Erste Professur für Sportökologie in Deutschland an der Universität Bayreuth

Prof. Dr. Manuel Steinbauer, Universität Bayreuth. Foto: UBT.

Prof. Dr. Manuel Steinbauer, Universität Bayreuth. Foto: UBT.

Ob Mountainbiking, Kanufahren, Golf, Skilanglauf oder Bergwandern – viele populäre Outdoor-Sportarten haben Folgen für Natur und Umwelt. Und ebenso wirken sich sportliche Aktivitäten in der freien Natur auf die Gesundheit und das Wohlbefinden aus. Mit diesen vielfältigen Wechselwirkungen befasst sich Prof. Dr. Manuel Steinbauer an der Universität Bayreuth. Zum 1. August 2019 hat er hier die neu eingerichtete Professur für Sportökologie übernommen. Es ist die erste Professur für Sportökologie in Deutschland.

„Zukunftsweisende Verbindungen zwischen unterschiedlichen Wissenschaftsgebieten zu schaffen, war schon immer ein Markenzeichen der Universität Bayreuth. Mit der Einrichtung einer Professur für Sportökologie hat sie jetzt einen weiteren interdisziplinären Schwerpunkt gesetzt, der in Forschung und Lehre ein überregionales Alleinstellungsmerkmal darstellt. Die sehr erfolgreichen Profilfelder ‚Ökologie und Umweltforschung‘ sowie ‚Lebensmittel- und Gesundheitswissenschaften‘ werden durch die Sportökologie weiter vernetzt und gestärkt. Die Beziehungen zwischen Sport, Gesundheit, Umwelt und Natur gewinnen derzeit in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik immer stärker an Bedeutung. Umso mehr freut es mich, dieses hochinteressante Forschungsfeld in enger Zusammenarbeit mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus verschiedenen Fächern in Bayreuth aufbauen und in interdisziplinären Studiengängen verankern zu können“, sagt Prof. Dr. Manuel Steinbauer. Von 2004 bis 2009 hat er an der Universität Bayreuth Geoökologie sowie Global Change Ecology studiert und anschließend bei Prof. Dr. Carl Beierkuhnlein mit einer Arbeit zur Biodiversität promoviert. Anschließend wechselte er als Postdoc an die Universität Aarhus in Dänemark, 2018 erhielt er eine Professur an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Mit der Übernahme der neuen Professur ist er jetzt an seine Bayreuther Alma Mater zurückgekehrt.

Forschung und Lehre in der Sportökologie erstrecken sich auf eine Vielzahl natur-, kultur- und wirtschaftswissenschaftlicher Themen: Dazu zählen beispielsweise der Sporttourismus und seine Auswirkungen auf Ökosysteme, die umweltverträgliche Gestaltung von Sportstätten oder die Wechselwirkungen zwischen Sportverhalten, Naturerlebnis und Gesundheitszustand. Bei allen diesen Themen wird für die Bayreuther Sportökologie der Gedanke der Nachhaltigkeit – in ökologischer, sozialer und ökonomischer Hinsicht – im Vordergrund stehen.

Die Digitalisierung spielt dabei eine zentrale Rolle. „Sowohl die Sport- und Gesundheits-wissenschaften als auch die Ökologie gehören heute zu den Forschungsgebieten mit der am schnellsten steigenden Verfügbarkeit großer Datensätze. Moderne Messtechniken liefern in hoher Geschwindigkeit Bewegungsprofile, sportmedizinisch relevante Kennzahlen, Ökosysteminformationen und Fernerkundungsdaten. Die Gewinnung und Analyse von Messdaten an den Schnittstellen von Gesundheit, Outdoor-Sport und Umwelt wird daher ein wichtiger Schwerpunkt der Bayreuther Sportökologie sein und das attraktive Forschungsprofil unseres Instituts für Sportwissenschaft nochmals erweitern“, erklärt Steinbauer. Aufgrund seiner Forschungserfahrungen in der Ökologie und der Klimafolgenforschung wird er zugleich mit einer weiteren Forschungseinrichtung auf dem Bayreuther Campus eng zusammenarbeiten, dem Bayreuther Zentrum für Ökologie und Umweltforschung Forschungszentrums (BayCEER).

Das Studienangebot der Universität Bayreuth wird durch die neue Professur auf innovative Weise weiter verstärkt. Die Studiengänge in den Bereichen Sportökonomie, Sporttechnologie, Geoökologie, Biodiversität und Ökologie sowie Global Change Ecology sollen künftig auch praxisnahe Lehrveranstaltungen aus der Sportökologie umfassen, nicht zuletzt auf dem Gebiet moderner Datenanalyse und Programmierung. Die Verknüpfung von Bewegungs- und Gesundheitsdaten mit Informationen aus den Umwelt- und Geowissenschaften wird den Studierenden zukunftsweisende Berufsfelder in Wirtschaft und Wissenschaft erschließen können.