„Stern­laschmei­ßer“ ist das Ober­frän­ki­sche Wort des Jah­res 2019

Einer, der Stern­la schmeißt

„Stern­laschmei­ßer“ ist das Ober­frän­ki­sche Wort des Jah­res 2019. Das Dia­lekt­wort, das den im Hoch­deut­schen doch eher sper­ri­gen Begriff Wun­der­ker­ze bild­lich beschreibt, über­zeug­te die vier­köp­fi­ge Jury des Bezirks Ober­fran­ken. Bezirks­tags­prä­si­dent Hen­ry Schramm ver­kün­de­te das Wort am heu­ti­gen Sonn­tag im Ober­frän­ki­schen Bau­ern­hof­mu­se­um Klein­los­nitz.

„Stern­laschmei­ßer ist ein schö­nes Wort und beschreibt das Gemein­te viel anschau­li­cher als das hoch­deut­sche Wort Wun­der­ker­ze“, erklär­te Bezirks­tags­prä­si­dent Hen­ry Schramm bei der Ver­kün­dung des ins­ge­samt fünf­ten ober­frän­ki­schen Wor­tes des Jah­res. Er selbst hat­te sich zwar mit sei­nen Favo­ri­ten „Freg­ga“ und „Mog­ger­la“ an dem Wett­be­werb des Bezirks Ober­fran­ken betei­ligt, die­se typisch frän­ki­schen Begrif­fe lan­de­ten zusam­men mit „brit­sch­ab­rad“, „Bio-Wogn“ für E‑Auto und dem „Wag­ger­la“ (klei­nes Kind) aber nach der Jury-Ent­schei­dung auf den wei­te­ren Plät­zen.

Zahl­rei­che Ober­fran­ken hat­ten auch in die­sem Jahr per Post­kar­te, über die Bezirks­home­page oder E‑Mail ihren Favo­ri­ten zum Ober­frän­ki­schen Wort des Jah­res ein­ge­reicht. Die Jury, bestehend aus Bar­ba­ra Chri­stoph, Lei­te­rin der Kul­tur­Ser­vice­Stel­le des Bezirks Ober­fran­ken, Sabi­ne Knie­ling vom Medi­en­part­ner Extra-Radio aus Hof, Dr. Almut König vom Lehr­stuhl für Ger­ma­ni­sti­sche Sprach­wis­sen­schaft an der Fried­rich-Alex­an­der-Uni­ver­si­tät Erlan­gen sowie dem Lei­ter des Bau­ern­hof­mu­se­ums Klein­los­nitz, Bert­ram Popp, hat­ten kei­ne leich­te Auf­ga­be, aus den ins­ge­samt über 3000 Ein­sen­dun­gen ein Sie­ger-Wort zu küren.

„Stern­laschmei­ßer” ist eine Zusam­men­rückung aus dem Nomen “Stern­la”, dem Verb “schmei­ßen” und der Wort­bil­dungs­sil­be “-er”. Nach die­sem Modell wer­den vie­le Wör­ter gebil­det, zum Bei­spiel “Ärb­fl­groo­ber“, „Hulz­hau­er“ oder „Brill­n­glot­zer“, erklärt die Sprach­wis­sen­schaft­le­rin Dr. Almut König.

„Das Ober­frän­ki­sche Wort des Jah­res ist bei den Men­schen in Ober­fran­ken zu einer festen Insti­tu­ti­on gewor­den. Das zei­gen die vie­len Ein­sen­dun­gen, die wir erhal­ten haben. Wie­der ein­mal konn­ten wir fest­stel­len, dass der ober­frän­ki­sche Dia­lekt so bunt ist, wie unser Regie­rungs­be­zirk selbst“, zog Bezirks­tags­prä­si­dent Hen­ry Schramm vor der Ver­kün­dung des Wor­tes eine Zwi­schen­bi­lanz. Die Ver­kün­dung selbst erfolg­te im Rah­men des tra­di­tio­nel­len Ten­na­fe­stes im Bau­ern­hof­mu­se­um in Klein­los­nitz. Vor der Bekannt­ga­be des Wor­tes wur­de ein Video­clip im For­mat der Sen­dung „Dings­da“ gezeigt, in dem Kin­der den Begriff Stern­laschmei­ßer auf ihre ganz indi­vi­du­el­le Art erklär­ten.

Zur Akti­on „Ober­fran­ken­wort des Jah­res“:

2015 kür­te der Bezirk Ober­fran­ken zusam­men mit dem Medi­en­part­ner Extra-Radio aus Hof erst­mals das „Ober­frän­ki­sche Wort des Jah­res“. Das Wort muss unse­ren Sprach­schatz berei­chern und das Gemein­te beson­ders tref­fend, ori­gi­nell oder prä­zi­se benen­nen. Das Gewin­ner­wort 2015 wur­de „Wisch­käst­la“ als ober­frän­ki­scher Begriff für „Smart­pho­ne“, 2016 wur­de die kur­ze ober­frän­ki­sche Rede­wen­dung „a weng weng“ gekürt. Im Jahr 2017 mach­te der fast ver­ges­se­ne Begriff „Urigeln“ das Ren­nen, der das krib­beln­de Gefühl beschreibt, wenn die kal­ten Hän­de oder Füße in der Wär­me lang­sam auf­tau­en. Im Vor­jahr kür­te die Jury unter dem Ein­druck des Jahr­hun­dert­som­mers das Wort „der­schwit­zen“ zum Ober­frän­ki­schen Wort des Jah­res. Ein­sen­dun­gen konn­ten über das Inter­net, per Mail oder Post­kar­te bei der Kul­tur­Ser­vice­Stel­le des Bezirks Ober­fran­ken oder bei Extra-Radio ein­ge­reicht wer­den.