiserburg feierten circa 5500 Personen friedlich und unter
Einhaltung des Verbots des Abschießens pyrotechnischer Gegenstände. In diesem
Zusammenhang ist festzustellen, dass sich die Maßnahmen des Sicherheitskonzeptes
auch dieses Jahr wieder bewährt haben. Die Akzeptanz der Besucher bezüglich der
Zugangskontrollen durch Polizei und Sicherheitsdienst war durch die frühzeitige
Kommunikation durchwegs gegeben, sodass die Maßnahmen von den Feiernden
überwiegend positiv empfunden wurden.

Auch auf dem Hauptmarkt fanden sich mehrere Hundert Personen zum Jahresausklang
ein. Hier kam es zu keinen nennenswerten Zwischenfällen. Im Bereich der
Lorenzkirche mussten Einsatzkräfte immer wieder das Zünden von Pyrotechnik
unterbinden.

Im Zusammenhang mit dem an verschiedenen Örtlichkeiten durchgeführten
„Silvestival“ wurden keine relevanten Störungen gemeldet. Auch hier bewährte
sich das, im Vorfeld ausgearbeitete, Sicherheitskonzept.

Gegen 00:40 Uhr teilte ein Mann mit, dass er im Bereich der Kernstraße
möglicherweise mit einer Schreckschusswaffe aus einer Wohnung beschossen worden
sei. Die verständigten Streifenbesatzungen der Polizeiinspektion Nürnberg-West
wurden bei der Anzeigenaufnahme vor Ort zunehmend durch Unbeteiligte gestört,
sodass weitere Streifen hinzuzogen werden mussten. Die Gruppe der Unbeteiligten
bestand aus 20 bis 50 Personen, welche augenscheinlich dem linken Spektrum
zuzuordnen waren. Nach Beendigung der polizeilichen Maßnahmen gingen mehrere
Personen aus dieser Gruppe, die zum Teil schon abfahrenden Einsatzkräfte an, was
jedoch unterbunden wurde. Diesbezüglich wurden entsprechende polizeiliche
Ermittlungen eingeleitet. Personen kamen nicht zu Schaden. Die Polizeiinspektion
Nürnberg-West ermittelt nun wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen
Körperverletzung gegen den Tatverdächtigen im Zusammenhang mit der möglichen
Schussabgabe.

Ein schadensträchtiger Brand eines Mehrfamilienhauses ereignete sich im
Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Heilsbronn. Gegen 01:00 Uhr wurde
der Einsatzzentrale ein Brand in einer Dachgeschoßwohnung in der
Ritter-von-Hellberg-Straße in Windsbach (Lkrs. Ansbach) gemeldet. Beim
Eintreffen der alarmierten Feuerwehren stand die Dachgeschoßwohnung bereits in
Vollbrand. Die 40 Bewohner des Hauses konnten überwiegend unverletzt das Anwesen
selbst verlassen. Zwei Bewohnerinnen des Hauses im Alter von 78 und 55 Jahren
wurden mit Verdacht auf Rauchgasintoxikation in ein Krankenhaus eingeliefert.
Der durch den Brand entstandene Sachschaden wird auf mindestens 500.000 Euro
geschätzt. Das Gebäude ist derzeit nicht bewohnbar. Für die Bewohner des Hauses
richtete die Gemeinde eine Notunterkunft in einer Sporthalle ein. Das zuständige
Fachkommissariat der Ansbacher Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Ursache
der Brandentstehung aufgenommen.

Den Brand eines Kellerabteils gegen 00:45 Uhr in der Erlanger Schubertstraße
konnte die zufällig in der Nähe befindliche Feuerwehr rasch löschen und somit
Schlimmeres verhindern. Nach bisherigem Ermittlungsstand zündete ein Mann eine
Rakete. Beim Abschuss der Rakete, fiel die am Boden stehende Glasflasche um. Die
Rakete durchschlug daraufhin ein Kellerfenster eines Mehrfamilienhauses und
setzte ein Kellerabteil in Brand. Der Schaden wird auf circa 10.000 Euro
geschätzt.

Ein weiterer Brand ereignete sich gegen 01:00 Uhr in Vestenbergsgreuth (Lkrs.
Erlangen-Höchstadt). Aus noch nicht geklärter Ursache geriet die Rückseite einer
Garage eines Einfamilienhauses in Brand. Beim Versuch den Brand vor dem
Eintreffen der Feuerwehr selbst zu löschen erlitten der 51-jährige Hausbesitzer
und seine 20-jährige Tochter eine Rauchgasvergiftung und mussten in einem
Krankenhaus medizinisch versorgt werden. Die Feuerwehr konnte den Brand löschen
und das Übergreifen des Feuers auf das Wohnhaus verhindern. Der Sachschaden wird
auf circa 20.000 Euro geschätzt. Die Erlanger Kriminalpolizei hat die
Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

Zudem ereigneten sich 13 Verkehrsunfälle in Mittelfranken, bei welchen sechs
Personen leicht verletzt und eine weitere Person in einem Krankenhaus stationär
behandelt werden musste.

Das Polizeipräsidium Mittelfranken wünscht allen Lesern einen guten Start in das
neue Jahr 2020.