Mord­ver­fah­ren Sophia L. – Land­ge­richt Bay­reuth ver­kün­det Urteil

Die 1. Straf­kam­mer des Land­ge­richts Bay­reuth als Schwur­ge­richt hat den marok­ka­ni­schen Ange­klag­ten Bou­je­maa L. am 18. Sep­tem­ber 2019 wegen Mor­des in Tat­mehr­heit mit gefähr­li­cher Kör­per­ver­let­zung zu einer lebens­lan­gen Frei­heits­stra­fe ver­ur­teilt. Auf­grund der Ein­las­sung des Ange­klag­ten und der durch­ge­führ­ten Beweis­auf­nah­me sah es die Kam­mer als erwie­sen an, dass der Ange­klag­te das Tat­op­fer Sophia L. am Abend des 14. Juni 2018 auf dem Auto­bahn­rast­platz Sper­bes zur Ver­deckung einer zuvor began­ge­nen gefähr­li­chen Kör­per­ver­let­zung im Füh­rer­haus sei­nes Last­kraft­wa­gens getö­tet hat.

Nach Über­zeu­gung der Kam­mer steht fest, dass Sophia L. den Ange­klag­ten nach einem sexu­ell moti­vier­ten Annä­he­rungs­ver­such zurück­ge­wie­sen und mit der fla­chen Hand in das Gesicht geschla­gen hat, wor­auf­hin der gekränk­te und leicht reiz­ba­re Ange­klag­te in einem affek­tiv auf­ge­la­de­nen Erre­gungs­zu­stand Sophia L. meh­re­re Schlä­ge mit einem Rad­mut­ter­schlüs­sel auf den Hin­ter­kopf ver­setz­te, um sie zu bestra­fen. Ein straf­ba­res Ver­hal­ten im Sin­ne einer Sexu­al­straf­tat hat die Kam­mer ent­ge­gen der Ankla­ge­schrift nicht fest­stel­len kön­nen.

Die durch­ge­führ­te Beweis­auf­nah­me hat sodann nach Über­zeu­gung der Kam­mer erge­ben, dass der Ange­klag­te, nach­dem er zunächst den Last­kraft­wa­gen ver­las­sen hat­te, nach einer län­ge­ren Pau­se von min­de­stens 10 Minu­ten auf­grund eines neu­en Tatent­schlus­ses zum Last­kraft­wa­gen zurück­ge­kehrt ist, um Sophia L. zu töten, damit die­se kei­ne Anzei­ge gegen ihn auf­grund des vor­an­ge­gan­gen Gesche­hens erstat­ten konn­te. Nach Ein­schät­zung der Kam­mer schlug der Ange­klag­te, der davon aus­ging, dass Sophia L. auf­grund der erfolg­ten Schlä­ge bewusst­los war, sodann erneut mit dem Rad­mut­ter­schlüs­sel auf den Hin­ter­kopf des sich noch bewe­gen­den Tat­op­fers, wor­auf­hin in kür­ze­ster Zeit der Tod von Sophia L. ein­trat.

Das Urteil ist noch nicht rechts­kräf­tig.