Von­ein­an­der und mit­ein­an­der ler­nen – Prag und Bam­berg tau­schen sich aus

Ulri­ke Sie­ben­haar und Michae­la Schraetz im Gespräch mit Bür­ger­mei­ster Pavel Cizinsky und sei­ner Dele­ga­ti­on aus Prag.

Prag 1 und Bam­berg – inter­na­tio­na­len Aus­tausch zur Bür­ger­be­tei­li­gung

Bür­ger­mei­ster Pavel Cizinsky aus der Bam­ber­ger Part­ner­stadt Prag 1 besuch­te am ersten Advents­wo­chen­en­de, mit einer hoch­ran­gi­gen Dele­ga­ti­on die Stadt Bam­berg. Im Fokus des Inter­es­ses stand auch der inten­si­ve Aus­tausch zur Bür­ger­be­tei­li­gung. Ulri­ke Sie­ben­haar und Michae­la Schraetz vom Amt für Bür­ger­be­tei­li­gung, Pres­se- und Öffent­lich­keits­ar­beit berich­te­ten von ver­schie­de­nen Bür­ger­be­tei­li­gungs­for­ma­ten der Stadt Bam­berg wie den Are­nen und Foren im Kon­ver­si­ons­pro­zess, der Bür­ger­ver­samm­lung oder den Stadt­teil­ge­sprä­chen. Im Gegen­zug gab es kon­kre­te Ideen aus Prag wie zum Bei­spiel eine monat­li­che „Aktu­el­le Stun­de für alle Bür­ger” und eine jähr­lich statt­fin­den­de öffent­li­che Bür­ger­kon­fe­renz zu den 10 wich­tig­sten Ent­wick­lungs­the­men der Stadt an der Mol­dau.

„Es war ein sehr span­nen­der Aus­tausch mit den Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen aus Prag. Wir konn­ten fest­stel­len, dass sich die Her­aus­for­de­run­gen und auch die Chan­cen sehr ähneln”, so Ulri­ke Sie­ben­haar. Wäh­rend des gut 90-minü­ti­gen Gesprächs wur­den die Ansät­ze der bei­den Städ­te und ver­schie­de­ne For­ma­te der Bür­ger­be­tei­li­gung dis­ku­tiert. So waren die Pra­ger beson­ders inter­es­siert am Kon­zept der Bür­ger­ver­samm­lung, dem Bür­ger­la­bor und auch den recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für Bür­ger- und Rats­ent­schei­de.

„Bür­ger­be­tei­li­gung ist ein rea­li­sti­scher Ansatz, den Dia­log zwi­schen der Stadt­ver­wal­tung und den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern zu ver­bes­sern. Es ist fatal für kom­mu­nal­po­li­ti­sche Ent­schei­dun­gen, wenn das Gespräch aller Betei­lig­ten auf­hört”, so Schraetz. Dem stimm­ten die Pra­ger Gäste unein­ge­schränkt zu. Vize­bür­ger­mei­ster Pavel Nazars­ky, der nicht nur für Bil­dung, son­dern auch für Bür­ger­be­tei­li­gung zustän­dig ist berich­te­te von kon­kre­ten Betei­li­gungs­mög­lich­kei­ten für die Pra­ger Bevöl­ke­rung. Unter ande­rem gäbe es dort eine jähr­lich statt­fin­den­de Ver­an­stal­tung, bei der die Pra­ge­rin­nen und Pra­ger zu bestimm­ten über­grei­fen­den The­men ihre Ideen ein­brin­gen kön­nen. Alle Teil­neh­men­den wäh­len in einem mehr­stu­fi­gen Ver­fah­ren die zehn wich­tig­sten Vor­schlä­ge aus, die im Anschluss im Stadt­rat behan­delt wer­den müs­sen.

Bür­ger­mei­ster Cizinsky und Vize­bür­ger­mei­ster Nazars­ky sahen vie­le Par­al­le­len zwi­schen die­ser „Bür­ger­kon­fe­renz” und der all­jähr­li­chen Bür­ger­ver­samm­lung nach Baye­ri­scher Gemein­de­ord­nung, die in die­sem Jahr im Sep­tem­ber in Bug statt­fand. Hier wie dort wird über die Ideen und Anträ­ge der Teil­neh­men­den abge­stimmt. „Aller­dings wird kei­ne Prio­ri­sie­rung oder Limi­tie­rung getrof­fen, alle Anträ­ge über die posi­tiv abge­stimmt wur­de müs­sen alle inner­halb der fol­gen­den drei Mona­te im Stadt­rat behan­delt wer­den,” so Sie­ben­haar.

Einig waren sich die Pra­ger Dele­ga­ti­on und die Bam­ber­ger Mit­ar­bei­ter des Amts für Bür­ger­be­tei­li­gung, dass „Poli­tik und Ver­wal­tung der Bür­ger­schaft nichts vor­gau­keln dür­fen, son­dern sie tat­säch­lich ernst neh­men müs­sen.” Dass Bür­ger­be­tei­li­gung teil­wei­se auch fru­strie­rend für alle Betei­lig­ten ver­lau­fen kann, berich­te­ten eben­falls die Ver­tre­ter bei­der Städ­te. Wäh­rend die Bam­ber­ge­rin­nen den gesam­ten Pro­zess rund um die Muna-Ent­schei­de als schmerz­haf­te Lern­er­fah­rung sehen, war dies für die Ver­tre­ter aus Prag ein ähn­lich gela­ger­ter Ent­scheid um den Pra­ger Stadt­park.

Am Ende des Aus­tauschs waren sich alle Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer einig, dass die Part­ner­schaft der Städ­te Prag und Bam­berg auch bei die­sem The­ma gepflegt wer­den soll. „Wir kön­nen von­ein­an­der und mit­ein­an­der ler­nen”, fasst Sie­ben­haar die Ergeb­nis­se des Tref­fens zusam­men.