Stadt­wer­ke Bay­reuth spen­den 10.000 Euro für Kitz­ret­tung Ober­fran­ken

Statt Weih­nachts­ge­schen­ke für Geschäfts­part­ner zu kau­fen, spen­den die Stadt­wer­ke Bay­reuth auch die­ses Jahr wie­der 10.000 Euro für einen guten Zweck. Heu­er geht das Geld an die Kitz­ret­tung Ober­fran­ken e.V., die damit eine zwei­te Droh­ne kau­fen wird, um noch mehr Reh­kit­ze ret­ten zu kön­nen.

Zwi­schen Mai und Juni spie­len sich Dra­men auf den Wie­sen unse­rer Regi­on ab: Im hohen Gras suchen Reh­kit­ze Schutz vor Fress­fein­den. Gut getarnt sind sie schon aus zwei Metern Ent­fer­nung kaum mehr in ihrem Ver­steck zu sehen. Das gilt lei­der auch für die Land­wir­te, die mit ihren Trak­to­ren die Wie­sen mähen. Der Ver­ein Kitz­ret­tung Ober­fran­ken hat es sich zum Ziel gesetzt, in die­ser Zeit mög­lichst vie­le Wie­sen abzu­su­chen, bevor sie gemäht wer­den. „Die­ses Jahr haben wir rund 180 Kit­ze geret­tet – mehr als 110 Mal waren wir im Ein­satz”, erzählt Brit­ta Engel­hardt, Vor­sit­zen­de des Ver­eins.

„Wir wer­den nor­ma­ler­wei­se von den Land­wir­ten oder den Jagd­päch­tern ange­ru­fen”, sagt Engel­hardt. Oft am Vor­abend, manch­mal gar nur weni­ge Stun­den bevor die Trak­to­ren die Wie­sen mähen sol­len. Das sei zwar schwer plan­bar, aber dank sozia­ler Medi­en lie­ßen sich die Hel­fer zügig mobi­li­sie­ren. Dabei ist der Ablauf einer Hilfs­ak­ti­on immer ähn­lich: „Wir stel­len uns am Rand der Wie­se auf und haben ein Seil als Hilfs­mit­tel dabei”, sagt Brit­ta Engel­hardt. Der Abstand zwi­schen den Ehren­amt­li­chen betra­ge höch­stens ein­ein­halb Meter, „weil man so ein Kitz im hohen Gras sonst unheim­lich schnell über­sieht”. Fin­den sie ein Kitz, tra­gen sie es – ein­ge­packt in ein dickes Gras­bü­schel – an den Feld­rand. „Dabei ver­su­chen wir, es so wenig mensch­li­chem Kon­takt wie mög­lich aus­zu­set­zen, um nicht zu ris­kie­ren, dass das Mut­ter­tier sein Kitz ver­stößt.” Gleich im Anschluss soll die Wie­se gemäht wer­den, weil es sonst vor­kom­men kann, dass das Kitz wie­der zurück in die Wie­se geht.

Für drei bis fünf Hekt­ar braucht die Kitz­ret­tung mit zehn bis 15 Hel­fern in etwa drei Stun­den. Doch immer wie­der hat sie Anfra­gen für Wie­sen, die deut­lich grö­ßer sind. „Wenn wir 30 Hekt­ar absu­chen sol­len, bräuch­te ich hun­dert Leu­te – die bekom­men wir auf die Schnel­le nicht zusam­men.” Die Lösung für das Pro­blem hat sechs Rotor­blät­ter und eine Wär­me­bild­ka­me­ra an Bord. „Die­ses Jahr haben wir das erste Mal mit einer Droh­ne gear­bei­tet – die ist wirk­lich Gold wert”, betont Brit­ta Engel­hardt. Fünf bis zehn Hekt­ar schafft das vier­köp­fi­ge Droh­nen-Team bin­nen einer Stun­de. Allein 60 Kit­ze haben die Ehren­amt­li­chen der Kitz­ret­tung Ober­fran­ken die­ses Jahr dank des flie­gen­den Hel­fer­leins gefun­den.

Doch auch mit Droh­ne konn­ten die Kitz­ret­ter längst nicht jede Anfra­ge abar­bei­ten. „Im Moment sind wir haupt­säch­lich in den Land­krei­sen Bay­reuth und Hof unter­wegs – ver­ein­zelt auch in den Land­krei­sen Kulm­bach und Wun­sie­del. Unser Ziel ist es aber, in ganz Ober­fran­ken agie­ren zu kön­nen”, sagt Brit­ta Engel­hardt. Der näch­ste Schritt sei in jedem Fall eine zwei­te, meh­re­re tau­send Euro teu­re Droh­ne zu kau­fen. Das ist dank einer 10.000-Euro-Spende der Stadt­wer­ke Bay­reuth ohne wei­te­res mög­lich. Wie schon in den Vor­jah­ren ver­zich­tet das Unter­neh­men auf Weih­nachts­prä­sen­te für Geschäfts­part­ner und spen­det statt­des­sen für einen guten Zweck – die­ses Jahr eben an die Kitz­ret­tung Ober­fran­ken. „Es beein­druckt mich sehr, wie viel Zeit die Ehren­amt­li­chen der Kitz­ret­tung Ober­fran­ken inve­stie­ren, um mög­lichst vie­le Reh­kit­ze ret­ten zu kön­nen”, sagt Stadt­wer­ke-Geschäfts­füh­rer Jür­gen Bay­er. „Sie tra­gen dazu bei, dass die für unse­re Gesell­schaft so wich­ti­ge Land­wirt­schaft und der eben­so wich­ti­ge Tier­schutz zusam­men­fin­den. Wir hof­fen, dass wir für die Kitz­ret­tung Ober­fran­ken durch unse­re Spen­de einen ech­ten Mehr­wert schaf­fen kön­nen.”

Das sei schon jetzt garan­tiert, ver­si­chert Brit­ta Engel­hardt. Auch wenn eine zwei­te Droh­ne das Bege­hen mit vie­len Hel­fern nicht erset­zen wer­de. „Unse­re Droh­ne funk­tio­niert nur in den frü­hen Mor­gen­stun­den, wenn der Tem­pe­ra­tur­un­ter­schied zwi­schen Boden und Kitz noch mög­lichst groß ist. Ab 9 Uhr wärmt sich im Mai und Juni jeder Erd­hü­gel so stark auf, dass er auf dem Bild­schirm aus­sieht wie ein Reh­kitz.” Dann sind die Kitz­ret­ter wie­der auf vie­le Unter­stüt­zer ange­wie­sen, die die Wie­sen der Regi­on zu Fuß absu­chen.

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