Behand­lung einer klei­nen Gast­pa­ti­en­tin aus Afgha­ni­stan in der Jura­kli­nik Scheß­litz

Seit über 10 Jah­ren unter­stützt die Jura­kli­nik Scheß­litz das Frie­dens­dorf Inter­na­tio­nal bei der unent­gelt­li­chen Behand­lung von Kin­dern aus Kriegs- und Kri­sen­ge­bie­ten. Alle Kin­der, die bis­lang in der Jura­kli­nik Scheß­litz ver­sorgt wur­den, erhiel­ten die so drin­gend not­wen­di­ge und lang­ersehn­te medi­zi­ni­sche Behand­lung, die in ihrer Hei­mat nicht mög­lich war.

Dr. Biedermann und Ajimira aus Afghanistan. Foto: Juraklinik

Dr. Bie­der­mann und Aji­mi­ra aus Afgha­ni­stan. Foto: Jura­kli­nik

Dr. Mat­thi­as Bie­der­mann, Chef­arzt der Unfall­chir­ur­gie und Ortho­pä­die setzt die­se Tra­di­ti­on wei­ter fort und erklär­te sich im Früh­jahr die­ses Jah­res sofort bereit, Aji­mi­ra aus Afgha­ni­stan unent­gelt­lich zu ope­rie­ren.

Im April 2018 hat­te sich das Mäd­chen einen Ober­schen­kel­hals­bruch an der rech­ten Sei­te zuge­zo­gen, wor­auf­hin sie in Afgha­ni­stan ope­riert wur­de – lei­der ohne Erfolg. Die im Hüft­ge­lenk ein­ge­setz­ten Schrau­ben, wel­che eigent­lich zur Sta­bi­li­sie­rung vor­ge­se­hen waren, locker­ten sich, der Bruch ver­heil­te nicht und der Hüft­kopf rutsch­te ab. Dar­über hin­aus lag eine Infekt­si­tua­ti­on vor. Dies hat­te zur Fol­ge, dass Aji­mi­ra nur noch unter stärk­sten Schmer­zen gehen konn­te. So brach­te ihr Vater sie nach Kabul zum Afgha­ni­schen roten Halb­mond, der Part­ner­or­ga­ni­sa­ti­on des Frie­dens­dor­fes und stell­te sie dort vor. Schnell war klar, dass das Mäd­chen ohne eine adäqua­te medi­zi­ni­sche Behand­lung in Deutsch­land nie­mals wie­der ste­hen oder lau­fen könn­te.

Aji­mi­ra ist inzwi­schen das drei­zehn­te Kind, das in Scheß­litz unent­gelt­lich behan­delt wird. Seit über 30 Jah­ren fliegt die Kin­der­hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on Frie­dens­dorf Inter­na­tio­nal zwei­mal jähr­lich in das von Krie­gen und Kri­sen gebeu­tel­te Land, um Kin­dern, denen in ihrer Hei­mat nicht gehol­fen wer­den kann, eine medi­zi­ni­sche Behand­lung in Deutsch­land zu ermög­li­chen. Die Jura­kli­nik in Scheß­litz mit Chef­arzt Dr. Bie­der­mann steht für die­se Unter­stüt­zung ger­ne bereit und über­nimmt die ent­spre­chen­de Ver­sor­gung der Kin­der.

Die chir­ur­gi­sche Sta­ti­on mit ihren Pfle­ge­rin­nen und Pfle­gern als auch die Ärz­te und das wei­te­re Per­so­nal der Kli­nik freu­en sich über den Behand­lungs­er­folg und wer­den die immer freund­lich lächeln­de Aji­mi­ra sehr ver­mis­sen. Lie­be­voll umsorgt wur­de das afgha­ni­sche Mäd­chen zusätz­lich von ehren­amt­li­chen Betreue­rin­nen des Frie­dens­dor­fes. Nun wird sie noch eine Zeit in der Heim- und Pfle­ge­ein­rich­tung des Frie­dens­dor­fes in Ober­hau­sen ver­brin­gen bis sie im Früh­jahr 2020 zu ihrer Fami­lie in die Hei­mat zurück­kehrt.