Baye­ri­scher Flücht­lings­rat: “Kein Platz für Men­schen­rech­te und poli­ti­sche Dis­kus­sio­nen an der Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät Bam­berg”

Gemein­sa­me Press­mit­tei­lung des Baye­ri­scher Flücht­lings­rats mit dem Frei­en Zusam­men­schluss von Student*innenschaften

Das Sozi­al­re­fe­rat der Stu­die­ren­den­ver­tre­tung der Uni­ver­si­tät Bam­berg woll­te eine Aus­stel­lung über die Unter­brin­gungs­si­tua­ti­on von Geflüch­te­ten in ANKER-Zen­tren in Bay­ern, wel­che vom Baye­ri­schen Flücht­lings­ra­tes bereit­ge­stellt wird, an der Hoch­schu­le zei­gen. Dies wur­de jedoch von der Uni­ver­si­täts­lei­tung abge­lehnt, da das Wort „Lager aus Respekt zu den Opfern des Natio­nal­so­zia­lis­mus nicht ver­wen­det wer­den kann“ und es eine Frist vor den Kom­mu­nal­wah­len von der Stadt Bam­berg aus gebe, die mit den „Inhal­ten der Aus­stel­lung kol­li­die­ren“. Das Wort „Lager“ ist in der Migra­ti­ons­for­schung ein gän­gi­ger Begriff und weist auf die Mas­sen­un­ter­brin­gung von Geflüch­te­ten auf eng­stem Raum hin. Eine Frist vor den Kom­mu­nal­wah­len, die eine Aus­stel­lung über ANKER-Zen­tren an der Uni ver­weh­ren könn­te, exi­stiert nicht.

„Für eine Uni wie unse­re ist es wich­tig sich auch mit ‚unbe­que­men‘ The­men zu beschäf­ti­gen. Uni­ver­si­tä­ten sind auch Hor­te des eigen­stän­di­gen Ler­nens und des kri­ti­schen Hin­ter­fra­gens.“, merkt Julia Agri­ko­la, stu­den­ti­sche Sena­to­rin der Uni­ver­si­tät Bam­berg, an. „Strik­tes Ableh­nen von Ver­an­stal­tun­gen mit poli­ti­schem Bezug wider­spricht dem.“

„Auch einen kri­ti­schen Dis­kurs über die men­schen­un­wür­di­gen Lebens­be­din­gun­gen in den baye­ri­schen ANKER-Zen­tren will die Lei­tung der Uni­ver­si­tät Bam­berg ver­bie­ten. Sie stellt sich somit auf eine Linie mit der Baye­ri­schen Staats­re­gie­rung. Von einem unab­hän­gi­gen und frei­en Dis­kurs an der Uni Bam­berg kann nicht die Rede sein.“, kri­ti­siert Tho­mas Boll­wein vom Baye­ri­schen Flücht­lings­rat.

„Da es in Bay­ern kei­ne eigen­stän­di­ge stu­den­ti­sche Ver­tre­tung wie in allen ande­ren Bun­des­län­dern gibt, fällt es Studierendenvertreter*innen häu­fig schwer Inter­es­sen gegen­über den Hoch­schul­lei­tun­gen durch­zu­set­zen.“, ergänzt Leo­nie Acker­mann, Vor­stands­mit­glied des stu­den­ti­schen Bun­des­ver­bands Frei­er Zusam­men­schluss von Student*innenschaften (fzs). „Wir brau­chen auch in Bay­ern eine Ver­fass­te Stu­die­ren­den­schaft, um die Demo­kra­tie an den Hoch­schu­len zu wah­ren und stu­den­ti­sche Inter­es­sen bes­ser ver­tre­ten zu kön­nen, unab­hän­gig wie ange­nehm die­se für die Hoch­schul­lei­tun­gen sind. Wir for­dern eine Ver­fass­te Stu­die­ren­den­schaft in Bay­ern hier und jetzt!“