Kreis­ver­band für Gar­ten­bau und Lan­des­pfle­ge Bam­berg im Kreis­lehr­gar­ten ver­lieh das Zer­ti­fi­kat „Natur­gar­ten“

Zer­ti­fi­kat „Natur­gar­ten – Bay­ern blüht!“ – Für mehr Natur in hei­mi­schen Gär­ten

Am 24. Sep­tem­ber erleb­te der Land­kreis Bam­berg eine Pre­miè­re: Zum ersten Mal ver­lieh der Kreis­ver­band für Gar­ten­bau und Lan­des­pfle­ge Bam­berg im Kreis­lehr­gar­ten Ober­haid das Zer­ti­fi­kat „Natur­gar­ten“ an vier aus­ge­wähl­te Gär­ten im Land­kreis.

Wor­um es eigent­lich geht, for­mu­lier­te Alt­be­zirks­tags­prä­si­dent und Vor­sit­zen­der des Kreis­ver­bands Dr. Gün­ther Denz­ler in sei­nen Begrü­ßungs­wor­ten: „Einen Gar­ten natur­nah zu bewirt­schaf­ten, das bedeu­tet, mit der Natur zu arbei­ten und nicht gegen sie.“ Wie gut das gelin­gen kann, bewei­sen die ersten vier zer­ti­fi­zier­ten Gär­ten. Ein Natur­gar­ten ist kei­ne Wild­nis, son­dern ein blü­hen­der Lebens­raum, in dem Obst, Gemü­se, Kräu­ter, Bäu­me und Blu­men wach­sen, hei­mi­sche Tier- und Pflan­zen­ar­ten einen Rück­zugs­raum fin­den und Res­sour­cen scho­nend behan­delt wer­den.

Die Kam­pa­gne „Natur­gar­ten – Bay­ern blüht“ kann als Leit­fa­den für natur­na­hes Gärt­nern ver­stan­den wer­den. Getra­gen wird die Initia­ti­ve vom Baye­ri­schen Lan­des­ver­band für Gar­ten­bau und Lan­des­pfle­ge, der Baye­ri­schen Lan­des­an­stalt für Wein­bau und Gar­ten­bau Veits­höch­heim, dem Baye­ri­schen Gärt­ne­rei­ver­band und dem Berufs­ver­band der Kreis­fach­be­ra­ter für Gar­ten­kul­tur und Lan­des­pfle­ge.

So freu­te sich Land­rat Johann Kalb, der den Gar­ten­be­sit­zern sei­nen Glück­wunsch aus­sprach, im Land­kreis Bam­berg vie­le Bau­stei­ne inein­an­der grei­fen zu sehen, die neben den gro­ßen Pro­jek­ten auf der kom­mu­na­len Ebe­ne auch den Bei­trag jedes ein­zel­nen Bür­gers betref­fen. Er lob­te die Natur­gar­ten-Initia­ti­ve als einen wich­ti­gen Schritt zur Wür­di­gung der­je­ni­gen, die sich der Ver­ant­wor­tung für Natur- und Arten­schutz im eige­nen Gar­ten bewusst sind und damit täg­lich ihren Bei­trag zum Erhalt der bio­lo­gi­schen Viel­falt lei­sten.

Sei­nen Wor­ten schloss sich Bür­ger­mei­ster Car­sten Jon­ei­tis an, der den engen Zusam­men­hang der Natur­schutz-Kon­zep­te sei­ner Gemein­de mit Gar­ten­pro­jek­ten auf ehren­amt­li­cher Basis beton­te. Nur weni­ge Meter Luft­li­nie tren­nen das 13 Hekt­ar gro­ße kom­mu­na­le Natur­wald­re­ser­vat See­laub vom Kreis­lehr­gar­ten Ober­haid, den der ört­li­che Obst- und Gar­ten­bau­ver­ein mit gro­ßem Enga­ge­ment betreibt.

