Lecke­res Brot für bes­se­re Was­ser­qua­li­tät – Oder wie Forch­heim es gebacken bekommt, dass weni­ger Nitrat im Grund­was­ser landet

Nicole Nefzger, Projektmanagerin „Wasserschutzbrot“ vom (FIBL), Frank Hafner, Leiter des Sachgebiets Wasserwirtschaft der Regierung von Oberfranken, Dominik Galster, Landwirt aus Gosberg, Christian Sponsel, Technischer Geschäftsführer Stadtwerke Forchheim, OB Dr. Uwe Kirschstein, Rosi Kraus, stellv. Landrätin, Werner Schrüfer, Bäckerei Pfister, Michael Litz, Mühle Litz. Foto: SWF

Nico­le Nefz­ger, Pro­jekt­ma­na­ge­rin „Was­ser­schutz­brot“ vom (FIBL), Frank Haf­ner, Lei­ter des Sach­ge­biets Was­ser­wirt­schaft der
Regie­rung von Ober­fran­ken, Domi­nik Gal­ster, Land­wirt aus Gos­berg, Chri­sti­an Spon­sel, Tech­ni­scher Geschäfts­füh­rer Stadt­wer­ke Forch­heim,
OB Dr. Uwe Kirsch­stein, Rosi Kraus, stellv. Land­rä­tin, Wer­ner Schrü­fer, Bäcke­rei Pfi­ster, Micha­el Litz, Müh­le Litz. Foto: SWF

Die Stadt­wer­ke Forch­heim gehen mit ihrer Teil­nah­me an der Initia­ti­ve „Was­ser­schutz­brot“ einen wei­te­ren Schritt in die Rich­tung vor­bild­li­che Trink­was­ser­qua­li­tät in Forch­heim. Nico­le Nefz­ger, Pro­jekt­ma­na­ge­rin vom For­schungs­in­sti­tut für bio­lo­gi­schen Land­bau (FiBL) bringt den Grund­ge­dan­ken der Initia­ti­ve auf den Punkt: „Weni­ger Dün­ger auf dem Acker, weni­ger Nitrat im Grund­was­ser, fai­re Prei­se für die Land­wir­te – und trotz­dem hand­werk­lich her­ge­stell­tes, köst­li­ches Brot, gebacken in fami­li­en­geführ­ten Bäcke­rei­en. Grund­was­ser­schutz, der schmeckt!“

„Mit dem Mot­to ‚Vom Grund­was­ser­schutz zur nach­hal­ti­gen Regio­nal­ent­wick­lung‘ kann jeder Ver­brau­cher mit dem Kauf des Was­ser­schutz­bro­tes sei­nen Bei­trag lei­sten. Die­ses Pro­jekt hat eine eige­ne Strahl­kraft und ist für jeder­mann greif­bar und gibt ihm ein gutes Gefühl,“ fasst Frank Haf­ner, Lei­ter des Sach­ge­biets Was­ser­wirt­schaft der Regie­rung von Ober­fran­ken einen wei­te­ren Grund­ge­dan­ken des Pro­jekts zusam­men. Immer­hin sind es bereits acht Was­ser­ver­sor­ger, 32 Land­wir­te, 6 Müh­len und 25 Bäcke­rei­en, die sich fran­ken­weit engagieren.

Die Initia­ti­ve „Was­ser­schutz­brot“ bringt auf ein­zig­ar­ti­ge Wei­se Was­ser­ver­sor­ger, Land­wir­te, Mül­ler und Bäcker beim Grund­was­ser­schutz in Fran­ken zusam­men. Nun ist sie auch in Forch­heim ange­kom­men: „Wir sind stolz auf unse­re Stadt­wer­ke Forch­heim. Sie haben ein gutes Gespür ent­wickelt, was die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger bewegt und wie Sie ihren Auf­trag als Was­ser­ver­sor­ger mit den Wün­schen der Bevöl­ke­rung in Ein­klang brin­gen. Das Was­ser­schutz­brot trifft genau die­sen Zeit­geist. Neben der wei­te­ren Sen­kung des Nitrat­ge­halts rücken Sie gleich­zei­tig unse­re regio­na­len Müh­len und Bäcke­rei­en in den Mit­tel­punkt des Gesche­hens,“ lobt Ober­bür­ger­mei­ster Dr. Uwe Kirsch­stein das neue­ste Enga­ge­ment der Stadt­wer­ke Forchheim.

Für Chri­sti­an Spon­sel, tech­ni­scher Geschäfts­füh­rer der Stadt­wer­ke Forch­heim, lie­gen die Vor­tei­le auf der Hand: „Unser Trink­was­ser wird noch sau­be­rer, da wir unse­ren schon sehr gerin­gen Gehalt an Nitrat noch mehr sen­ken kön­nen und ander­seits unter­stüt­zen wir damit aktiv unse­re loka­len Bäcke­rei­en. Denn wer möch­te nicht mit einem guten Gefühl die Bäcke­rei ver­las­sen? Ich bin davon über­zeugt, dass auch die Forch­hei­mer die­ses Pro­jekt unter­stüt­zen, da Trink­was­ser­schutz uns alle etwas angeht.“

Um am Ende lecke­res Brot, Gebäck und ande­re Köst­lich­kei­ten aus dem Was­ser­schutz­mehl zu pro­du­zie­ren, ist eine enge Zusam­men­ar­beit not­wen­dig: Domi­nik Gal­ster, Land­wirt aus Gos­berg, baut im Was­ser­schutz­ge­biet Zweng Was­ser­schutz­wei­zen an. Dabei ver­zich­tet er auf die letz­te Stick­stoff­dün­gung sei­nes Wei­zens vor der Ern­te. Zwar wird der Wei­zen dadurch etwas klei­ner und auch der Eiweiß­ge­halt sinkt etwas, doch dadurch gelangt auch wesent­lich weni­ger Nitrat ins Trink­was­ser. Die Stadt­wer­ke Forch­heim hono­rie­ren die­ses Enga­ge­ment mit einer Aus­gleichs­zah­lung. Der Wei­zen wird dann in der Müh­le Litz aus Grems­dorf sepa­rat gemah­len. Das Was­ser­schutz­mehl wird im Anschluss an die drei teil­neh­men­den Bäcke­rei­en Nagel und Pfi­ster aus Forch­heim sowie Löw aus Hagen­bach aus­ge­lie­fert. Sie backen dar­aus die unter­schied­lich­sten Köst­lich­kei­ten. „Der Kun­de schmeckt den Unter­schied nicht, aber er unter­stützt den regio­na­len Trink­was­ser­schutz. Dies über­zeugt hof­fent­lich auch die Kun­den in Forch­heim,“ wün­schen sich die Bäckereien.