Bam­berg soll zur „Pla­stik­frei­en Stadt“ werden

Ober­bür­ger­mei­ster Star­ke star­tet Initia­ti­ve gegen Pla­stik­flut und will „eine Bür­ger­be­we­gung, bei der alle mit­ma­chen können“

„Die Idee einer gänz­lich “Pla­stik­frei­en Stadt” ist ein ehr­gei­zi­ges Ziel, aber sie ver­mit­telt auch eine Hal­tung,“ so Ober­bür­ger­mei­ster Andre­as Star­ke: „Aber Initia­ti­ven wie der “Bam­be­cher”, der Unver­packt-Läden oder die AG Nach­hal­tig­keit an der Uni­ver­si­tät sowie das Ange­bot des städ­ti­schen Umwelt­am­tes zum Mehr­weg­ge­schirr, sind per­fek­te Bei­spie­le dafür, wie es funk­tio­nie­ren kann“, so Star­ke. Ziel sei­ner Initia­ti­ve ist es, sinn­lo­sen Pla­stik­müll in Bam­berg zu redu­zie­ren, die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger für das The­ma zu sen­si­bi­li­sie­ren und ein Umden­ken im Umgang mit Ver­packun­gen aus Kunst­stoff zu bewir­ken. „Unse­re Bam­ber­ger Stadt­ver­wal­tung muss dabei eine Vor­bild­funk­ti­on ein­neh­men“, sag­te Andre­as Starke.

Star­ke will einen breit­an­ge­leg­ten Dia­log ins Leben rufen, um mög­lichst vie­le zu betei­li­gen: in den poli­ti­schen Gre­mi­en, in den Schu­len, am Arbeits­platz, in den ehren­amt­li­chen Initia­ti­ven, in den kirch­li­chen Stif­tun­gen, in den Kitas, mit den Geschäfts­lei­tern, den Gewerk­schaf­ten, über­all sol­len Ideen zu der Akti­on gesam­melt werden.

Eine erste kon­kre­te Maß­nah­me wird sein, bei der Stadt Bam­berg sowie ihrer Toch­ter­ge­sell­schaf­ten, Glas­fla­schen und Glä­ser zwin­gend vor­zu­schrei­ben. Außer­dem soll in jedem städ­ti­schen Rat­haus­ge­bäu­de ein Trink­was­ser­spen­der instal­liert wer­den. Im neu­en Rat­haus am ZOB und im Rat­haus am Max­platz wur­de die­se bür­ger- und kli­ma­freund­li­che Maß­nah­me bereits verwirklicht.

Für öffent­li­che Ver­an­stal­tun­gen in Bam­berg gibt es schon seit 1991 ein Mehr­weg­ge­bot und hin­sicht­lich Geschirr sind öffent­li­che Ver­an­stal­tun­gen 100 Pro­zent pla­stik­frei, da kein Weg­werf­ge­schirr zuge­las­sen ist und nur Pfand­be­cher ver­wen­det wer­den. Nun soll die Ver­wen­dung von Mehr­weg­ge­schirr und Mehr­weg­be­chern auch für den Han­del, mobi­le Ver­kaufs­stän­de und in der Gastro­no­mie aktiv bewor­ben wer­den. Zudem soll es eine neue städ­ti­sche Ein­kaufs­ta­sche geben, um die Initia­ti­ve noch mehr publik zu machen. Ohne Wer­bung für die Stra­te­gie geht es nicht“, erläu­ter­te die Lei­te­rin des Umwelt­amts Ani­ta Schmidt.

„Jede Bür­ge­rin und jeder Bür­ger soll sich in Bam­berg an der Akti­on betei­li­gen kön­nen“, so Star­ke. In den kom­men­den Tagen wird der Ober­bür­ger­mei­ster zunächst Ver­tre­ter aus Han­del, Wirt­schaft und Gastro­no­mie zu einem Gespräch ein­la­den, um eine gemein­sa­me Vor­ge­hens­wei­se zu ver­ein­ba­ren. „Die­se Berei­che sind beson­ders pla­stik­in­ten­siv“, begrün­de­te Star­ke die­sen Schritt. In einem öffent­li­chen Bür­ger-Work­shop sol­len zudem wei­te­re Stra­te­gien zur Ver­mei­dung und Mini­mie­rung von Pla­stik im Stadt­ge­biet ent­wickelt wer­den. „Es ist mein Ziel, eine Bür­ger­be­we­gung zu grün­den, bei der alle mit­ma­chen kön­nen“, fass­te Star­ke sei­ne Initia­ti­ve zusammen.

Um auf die Initia­ti­ve auf­merk­sam zu machen, wird es eine eige­ne Inter­net­sei­te www​.pla​stik​frei​.bam​berg​.de geben. Unter ande­rem fin­det sich dort ein „Nach­hal­tig­keits-Atlas der Stadt Bam­berg“, der bereits bestehen­de Pro­jek­te und Aktio­nen zum The­ma Nach­hal­tig­keit in der Stadt Bam­berg prä­sen­tiert und ver­netzt sowie zum Mit­ma­chen anre­gen soll. Zusätz­lich wird das Label „Bam­berg Pla­stik­frei“ ent­wickelt, um in Form von Auf­kle­bern und einer umwelt­freund­li­chen und fair gehan­del­ten städ­ti­schen Ein­kaufs­ta­sche auf die Initia­ti­ve auf­merk­sam zu machen und zu einem ver­packungs­ar­men Ein­kauf zu moti­vie­ren bzw. auf die betei­lig­ten Läden und Unter­neh­men hinzuweisen.

Der Ober­bür­ger­mei­ster hat ver­an­lasst, dass sich der Stadt­rat schon in sei­ner näch­sten Sit­zung am 25.09.2019 mit der Idee befasst. Vor­bild der Initia­ti­ve ist die „Pla­stic Free City Lon­don https://​www​.pla​stic​free​ci​ty​.lon​don/ oder deut­sche Städ­te wie Pfaf­fen­ho­fen und Augsburg.