Pre­digt von Erz­bi­schof Schick bei Jubi­lä­ums­fei­er in Pose­ner Kathe­dra­le

„Bam­ber­ger Gärt­ner in Posen sind Zei­chen für gelun­ge­ne Migra­ti­on“

Der Bam­ber­ger Erz­bi­schof Lud­wig Schick hat die Ansied­lung Bam­ber­ger Gärt­ner in Posen vor 300 Jah­ren als Bei­spiel für gelun­ge­ne Migra­ti­on und Inte­gra­ti­on bezeich­net. Bei einem Fest­got­tes­dienst im Dom zu Posen, den er zusam­men mit Erz­bi­schof Sta­nis­law Gadecki fei­er­te, nann­te Schick am Sonn­tag das Jubi­lä­um ein Bei­spiel für die guten Bezie­hun­gen zwi­schen Deut­schen und Polen, den guten Aus­tausch und nutz­brin­gen­de Kon­tak­te. Bei­de Län­der müss­ten lei­der auf eine von Krieg und Gewalt bela­ste­te Ver­gan­gen­heit zurück­blicken. „Es gab aber auch viel gutes Mit­ein­an­der, an das wir erin­nern müs­sen und das uns für eine fried­vol­le Zukunft in guter Nach­bar­schaft ermu­tigt“, sag­te der Erz­bi­schof.

Die Bam­ber­ger Gärt­ner hät­ten vor drei Jahr­hun­der­ten zum Wie­der­auf­bau und zur Ent­wick­lung der Regi­on bei­getra­gen, so Schick, der auch Vor­sit­zen­der der deutsch-pol­ni­schen Kon­takt­grup­pe der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz ist. Frei­wil­li­ge und gewoll­te Migra­ti­on trü­gen zum Wohl aller Betei­lig­ten bei, wäh­rend erzwun­ge­ne Migra­ti­on Kon­flik­te und Pro­ble­me brin­ge und oft töd­lich ende. „Das ver­pflich­tet die gan­ze inter­na­tio­na­le Gemein­schaft, Flucht­ur­sa­chen zu besei­ti­gen, vor allem Hun­ger und Armut, Krie­ge und Kon­flik­te, die die Lebens­grund­la­gen zer­stö­ren.“ Dazu gehör­ten heu­te auch der Kli­ma­wan­del und die Umwelt­schä­di­gun­gen. „Bei allen Über­le­gun­gen und Maß­nah­men zu Flucht und Migra­ti­on muss klar sein: Jeder Mensch in Not muss Hil­fe bekom­men, sei­ne Wür­de und sei­ne Grund­rech­te sind zu wah­ren.“

Zum fried­li­chen Mit­ein­an­der von Polen und Deut­schen habe der christ­li­che Glau­be immer viel bei­getra­gen. Das zei­ge auch der hei­li­ge Bischof Otto von Bam­berg, der im elf­ten Jahr­hun­dert den Glau­ben in Posen ver­kün­de­te. Auch die Wie­der­an­nä­he­rung nach der Nazi­zeit und dem Zwei­ten Welt­krieg sei durch den Kon­takt der deut­schen und pol­ni­schen Bischö­fe am Ende des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils ein­ge­lei­tet wor­den.

Im Jahr 2019 fei­ern Bam­berg und Posen den 300. Jah­res­tag, dass Sied­ler aus der Umge­bung von Bam­berg nach Posen geholt wur­den, um Acker­bau zu betrei­ben. Die Stadt mit 540.000 Ein­woh­nern liegt im Westen Polens. Der­zeit fin­det eine fünf­tä­gi­ge Bür­ger­rei­se aus Bam­berg zur Jubi­lä­ums­fei­er in Posen mit einem umfang­rei­chen Rah­men­pro­gramm statt.