Pri­vat­do­zent Dr. Thor­sten Klink ist neu­er Chef­arzt der Radio­lo­gie am Kli­ni­kum Bay­reuth

Der 41-jäh­ri­ge Medi­zi­ner wech­selt von Syd­ney nach Bay­reuth

Privatdozent Dr. Thorsten Klink

Pri­vat­do­zent Dr. Thor­sten Klink

Pri­vat­do­zent Dr. Thor­sten Klink ist neu­er Chef­arzt des Insti­tuts für dia­gno­sti­sche und inter­ven­tio­nel­le Radio­lo­gie an der Kli­ni­kum Bay­reuth GmbH. Sein Ziel: noch bes­se­re Bild­ge­bung bei noch weni­ger Strah­len­be­la­stung für Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten.

Thor­sten Klink hat an der Uni­ver­si­tät Lübeck Medi­zin stu­diert, war danach in der Herz- und Gefäß­chir­ur­gie des Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums Schles­wig-Hol­stein in Kiel tätig. Im Jahr 2008 wech­sel­te er Ort und Fach – am Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Ham­burg-Eppen­dorf wur­de er Assi­stenz­arzt der Radio­lo­gie. „Die Radio­lo­gie hat mir schon wäh­rend mei­nes Stu­di­ums Spaß gemacht“, sagt Klink. „Sie ist ein viel­sei­ti­ges und moder­nes Fach­ge­biet. Und sie betrach­tet den gesam­ten Pati­en­ten, von Kopf bis Fuß.“ Wäh­rend sei­ner Ham­bur­ger Zeit schloss Klink zudem sei­ne Wei­ter­bil­dung zum Fach­arzt ab.

Einer, der nie aus­ler­nen will

Genug gelernt? Nein, so tickt Thor­sten Klink nicht. Am Insel-Spi­tal im schwei­ze­ri­schen Bern fokus­sier­te er sich auf die Magnet­re­so­nanz­to­mo­gra­phie (MRT), forsch­te auf dem Gebiet der Dia­gno­stik von rheu­ma­to­lo­gi­schen Erkran­kun­gen und qua­li­fi­zier­te sich in der kar­dio­vasku­lä­ren Bild­ge­bung. „Und ab 2014 stand bei mir die inter­ven­tio­nel­le Spe­zia­li­sie­rung im Mit­tel­punkt“, sagt Klink. Die­ses Spe­zi­al­ge­biet umfasst den the­ra­peu­ti­schen Teil des Faches Radio­lo­gie. Bei der inter­ven­tio­nel­len Radio­lo­gie wer­den unter Bild­steue­rung per Ultra­schall, CT, MRT oder Angio­gra­phie the­ra­peu­ti­sche Ein­grif­fe bei­spiels­wei­se im vasku­lä­ren und biliä­ren System (z. B. bei arte­ri­el­ler Ver­schluss­erkran­kung oder tumor­be­ding­tem Ver­schluss des Gal­len­gang­sy­stems) sowie in paren­chy­ma­tö­sen Orga­nen (z. B. Radio­fre­quenz­a­b­la­ti­on von Leber­me­tasta­sen) vor­ge­nom­men.

Sta­ti­on in Würz­burg

Ein brei­tes Port­fo­lio an inter­ven­tio­nel­len The­ra­pie­ver­fah­ren erar­bei­te­te sich Klink an der Uni­ver­si­täts­kli­nik in Würz­burg. Und sei­ne Habi­li­ta­ti­on zum The­ma „Opti­mie­rung der Bild­qua­li­tät und Reduk­ti­on der Strah­len­do­sis bei der CT des Her­zens“ eben­falls.

Am ande­ren Ende der Welt

Der näch­ste Schritt war einer ans ande­re Ende der Welt: In den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren arbei­te­te Klink an der Austra­li­an Tele­me­di­ci­ne Cli­nic in Syd­ney. „Wir haben tele­ra­dio­lo­gi­sche Dia­gno­stik für Kli­ni­ken in ganz Nord­eu­ro­pa ange­bo­ten“, berich­tet der heu­te 41-Jäh­ri­ge. Dabei machen sich die betei­lig­ten Kli­ni­ken den Zeit­un­ter­schied und die moder­nen Daten­net­ze zunut­ze. Über Nacht bekom­men euro­päi­sche Kli­ni­ken qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge dia­gno­sti­sche Lei­stun­gen aus Austra­li­en, denn dort ist es ja Tag. „Ich habe nach einem Aus­lands­auf­ent­halt im eng­lisch­spra­chi­gen Raum gesucht“, sagt Klink. „Ich woll­te modern­ste radio­lo­gi­sche Ver­fah­ren und Ver­sor­gungs­mög­lich­kei­ten ken­nen­ler­nen, und konn­te Erfah­run­gen mit ersten Dia­gno­stik­sy­ste­men mit Künst­li­cher Intel­li­genz sam­meln.“

Sei­ne Zie­le am Kli­ni­kum

Syd­ney war von Anfang an als Zwei-Jah­res-Auf­ent­halt geplant. „Ich habe mich von Austra­li­en aus neu ori­en­tiert und dabei ist mir die Kli­ni­kum Bay­reuth GmbH sehr posi­tiv auf­ge­fal­len.“ Denn hier tut sich vie­les: Der Medi­zin-Cam­pus Ober­fran­ken inter­es­siert Klink sehr – in die­sem Vor­ha­ben will er sich ein­brin­gen. „For­schung und Leh­re haben mir immer Spaß gemacht.“ Sein Ziel an der Kli­ni­kum Bay­reuth GmbH ist die Wei­ter­ent­wick­lung einer bereits jetzt gut lau­fen­den Radio­lo­gie. Kon­kret steht die Eta­blie­rung eines eige­nen MRT-Scan­ners an, was die dia­gno­sti­schen Mög­lich­kei­ten am Kli­ni­kum noch­mals erwei­tern und ver­bes­sern wird. Das radio­lo­gi­sche Insti­tut möch­te er zudem in den näch­sten Jah­ren zu einem zer­ti­fi­zier­ten Zen­trum für Herz- und Gefäß­bild­ge­bung wei­ter­ent­wickeln. Und auch das inter­ven­tio­nel­le The­ra­pie­an­ge­bot soll noch wei­ter aus­ge­baut wer­den.

For­schung ist ihm wich­tig

In der For­schung wird Klink Schwer­punk­te in der Vasku­li­tis­dia­gno­stik, also der Erfor­schung von Ent­zün­dun­gen von Arte­ri­en, Arte­rio­len, Kapil­la­ren, Ven­o­len und Venen, set­zen. Vasku­li­tis schä­digt Orga­ne, ihre Ursa­chen sind noch nicht voll­stän­dig geklärt. Auch der Redu­zie­rung der Strah­len­be­la­stung für Pati­en­ten bei radio­lo­gi­schen Unter­su­chun­gen will sich Klink wid­men.

Bay­reuth kommt zur rech­ten Zeit

Für Thor­sten Klink und sei­ne Fami­lie kommt Bay­reuth zu rech­ten Zeit. Sei­ne Kin­der sind drei und fünf Jah­re alt, die älte­re Toch­ter kommt im näch­sten Jahr in die Schu­le. Mit dem Fach Eng­lisch wird sie mal kei­ne Pro­ble­me haben – das spricht sie seit dem Austra­li­en-Auf­ent­halt flie­ßend.