Frau­en­früh­stück in Eber­mann­stadt mit Bür­ger­mei­ste­rin Chri­stia­ne Mey­er

Mot­to: „Mit­re­den. Mit­ent­schei­den. Frau­en gestal­ten kom­mu­na­le Ent­wick­lung“

Bürgermeisterin Christiane Meyer

Bür­ger­mei­ste­rin Chri­stia­ne Mey­er

Nur noch ein paar Rest­plät­ze waren frei beim Frau­en­früh­stück der NLE am ver­gan­ge­nen Sams­tag. Im neu eröff­ne­ten Café-Bistro „mahl­werk“ konn­te die NLE-Vor­sit­zen­de, Bür­ger­mei­ste­rin Chri­stia­ne Mey­er über 30 Frau­en begrü­ßen. In ihrem Impuls­re­fe­rat beleuch­te­te Mey­er die Situa­ti­on von Frau­en im poli­ti­schen Gesche­hen. Ihr Anlie­gen: Frau­en dafür begei­stern, die kom­mu­na­le Ent­wick­lung mit­zu­ge­stal­ten.

Wie nötig das ist, zeig­te sie anhand von Bei­spie­len aus der Bun­des- und Lan­des­po­li­tik aber auch aus der kon­kre­ten Eber­mann­städ­ter Situa­ti­on. Wäh­rend die Wahl­be­tei­li­gung von Män­nern und Frau­en etwa gleich hoch ist, gibt es in den Par­tei­en durch­wegs eine deut­li­che Män­ner­mehr­heit. Der Frau­en­an­teil im Bun­des­tag liegt bei 30% – so nied­rig wie seit 20 Jah­ren nicht mehr, im baye­ri­schen Land­tag sogar noch dar­un­ter. In Bay­ern sind von 71 Land­rä­ten nur 5 Frau­en. Im Eber­mann­städ­ter Stadt­rat lag die Frau­en­quo­te stets nur zwi­schen 5 und 10 Pro­zent. Dass es eine Bür­ger­mei­ste­rin gibt, ist eine ech­te Pre­miè­re.

Für das Zögern von Frau­en, poli­ti­sche Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men, gibt es vie­le Grün­de. Mey­er nann­te als Bei­spie­le die tra­di­tio­nel­le Rol­len­vor­stel­lung von der Ver­ant­wor­tung für die Fami­lie, die unter­schied­li­che Gewich­tung von kom­mu­na­len The­men – „Stra­ßen­bau ist wich­ti­ger als Sozia­les“, die Sor­ge, in poli­ti­sche Gra­ben­kämp­fe und Intri­gen hin­ein­ge­zo­gen zu wer­den, sich per­sön­li­chen Angrif­fe aus­ge­setzt zu sehen. Wege aus die­ser Situa­ti­on gibt es, sag­te Mey­er. Das kann bei so prak­ti­schen Maß­nah­men begin­nen wie der Ein­rich­tung eines Baby­sit­ter­dien­stes bei Stadt­rats­sit­zun­gen. Die Par­tei­en und Wäh­ler­ver­ei­ni­gun­gen müs­sen sich ernst­haft um die Mit­ar­beit von Frau­en bemü­hen. An der Frau­en­quo­te, so Mey­er, führt dabei kein Weg vor­bei. Stadt­rä­te müs­sen auf eine ermu­ti­gen­de Debat­ten­kul­tur ach­ten. Aber auch Arbeit­ge­ber kön­nen Frau­en durch fle­xi­ble Arbeits­zeit­re­ge­lun­gen ent­ge­gen­kom­men.

The­ma war auch, auf wel­chen Fel­dern sich Stadt­rats­tä­tig­keit abspielt und was man an Zeit auf­brin­gen muss. Vor allem aber mach­te Mey­er deut­lich, dass die Mög­lich­keit, kom­mu­na­le Ent­wick­lung mit­zu­ge­stal­ten, Spaß und Bestä­ti­gung brin­gen kann. Ihre Bot­schaft an die Frau­en: Bringt euch ein. Redet mit. Ent­schei­det mit. An Gesprächs­stoff für das gemein­sa­me Früh­stück war danach kein Man­gel.