Wald­be­sit­zer­ver­ei­ni­gung Frän­ki­sche Schweiz e.V.: Sel­te­ne Baum­ar­ten für Kli­ma­wan­del

Veranstaltungsreihe „Waldgscheit“, Bildquelle: Anton Schlör, WBV

Ver­an­stal­tungs­rei­he „Waldgscheit“, Bild­quel­le: Anton Schlör, WBV

Bei der Info­ver­an­stal­tung am 16.09.2019 haben sich ange­hen­de Wald­war­te mit den För­stern Bene­dikt Kügel und Anton Schlör von der Wald­be­sit­zer­ver­ei­ni­gung Frän­ki­sche Schweiz e.V. (WBV) sowie Forst­amts­rat Mat­thi­as Jes­sen vom Amt für Ernäh­rung Land­wirt­schaft und For­sten, Bam­berg (AELF) in Wölm getrof­fen. Ziel war es, sich inten­siv über die Natur­ver­jün­gung und Jung­be­stands­pfle­ge sel­te­ner Baum­ar­ten im Kli­ma­wan­del aus­zu­tau­schen. Im Rah­men der neu­en Ver­an­stal­tungs­rei­he „Waldgscheit“ bil­det die WBV in Zusam­men­ar­beit mit dem AELF inter­es­sier­te Mit­glie­der zu forst­fach­lich geschul­ten Wald­war­ten aus, die die Ver­ei­ni­gung auf der Flä­che unter­stüt­zen sol­len.

Hans Mes­sing­schla­ger aus Wölm erklär­te sich bereit, den ange­hen­den Wald­war­ten sei­nen Muster­be­trieb vor­zu­stel­len. Nach der Beur­tei­lung des Stand­or­tes anhand der Boden­an­spra­che und Expo­si­ti­on wur­den geeig­ne­te und unge­eig­ne­te Baum­ar­ten dis­ku­tiert. In dem ca. 40-Jäh­ri­gen Fich­ten­be­stand stellt Hans Mes­sing­schla­ger seit vie­len Jah­ren alle Laub­höl­zer frei, die er fin­det. Unter den Laub­höl­zern befin­den sich Els­bee­ren, Ulmen und Berg­a­hör­ner. Es war beein­druckend zu sehen, wie vie­le Laub­bäu­me sich in dem gepflanz­ten Fich­ten­be­stand von Natur aus ein­ge­mischt haben.

Nach der Begut­ach­tung der Jung­be­stands­flä­che wur­de noch eine ein­ge­zäun­te Natur­ver­jün­gungs­flä­che unter die Lupe genom­men. Bei genaue­rem Betrach­ten der Flä­che wur­de eine über­wäl­ti­gen­de Anzahl an Baum­ar­ten gefun­den, sehr sel­te­ne Bäu­me wie Wild­ap­fel, Mehl­bee­re, Els­bee­re, Vogel­bee­re, Wal­nuss, Ulme, sowie weit ver­brei­te­te Baum­ar­ten wie Berg­ahorn, Spit­zahorn, Feld­ahorn, Rot­bu­che, Fich­te und Kie­fer. Alle Teil­neh­mer waren sich einig, dass der wert­vol­le Schatz die­ser Viel­falt erhal­ten wer­den soll­te und dies durch das teil­wei­se Ent­fer­nen von Buchen, Fich­ten und Kie­fern umge­setzt wer­den soll­te. Außer­halb des Zau­nes wur­den haupt­säch­lich Buchen und Fich­ten in der Natur­ver­jün­gung gefun­den.

„Wer streut, rutscht nicht“

Kli­ma­for­scher sind sich einig, dass sich das Kli­ma in Deutsch­land und der Welt stark ändert. Unklar ist jedoch, wie extrem und in wel­che Rich­tung die­se Ände­rung statt­fin­den wird. Eine Mög­lich­keit der Forst­wirt­schaft sich auf die­se Ände­rung ein­zu­stel­len ist, so vie­le ver­schie­de­ne Baum­ar­ten wie mög­lich, wel­che als kli­ma­sta­bil gel­ten, zu för­dern: „Denn wer streut, rutscht nicht aus.“