Bay­erns bester Jung-Brau­er kommt aus Hal­lern­dorf

Eli­as Ritt­may­er aus Hal­lern­dorf ist Lan­des­sie­ger im Lei­stungs­wett­be­werb des Hand­werks und tritt in die Fuß­stap­fen sei­nes Vaters und Groß­va­ters

Sein Vater war schon Brau­er, sein Groß­va­ter ist es noch: Damit war Eli­as Ritt­may­er aus Rein­hards­ho­fen im Land­kreis Neu­stadt an der Aisch-Bad Winds­heim sei­ne beruf­li­che Zukunft eigent­lich schon in die Wege gelegt. Doch der 20-Jäh­ri­ge sei in jeder Hin­sicht „die abso­lu­te Aus­nah­me“, betont sein Chef Georg Ritt­may­er von der gleich­na­mi­gen Braue­rei in Hal­lern­dorf immer wie­der. Eli­as besuch­te die Real­schu­le, wech­sel­te dann aufs Fried­rich-Alex­an­der-Gym­na­si­um in Neu­stadt an der Aisch und brach trotz Best­no­ten einem Jahr vor dem Abitur ab, um „den schön­sten Beruf der Welt“ zu ergrei­fen: Brau­er und Mäl­zer. Die Ent­schei­dung war rich­tig, denn andern­falls wäre Eli­as kaum baye­ri­scher Lan­des­sie­ger im Berufs­wett­be­werb des Hand­werks gewor­den. Er ist damit Bay­erns bester Jung­brau­er.

Auch wenn Braue­rei­chef und der frisch aus­ge­lern­te Azu­bi mit Nach­na­men bei­de Ritt­may­er hei­ßen, sind sie übri­gens nicht mit­ein­an­der ver­wandt. In Hal­lern­dorf, ganz im Osten Ober­fran­kens im Land­kreis Forch­heim, ist der Name nicht außer­ge­wöhn­lich. Ins­ge­samt gibt es drei Braue­rei­en, die den Namen Ritt­may­er tra­gen. Neben der von Georg Ritt­may­er eine in dem zu Hal­lern­dorf gehö­ri­gen Orts­teil Wil­lers­dorf, eine wei­te­re in dem weni­ge Kilo­me­ter ent­fern­ten Ort Aisch bei Adels­dorf. Eli­as stammt aus der Braue­rei in Aisch her­aus, die sein Onkel Tho­mas lei­tet.“ Aber eigent­lich hat mich mein Groß­va­ter dar­auf gebracht, bei Georg Ritt­may­er in Hal­lern­dorf eine zwei­ein­halb­jäh­ri­ge und damit ver­kürz­te Leh­re zu absol­vie­ren“, erzählt Eli­as. Denn sein ver­stor­be­ner Vater Ste­fan sei der erste Brau­mei­ster gewe­sen, den Georg Ritt­may­er beschäf­tigt hat­te.

„Sol­che begab­ten Leu­te brau­chen wir“

Mai­schen, Spin­deln, die Ent­nah­me und Prü­fung von Stich­pro­ben und das Beur­tei­len des Mal­zes – das alles und noch viel mehr umfasst die Welt von Eli­as Ritt­may­er. Mit sei­nem gro­ßen Wis­sen dar­über konn­te er letzt­lich auch den Lan­des­wett­be­werb der frisch gebacke­nen Brau­er und Mäl­zer-Gesel­len für sich ent­schei­den. „Mir macht es halt ein­fach Spaß“, sagt Eli­as ganz beschei­den. Sein Mot­to lau­tet: „Wenn ich etwas mache, dann rich­tig“. Und so will er nach einem Jahr Gesel­len­zeit in Hal­lern­dorf die Brau­mei­ster­schu­le in Grä­fel­fing bei Mün­chen besu­chen. Ob sich danach ein Stu­di­um anschließt, lässt Eli­as der­zeit noch offen. Sein Chef Georg hofft natür­lich, dass ihm Eli­as erhal­ten bleibt: „Die Haupt­sa­che aber ist, er bleibt der Bran­che treu. Denn sol­che begab­ten Leu­te brau­chen wir.“

Bei einem Besuch des Prä­si­den­ten der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken Tho­mas Zim­mer und HWK-Geschäfts­füh­rer Dr. Bernd Sau­er gab es neben einem Geschenk für den Lan­des­sie­ger und die Aus­sicht auf eine För­de­rung der Mei­ster­aus­bil­dung über die Stif­tung für Begab­ten­för­de­rung im Hand­werk auch eine Ehren­ur­kun­de für Braue­rei­chef Georg Ritt­may­er für die beson­de­re Aus­bil­dungs­lei­stung sei­nes Betrie­bes. 18 Azu­bis haben er und die Genera­tio­nen vor ihm in den zurück­lie­gen­den 60 Jah­ren zu Brau­ern und Mäl­zern gemacht.

Die Braue­rei Ritt­may­er gehört zu den älte­sten Braue­rei­en im Land­kreis Forch­heim. Schon 1422 wur­de der Fami­lie von Mark­graf Fried­rich IV. von Kulm­bach-Ans­bach das Brau­recht ver­lie­hen. Heu­te liegt der Jah­res­aus­stoß bei rund 20.000 Hek­to­li­tern. Die Braue­rei hat der­zeit zwölf Bier­sor­ten im Sor­ti­ment.