Im Kreis­lehr­gar­ten zeigt der Gar­ten­bau­ver­ein Ober­haid unter der Feder­füh­rung von Rai­mund Ott und Wolf­gang Sett­ma­cher, was jeder ein­zel­ne tun kann, um den eige­nen grü­nen Frei­raum in eine natur­na­he Oase zu ver­wan­deln. Zu den Kri­te­ri­en, die dem Kreis­lehr­gar­ten die Aus­zeich­nung als Natur­gar­ten ein­brach­ten, zäh­len eine nach­hal­ti­ge Kom­post­wirt­schaft, Misch­kul­tur und Frucht­fol­ge im Gemü­se­gar­ten, För­de­rung von Nütz­lin­gen, Blü­ten­viel­falt, unge­stör­te „wil­de“ Ecken, Regen­was­ser­nut­zung und was­ser­spa­ren­de Gar­ten­pfle­ge und nicht zuletzt der Ver­zicht auf che­mi­sche Pflan­zen­schutz­mit­tel, Kunst­dün­ger und Torf.

In glei­cher Qua­li­tät und jeweils unter­schied­li­chen Schwer­punk­ten zei­gen sich auch die übri­gen aus­ge­zeich­ne­ten Natur­gär­ten: Fran­zis­ka und Otto Buch­ber­ger aus Hohen­güß­bach pfle­gen einen bun­ten Haus­gar­ten, der mit blü­ten­rei­chen Stau­den­bee­ten, üppi­ger Fas­sa­den­be­grü­nung, Obst­wie­se, Nutz­gar­ten und aus­ge­klü­gel­tem Regen­was­ser-Manage­ment besticht. Inka und Johann Neff aus Grub bewirt­schaf­ten ihren gro­ßen Nutz- und Wohn­gar­ten nach Per­ma­kul­tur-Prin­zi­pi­en und ver­bin­den öko­lo­gi­sche Obst- und Gemü­se­wirt­schaft mit einem üppi­gen und viel­fäl­ti­gen Erho­lungs­raum direkt vor der Haus­tür. Der Ver­eins­gar­ten des Obst- und Gar­ten­bau­ver­eins Bam­berg-Kaul­berg funk­tio­niert als Gemein­schafts­gar­ten, in dem ein akti­ves Gar­ten­team pflanzt, pflegt, ern­tet und für die hei­mi­sche Tier­welt zahl­rei­che Nahrungs‑, Nist- und Unter­schlupf-Mög­lich­kei­ten schafft.

Sie möch­ten Ihren Gar­ten zer­ti­fi­zie­ren las­sen?

Auch im kom­men­den Jahr wird der Kreis­ver­band Natur­gar­ten-Zer­ti­fi­ka­te ver­lei­hen. Bewer­ben kann sich jeder, der sei­nen Gar­ten natur­nah pflegt. In einer Gar­ten­be­ge­hung und Gar­ten­be­ra­tung ent­schei­den die von der Lan­des­an­stalt für Wein- und Gar­ten­bau geschul­ten Zer­ti­fi­zie­rer, ob Ihr Gar­ten die Kri­te­ri­en der Öko­lo­gie und Nach­hal­tig­keit erfüllt – und anschlie­ßend kön­nen viel­leicht auch Sie mit der Pla­ket­te „Natur­gar­ten – Bay­ern blüht!“ an Ihrem Gar­ten­zaun ein sicht­ba­res Zei­chen für mehr Natur im hei­mi­schen Gar­ten set­zen.

Für Mit­glie­der der Obst- und Gar­ten­bau­ver­ei­ne in Stadt und Land­kreis Bam­berg über­nimmt der Kreis­ver­band für Gar­ten­bau und Lan­des­pfle­ge die Kosten der Zer­ti­fi­zie­rung. Wer nicht Mit­glied in einem Gar­ten­bau­ver­ein ist, kann sich über die Inter­net­sei­te der Lan­des­an­stalt für Wein- und Gar­ten­bau um die Zer­ti­fi­zie­rung bewer­ben. Hier­für fällt eine Kosten­pau­scha­le an, die selbst­ver­ständ­lich nur ein­ge­zo­gen wird, wenn der Gar­ten auch tat­säch­lich zer­ti­fi­ziert wird.

Bei Fra­gen wen­den Sie sich an die Kreis­fach­be­ra­ter für Gar­ten­kul­tur und Lan­des­pfle­ge im Land­rats­amt Bam­berg, Uwe Hoff, Tel. 0951/85–527, Alex­an­dra Kle­misch, Tel. 0951/85–534 und Clau­dia Küh­nel, Tel. 0951/85–515.